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Kundenrezension

am 2. Oktober 2010
Bereits die Überschrift macht deutlich, dass Mass Effect 2 für mich eine Enttäuschung ist, allerdings zeigt mir ein Blick auf die Rezensionsübersicht, dass das eher eine Minderheitenposition ist - sei es drum.

Nur einige Monate, nachdem ich das grandiose Dragon Age: Origins gespielt habe, quäle ich mich durch das aktuelle Machwerk von Bioware. Natürlich spricht alleine die Tatsache, dass ich das Spiel noch spiele und auch zu Ende spielen werde dafür, dass Mass Effect 2 kein schlechtes Spiel ist, aber es ist weit weg von dem, was ich von einem Rollenspiel oder einem Bioware-Action-Rollenspiel erwartet hätte. Ich möchte auf die guten Dinge nicht weiter eingehen (das wurde hier bereits ausführlich getan), sondern die Aspekte aufführen, die das Spiel für mich zur Enttäuschung haben werden lassen und die sich auf einen einfachen Nenner bringen lassen: gemacht für Konsoleros.

Die Story:
Ganz böse Außerirdische beauftragen böse Außerirdische mit der Entführung der Bewohner menschlicher Kolonien und keinen kümmert es, außer einer obskuren Organisation, die den Helden des Spiels aufwändig wiederbelebt hat und dabei sicher ihr eigenes Süppchen kocht. Das ist nicht spektakulär aber absolut solide. Nach 20 Spielstunden hat es in diesem Rahmen aber noch keine Überraschungen gegeben und auch die Hauptfigur und ihre Mitstreiter bleiben seltsam farblos, was v.a. daran liegt, dass deren Hintergründe irgendwie nach Füllmaterial schmecken und nicht nach richtigen Lebensläufen - hier hat mir Dragon Age um Welten besser gefallen. Es gibt einen Riesenanteil an Gesprächen oder Personen, die vollkommen überflüssig sind und auch nicht dabei helfen, tiefer in die Welt einzutauchen. Einen großen Anteil daran hat sicher das meines Erachtens versiebte Dialogsystem und auch das Missionsdesign selbst.

Missionsdesign:
Wer seit Baldurs Gate mit Spielen von Bioware vertraut ist, hat hier die höchsten Ansprüche. Und wird enttäuscht wie selten zuvor: Auf Planeten landen, jemanden finden und ansprechen, sich durch Gegnerhorden ballern, zum Auftraggeber zurückkehren, wieder aufs Schiff zurück, dort immer alle Leute abklappern und dann ab zum nächsten Planeten. Im Prinzip ist es das und das lässt sich auch nicht dadurch kaschieren, dass die NPCs verschiedenen Rassen angehören oder wir mal durch den Wald und mal durch eine Raumstation laufen. Nebenbei gibt es noch das wirklich unsägliche "Scannen von Planeten" nach Rohstoffen oder versteckten Nebenmissionen (Landen, Ballern, zurück aufs Schiff), bei dem man grenzdebil seine Maus übers Pad schiebt und hofft, dass ein schnelles Fiepen den Fund von Ressourcen anzeigt.

Leveldesign:
Ultra-linear, artifiziell, steril. Offenbar um Konsolenspieler weder technisch noch inhaltlich zu überfordern, bewegt man sich und sein Team auf eng begrenzten Pfaden durch Gegenden und Räume, in denen weniger rumliegt als im Reinraum bei Intel. Diese wirklich komplette Sterilität aller Settings ist zusammen mit einer im Gegensatz zu Dragon Age jederzeit spürbaren Freiheitsbegrenzung ein gigantischer Atmosphäre-Killer. Erschwerend kommt ein häufig "unlogisches" Leveldesign dazu wie man es von Shootern aus den 90ern kennt, wo grundlos Horden von Gegnern in kleinen Räumen ohne erkennbaren Zweck herumstehen und nur darauf warten, dass jemand zum Erschießen vorbeikommt. Damit auch dem uninteressiertesten Spieler nichts entgeht, werden zudem Dinge, die für den Spieler nützlich sind (Munition, Computerterminals, Türen (!), ansprechbare Personen), gehighlightet. So kann ich mich am Eingang eines Raumes einfach hinstellen, mich einmal im Kreis drehen und weiß alles über das Areal, was ich wissen muss. Ein Todesstoß für den letzten Rest des Entdeckerdrangs.

Dialogsystem:
Das Dialogsystem offenbart sich als weiterer Sargnagel am echten Rollenspiel-Gefühl, trotz der exzellenten Vertonung mit sehr guten Sprechern. Prinzipiell klicke ich mich einfach durch alle Antwortmöglichkeiten, wobei nur nicht die Reihenfolge eine untergeordnete Rolle spielt, sondern zudem auch abgeschlossene Themen weiterhin stehen bleiben. Gefällt mir also eine Gesprächssequenz sehr gut, kann ich sie einfach immer wieder anklicken und genießen... Um den Spieler zudem bei Entscheidungen, die Einfluss auf seine Gesinnung haben, nicht zu überfordern, sind die entsprechenden Antworten farblich unterlegt - somit kann ich also einfach immer die blauen Antworten wählen und muss mir nicht "mühsam" überlegen, was wohl mein Charakter sagen würde, wenn er eher der rechtschaffende Typ ist. Adieu, Rollenidentifikation.

Kampfsystem:
Hier merkt man endgültig, dass man einen Titel in der Hand hält, welcher auf die Bedürfnisse von Konsolenspielern zugeschnitten ist. Da die dort üblichen Controller es bezüglich der Steuerung mit der klassischen Maus-Tastatur-Kombi keinesfalls aufnehmen können, hat man das nervige Deckungssystem (welches in immer mehr Spielen vorkommt) perfektioniert, mit welchem man sich nur noch ein immer leicht zu findendes Kistchen sucht, einmal drückt um in Deckung zu gehen und von da an nur noch mit der Maus zielen muss. Im Prinzip ist das nicht mehr als ein leicht verbessertes Moorhuhn. Die mangelnde Action wird dabei noch von ebenfalls mangelnder taktischer Tiefe flankiert - die verschiedenen Waffen und ein paar Talente sorgen zwar für etwas Abwechslung, sind aber auch hier nicht ansatzweise mit Dragon Age vergleichbar, welches dort meines Erachtens wegweisend war. Und eben leider auch nicht mit Half-Life 2...

Charakterentwicklung:
Während die optische Erstellung der Hauptfigur mit ihren vielen Möglichkeiten wirklich Spaß macht (meine Frau war überrascht, dass "ich" in einem Computerspiel mitspiele), ist der Rest überschaubar. Ein paar Talente lassen sich mit einem simplen Punktesystem auffüllen, thats it. Am meisten Spaß macht es da, sich für das Aquarium seines Quartiers ein paar hübsche Fische zu kaufen...

Fazit:
Mass Effect 2 ist sicher ein gutes Spiel, nur leider überhaupt nicht das, was ich erwartet hatte. Story und Missionen, Charaktere und die Welt sind zwar film-artig inszeniert, aber dabei seicht und ohne echtes Identifikationspotenzial. Für ein gutes Actionspiel mit viel Handlung ist der Shooter-Teil - zumindest für Spieler, die schon mehrere Jahre am PC gespielt haben - viel zu öde. Ich habe inzwischen sogar den Schwierigkeitsgrad wieder runtergeregelt und zwar nicht, weil das Spiel zu schwer wurde, sondern weil die Kämpfe so wenig Spaß machen, dass ich sie möglichst schnell hinter mich bringen wollte.
Insgesamt atmet das Spiel die Optimierung auf Konsolen-Publikum aus jeder Pore und gleichwohl das aus den wirtschaftlichen Zwängen der Publisher heraus nachvollziehbar ist, macht es aus jedem Spiel am Ende ein reines Casual-Game. Wer also auf atmosphärisch dichte Rollenspiele steht, ist mit Dragon Age sicher weitaus besser bedient. Und wer zum Schießen ins Weltall will, sollte mal einen Blick auf das geniale Dead Space werfen.
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