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Kundenrezension

am 16. April 2014
--- Spoiler ---

Der namensgebende Michael Kohlhaas ist ein geschätzter Pferdehändler. Eines Tages zwingt ihn ein Adeliger, der es auf die hervorragenden Pferde Kohlhaas’ abgesehen hat, ihm seine Tiere zu verpfänden. Sie und seinen Knecht Cesar erhält Koohlhas bis zur Wertlosigkeit misshandelt zurück.Er versucht, Schadensersatz zu erlangen, scheitert jedoch mehrmals. Als seine Frau ein Bittgesuch einreichen will und von den Handlangern von Kohlhaas’ Widersacher tödlich verletzt wird, geht er mit Gleichgesinnten in den Untergrund, überfällt die Burg des Adeligen und richtet ein Blutbad an. Im Verlauf der Revolte gegen den Adel entgleitet ihm die Lage zusehends. Von der Prinzessin, die die Gegend regiert, lässt er sich gegen die Zusicherung eines fairen Prozesses zur Aufgabe überreden. Der Prozess ist dann auch „fair”: Bezüglich seiner Frau, seines Knechts und seinen Pferden wird Kohlhaas Recht gegeben. Zugleich wird er wegen der von ihm und seinen Männern begangenen Morde zum Tod verurteilt und hingerichtet.

Vorab: Ich bin keineswegs verknöcherter Kleistianer, der sich der Neuadaption des Stoffs verweigert hätte (Kleist habe ich in der Schule gelesen und dann nie wieder). Im Gegenteil, das Konzept des Films finde ich grandios. Leider hat es Arnaud des Pallières zu weit getrieben. Kleists in meiner Erinnerung wortgewaltige Novelle über eine fiktive Begebenheit des 16. Jahrhunderts wird zu einem wortkargen Rachewestern degradiert, den selbst der großartige Mads Mikkelsen kaum zu tragen vermag.

Leere Blicke sollen Reflexion suggerieren, der Zuschauer kann sich mit den Protagonisten indes kaum oder gar nicht identifizieren. Die tragische Figur des Pferdehändlers Michael Kohlhaas, der sich gegen die Willkürherrschaft einer Oberschicht erhebt, die sich nicht einmal den eigenen Gesetzen beugen muss, verkommt zu einem bornierten, weltfremden Menschen; die Motivation der übrigen Protagonisten bleibt völlig im Dunkeln, die Widersprüchlichkeit allen Handels wird kaum angerissen. Das Thema von Kleists Novelle: Darf man Unrecht begehen, um die Gerechtigkeit wiederherzustellen?, wird nahezu ignoriert, wodurch man beinahe übersieht, dass der Tod von Kohlhaas’ Frau oder etwa die Misshandlung seines Knechts lediglich Tropfen sind, die das Fass zum Überlaufen bringen.

Im Plot klaffen nicht wenige Logiklücken — bspw. bleibt großflächig im Dunkeln, wie es einem Pferdehändler mit einer Handvoll Knechte gelingen kann, eine Burg in einer mustergültigen Nacht- und Nebelaktion zu erobern — und unangenehm aufstoßende Handlungssprünge — in einer Szene wird Kohlhaas’ Knecht geräuschvoll von Hunden zerfleischt, scheinbar einen Handlungstag später steht er mit oberflächlichen Wunden vor der Kamera — verwirren den Zuschauer sehr.

Andererseits muss der Zuschauer wohl froh sein, dass in diesem Streifen so wenig gesprochen wird: Denn die Übertragung ins Deutsche ist fürchterlich, was das Filmvergnügen weiter schmälert. Wo hat man die Gestalten aufgegabelt, die ‚Michael Kohlhaas‘ synchronisierten? Ich muss manchmal die Lautstärke richtig aufdrehen, um die wenigen Dialoge zu verstehen, so arg, wie darin gekrächzt und genuschelt wird.

Das Spiel ist überdurchschnittlich, in manchen Rollen etwas bemüht; trotz der hochkarätigen Besetzung (neben Mads Mikkelsen u.a. Bruno Ganz als Gouverneur) bleibt alles in allem jedoch oftmals ein schaler Nachgeschmack. Im Gegensatz zu vorherigen Rezensenten empfand ich die Ausstattung als angemessen und ansprechend. Regie und Schnitt sind routiniert–unauffällig. Die grandiosen Landschaftsaufnahmen entschädigen wenigstens ein bisschen für die profunden Schwächen des Films.

Fazit: ‚Michael Kohlhaas‘ kann sich nicht entscheiden, ob es Unterhaltungs- oder Arthouse-Film sein will. Was hätte man mit dieser Besetzung, mit Nachbesserungen hier und dort nicht alles erreichen können? Ich gebe 1 Stern für den Hauptdarsteller, weniger als 1 Stern für den Film. → ▌2/5▐
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