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Kundenrezension

am 26. Januar 2005
"Mephisto" - Das Buch wurde in der BRD lange Zeit verboten, weil es für die Richter eine simple persönliche Rache eines unbedeutenden Exilliteraten gegen einen hohen Träger der deutschen Kultur war (so in etwa die Argumentation). Doch mit dieser Einschätzung irrten die Richter: Als das Werk 1981 - theoretisch immer noch illegal - in der BRD neu veröffentlicht wurde, schnellte es sofort auf die Topposition der Bestsellerliste. Diese "Auszeichnung" allein sagt noch nichts über die Qualität eines Werkes aus - aber in diesem Fall war der Verkaufserfolg berechtigt. "Mephisto" ist keineswegs eine simple Rache, sondern der Versuch, die Mitläufer während der nationalsozialistischen Herrschaft und ihre Motive zu analysieren. Hendrik Höfgens, der Hauptprotagonist des Werkes, ist zwar halbherziger Kommunist, wechselt aber bei der Machtergreifung Hitlers 1933 die Seiten, weil er seine Karriere als Schauspieler nicht aufgeben will und daher den Pakt mit dem Teufel eingeht. Er mutiert dabei keinesfalls zu einem überzeugten Nazi, sondern geniesst "nur" die Aufmerksamkeit, die er vom neuen Regime erhält.
"Mephisto" ist keineswegs ein "Schlüsselroman". Es ist zwar unbestritten, dass mit Hendrik Höfgens der Schauspieler Gustaf Gründgens gemeint ist, aber - wie Klaus Mann betont - geht es in der Charakterisierung nicht um die PERSON Gründgens, sondern um den TYPUS eines typischen Mitläufers. Klaus Mann hätte genausogut den Dirigenten Fürtwängler in den Mittelpunkt seines Werkes setzen können. Er tat es nicht, nicht weil er Gründgens für besonders schlimm hielt (im Gegenteil), sondern weil er ihn zufällig besonders gut kannte (seine Schwester Erika war mit ihm verheiratet).
Genau dieser kleine, aber feine Unterschied macht "Mephisto" zu einem Weltklassewerk, das mit Ironie (zuweilen auch bissigem Zynismus) und einer sehr schön eingesetzten Sprache der Frage nachgeht, weshalb ein an und für sich unpolitischer und intelligenter Mann in den Bann des Nationalsozialismus geraten konnte.
Das Werk ist - meiner persönlichen Meinung nach - eines der besten Bücher, die im Exil geschrieben wurde. Es sei hiermit jedem zu empfehlen.
Am Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass Klaus Mann - als er nach dem Krieg mitansehen musste, wie die Karriere des "Mitläufer" Gründgens weiterhin steil nach oben zeigte, als wenn nichts geschehen wäre und in direkter Reaktion auf diesen weiterhin anhaltenden Erfolg des Schauspielers kein westdeutscher Verlag bereit war, "Mephisto" zu veröffentlichen - 1949 aus Enttäuschung und Resignation freiwillig aus dem Leben schied. Durch diesen Umstand bekommt das Werk eine noch stärkere Prise Aktualität, als es sonst schon hat. Unbedingt lesen!
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