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Kundenrezension

am 25. April 2010
Im weitverzweigten Tunnelsystem der Moskauer Metro lauern im Jahr 2033 bösartige Bestien, magisch anmutende Anomalien - und jede Menge dummer Menschen. Einmal mehr steht KI in einem Computerspiel für "keine Intelligenz". Die taktische Feindesfinesse erschöpft sich darin, Deckung zu suchen. Ansonsten stecken sie in schöner Regelmäßigkeit, fast wie das Pendel einer Wanduhr, ihr Köpfchen samt Oberkörper hevor, so dass man ihrem dämlichen Dasein recht schnell ein Ende setzen kann. Noch schneller geht's, wenn man trotz stürmischen Vorgehens nicht bemerkt wird. Nicht selten kommt es vor, dass die menschlichen Widersacher einem den Rücken zukehren. Obwohl es das Leveldesign meist zulässt, pirschen sich die Kontrahenten auch nicht von der Seite oder von hinten heran. Angesichts dieser Totalausfälle war es vermutlich eine bewusste Entscheidung seitens der Entwickler, in das Spiel keine Lehnen-Funktion einzubauen. Zum Schießen muss man somit immer seine Deckung aufgeben, wodurch man selbst zur Zielscheibe wird. Das macht die Feuergefechte zumindest auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad auf eine künstliche Art und Weise einigermaßen anspruchsvoll. Shooter-Veteranen sollten gar nicht erst auf den niedrigeren Stufen anfangen - sie werden unterfordert sein. Zu dieser Beschreibung passt zwar nicht, dass es ein paar Frustmomente geben kann, aber die haben ihre Ursache entweder im Speichersystem (immer nur an vordefinierten Stellen), an der zahlenmäßigen Überlegenheit der Feinde oder darin, dass die beste Vorgehensweise nicht auf Anhieb ersichtlich ist.
Genauso wie die künstliche Intelligenz präsentiert sich auch das Gameplay als recht rückständig. Hin und wieder kann man sich hinter stationäre Geschütze klemmen oder ein Knöpfchen drücken, aber in der Regel ballert man sich geradlinig durch die U-Bahn-Schächte. Zwar bietet das Spiel grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich schleichend durch bestimmte Levelabschnitte bewegen, allerdings lohnt sich das nicht. Erstens ist die gesamte "Levelbevölkerung" auch dann alarmiert, wenn man jemanden lautlos ausschaltet (eine weitere merkwürdige KI-Macke) und zweitens fungieren getöte menschliche Gegner als Munitionslager. Und da Munition im Spiel nicht nur verschossen wird, sondern auch als Währung dient, würde man sich das Leben nur unnötig schwer machen, wenn man sie nicht niederstreckt. Es empfiehlt sich übrigens, die Militärmunition nicht als Währung einzusetzen, sondern zu verschießen, da sie deutlich effektiver ist. Wo man mit herkömmlichen Kugeln schon mal bis zu 10 Treffer braucht, ist das Ziel bei der Verwendung von Militärmunition schon bei weniger Treffern außer Gefecht gesetzt. Einkaufen muss man ohnehin nicht unbedingt, da die Schießprügel, die man im Spielverlauf findet, völlig ausreichen.
Die Story des Spiels basiert auf den gleichnamigen Roman. Ich frage mich allerdings, ob dieser genauso wenig zu erzählen hat. Ausgangssituation ist, dass man Hilfe für die Rettung seiner Heimatstation holen muss. Dazu sucht man die "Hauptstadt" bzw. den Hauptbahnhof der Metro, ein Ort namens Polis, auf - wo man sich enttäuschenderweise nicht länger aufhalten darf. Ich will an dieser Stelle nicht verraten, wie es danach weiter geht, aber im Grunde ändert sich im Anschluss außer dem Zielort nichts.
Warum ist Metro 2033 trotz Designschwächen und Minimalhandlung empfehlenswert? Weil es atmosphärisch einfach grandios ist. Zwar entpuppt es sich nicht als der beworbene Horrorshooter, aber das unverbrauchte Szenario wurde sehr authentisch und überaus bedrückend eingefangen. Gerade an der verseuchten Oberfläche wird Kampf mit den Feinden und kostbarer Atemluft schon beinah physisch spürbar. Metro 2033 ist so ein Spiel, bei dem man dank seiner dichten Stimmung alles um sich herum vergisst. Wer die Hürden des Gameplays nimmt, wird sich der Sogwirkung des Szenarios nicht mehr entziehen können. Großen Anteil daran hat neben der beeindruckenden Grafik auch die dank zahlreicher Skriptsequenzen sehr cineastische Inszenierung. Metro 2033 ist eher ein interaktiver Film - aber somit ist immerhin für Unterhaltung gesorgt.
Die vielfach bemängelte kurze Spielzeit konnte ich übrigens nicht nachvollziehen. Ich war ohne übertrieben langsam zu sein gute 12 Stunden unterwegs. Für einen Shooter im mittleren Preissegment ist das absolut ok.
Fazit: Metro 2033 richtet sich an Spieler, für die Stimmung und Schauwerte wichtiger sind, als ein ausgeklügeltes und abwechslungsreiches Gameplay. In diesem Bereich müssen sich die Entwickler bei einer etwaigen Fortsetzung allerdings gewaltig steigern.
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