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Kundenrezension

121 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Titel genial - und ebenso irreführend wie der Titel "Das egoistischen Gen"., 15. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Psychologie) (Taschenbuch)
Peng - der Buchtitel sitzt. Er (das heißt, wahlweise der Titel oder sein Autor) misst sich an Richard Dawkins Aufsehen erregendem Bestseller "Das egoistische Gen" aus dem Jahre 1976 und deutet zum aufgehenden Darwin-Jahr an, dem Spuk "Darwinismus" endgültig ein Ende zu bereiten. Leute, zieht Euch warm an!

Joachim Bauers Credo beschreibt der Satz "Gene, bzw. Genome, folgen drei biologischen Grundprinzipien (...): Kooperativität, Kommunikation und Kreativität". Nicht Zufall und Selektion führten zur Bildung neuer Arten, sondern die Genome der Lebewesen ändern sich selbst auf Grund der in ihnen angelegten Gesetze, und zwar als Reaktion auf Stressoren aus der Umwelt. Genetische mobile Elemente und RNA-Interferenz spielen dabei eine wesentliche Rolle. Bildung und Aussterben von Arten geschahen nicht langsam und kontinuierlich, sondern plötzlich. Die Auslöser waren dramatische Umweltveränderungen. Im letzten Kapitel beschreibt er seine auf zehn "Säulen" beruhende "Neue Theorie".

*Warum veröffentlicht der Autor seine "Neue Theorie" nicht Fachzeitschriften?*
Aus Joachim Bauers letztem Buch, das sich mit ähnlicher Thematik befasste, habe ich gelernt, dass man gut daran tut, gelegentlich die von ihm zitierte Originalliteratur nachzulesen (siehe auch meine Rezension zu "Prinzip Menschlichkeit - Warum wir von Natur aus kooperieren."). Und siehe da, mir passierte etwas sehr Merkwürdiges. Als ich bestimmte Sachverhalte erst von Bauer interpretiert las, sträubten sich bei mir die letzten wenigen Haare. Die Erläuterungen derselben Sachverhalte in der Originalliteratur, beispielsweise von den von Bauer gerne zitierten Autoren wie der Biologin Lynn Margulis, dem Biochemiker und Nobelpreisträger Craig C. Mello oder dem Molekularbiologen James A. Shapiro begeisterten mich. Warum ist das so? Ganz einfach. Die genannten Autoren unterscheiden klar zwischen Fakten und eigenen Spekulationen oder Visionen. Man muss den Gedankengängen nicht überall folgen, aber neue Gesichtspunkte sind allemal stimulierend und können einen Denkstil verändern. Joachim Bauer dagegen rührt Fakten und Spekulationen zusammen, zitiert Artikel mal richtig, mal sinnentstellt, wirft Gutachtern von Fachzeitschriften eine Art Zensur vor und verkauft Altbekanntes als neue Erkenntnis. Dabei bedient er sich einer bewährten Methode: Erst eine antiquierte, naive und entstellende Darstellung der Anschauung des Gegners (dem gegenwärtigen Stand der Evolutionstheorien) abgeben, um diese dann leicht widerlegen zu können. Das Buch richtet sich an ' ja an wen? Jedenfalls nicht an solche, die die Forschungen an den komplexen Evolutionstheorien begleiten oder eine gewisse Sachkenntnis haben. Also an 99,9 Prozent der Bevölkerung. Sonst würde er seine "Neue Theorie" in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht haben.

*Beispiele*
Als meine Notizen über Merkwürdiges, Falsches oder Entstellendes, die ich beim Lesen gemacht habe drohten, den Umfang eines Buches zu erreichen, habe ich damit aufgehört. Weitergelesen habe ich letztlich nur, weil ich an Hand der Zitierungen immer wieder auf interessante Aspekte gestoßen bin. Diese habe ich dann im Original nachgelesen.

Joachim Bauer beschreibt biologische Konzepte, die zum Teil schon seit Jahrzehnten nicht mehr vertreten werden (wie die Bedeutung von Punktmutationen für die Artenbildung) und unterlässt Hinweise auf Konzepte, die schon seit Jahrzehnten bekannt sind. Er lässt beispielsweise die Tatsache des periodischen Aussterbens von Arten im Buch hervorgehoben drucken, als ob dies unbekannt wäre und behauptet, dass dies im Widerspruch mit den gängigen Evolutionstheorien stünde. Ernst Mayr, einer der Gestalter der modernen Evolutionstheorien, hat auf dieses periodische Aussterben schon vor 45 Jahren hingewiesen. Das zitiert Professor Bauer natürlich nicht. Den Begriff "Mutation" benützt er meist im Sinne von Punktmutation, um deren Bedeutung für die Artenbildung widerlegen zu können. Kommt so in den modernen Evolutionstheorien aber gar nicht mehr vor. Mutationen kommen aber schon vor. Nur versteht man unter Mutationen allgemein eine spontane und zufällige Veränderung der genetischen Eigenschaften einer Zelle; Genduplikationen, Ortswechsel von mobilen genetischen Elementen u.s.w. inbegriffen.

Joachim Bauer tut so, als ob behauptet würde, Arten würden durch "reinen Zufall" entstehen. Er ist sich nicht zu schade, einen Vorwurf zu erheben, der sonst nur von Kreationisten vorgebracht wird: Er vergleicht die Wirkung des Zufalls in der Evolution mit dem Entstehen eines Wolkenkratzers, wie "wenn man die dazu notwendigen Komponenten nur oft genug auf einen Haufen schütte". Beim kreationistischen Original heißt es, wenn ich mich richtig erinnere: wie ein Jumbojet, der allein dadurch entstehen könne, dass ein Tornado durch ein Ersatzteillager von Flugzeugteilen durchfege; so unwahrscheinlich). Ein solcher Schwachsinn war zwar nie Bestandteil von Evolutionstheorien, aber widerlegen lässt er sich treffend. Und vom angeblichen "reinen Zufall" in der Evolution kann schon deshalb nicht die Rede sein, weil auf Grund des Körperbaus, der Biochemie der Zelle u.s.w. nicht "alles" rein zufällig möglich ist. Die Entwicklung läuft "gebahnt". Sagt auch Professor Bauer. Vielleicht hat er dies bei seinem Lieblingsgegner Professor Dawkins gelesen, denn der sagt dasselbe. Hoimar von Ditfurth hat es so ausgedrückt: "... eine Beimengung von Zufall ist - wie das Salz in der Suppe - notwendig, damit überhaupt Freiheitsräume entstehen können, damit sich etwas verändern kann. Verantwortung, liebende Zuwendung, Wahrnehmung des Ganzen - das alles wäre ohne diesen Freiheitsraum, in einer durchdeterminierten Welt, überhaupt nicht denkbar." Schöner kann man's nicht sagen.

Für Joachim Bauer "veranlasst" eine Zelle die Veränderungen selbst, die zur Bildung einer neuen Art führen. Er suggeriert damit, eine Zelle würde zielgerichtet handeln. In kooperativer Weise (mit Hilfe von mobilen genetischen Elementen) würde die Evolution durch gezielte Mutationen vorangetrieben; beispielsweise vervielfältigen sich Gene dadurch und ermöglichen der Zelle neue Fähigkeiten. Die (grausame) Selektion ist nicht nötig. Da ist was Wahres dran. Bauer verschweigt allerdings, dass solche Vervielfältigungen auch zu mutierten Pseudogenen führen können, die dann erst mal inaktiviert werden müssen (oder die Zelle wird als funktionsuntüchtig ausselektiert), oder beispielsweise zu einer Trisomie von Chromosomen, wie beim Down-Syndrom. Zielgerichtet in die geistige Behinderung?

Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben, aber kommen wir zum Schluss auf das "kooperative" Gen zurück, jenem Begriff im Titel, der den fulminanten Kontrapunkt zum "egoistischen" Gen Richard Dawkins setzt. Dawkins hat selber eingestanden, dass der Titel seines Buchs "Das egoistische Gen" eine "unangemessene Vorstellung von dessen Inhalt vermittelt". Der Leser könnte denken, das Buch handele von Egoismus, dabei, so sagt er, "widmet es sich eigentlich eher dem Altruismus" und äußert sich enttäuscht, dass anscheinend manche nur den Titel lesen. Mein Mitleid mit Dawkins hält sich hier in Grenzen; selber schuld, wenn man einen so bescheuerten Titel wählt oder sich vom Marketing aufschwatzen lässt. Gene sind Moleküle und nicht "egoistisch" oder "kooperativ". Auch Joachim Bauer hat sich beim Buchtitel anscheinend vom Marketing leiten lassen; so konnte wenigstens in dieser Hinsicht sein Buch an das *Niveau* von Dawkins Buch heranreichen (über dessen Aussagen man trotzdem verschiedener Meinung sein kann).

Ist es Ironie des Schicksals, dass Joachim Bauer hier seinen eigenen "Kampf" ums Überleben seiner Vorstellungen führt, ganz unkooperativ, dafür umso rechthaberischer? Ist es nicht das Wesen wissenschaftlicher Theorien, dass sie sich immer wieder verändern, entsprechend dem akkumulierten Wissen und dem vorherrschenden Denkstil? Es war eine großartige Leistung von Darwin, einen Denkanstoß zu geben, dem Denken über die Herkunft der Lebewesen eine neue Richtung zu weisen und dabei zu wissen, dass auch er eine endgültige Erklärung nicht geben konnte. Ein Absolutheitsanspruch à la Bauer wird sich mit der Zeit von allein in Luft auflösen.

*Bewertung*
Schwer zu bewerten. An sich ist das Vorhaben sehr begrüßenswert, Aspekte zum Mechanismus der Evolution zu beleuchten, die einer breiteren Öffentlichkeit (und selbst Biologen) noch wenig bekannt sind. Ich bin auf Blickwinkel gestoßen, die ich so noch nicht recht wahrgenommen hatte. Dafür müsste es fünf Sterne geben. Für die Art und Weise der Ausführung allerdings - fünf abstürzende Kometen, schon alleine weil ich mich so aufgeregt habe. Die Lektüre schlug mir geradezu auf den Magen. Ich werde mal einen Psychosomatiker konsultieren. Kennen Sie einen guten? Ach ja, ich könnte ja bei Prof. Bauers psychosomatischer Ambulanz in Freiburg vorbeischauen. Der wird sich freuen :-)
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2016, 19:25:52 GMT+1
Google Sie das Video: ----> " Kreation vs. Evolution 05. Ursprung der Arten " von Prof Dr. Walter Veith
---------------------------------und sie werden Ihren Standpunkt nichr mehr halten können !!! Wenn nicht schreiben sie mir Bitte.
Ich bin Dokumentar Filmer und will einen Beitrag dazu machen !
Lieben Gruß !
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