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Kundenrezension

94 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Dich zu sehen, Dich zu spüren, Dich einzuatmen...!", 5. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Blau ist eine warme Farbe (La vie d'Adèle, chapitres 1 & 2) (DVD)
Wenn es ein Werk gibt, das dem Kinozuschauer den Wunsch auf grosses bewegendes, vor allem menschliches Kino uneingeschränkt erfüllt, dann ist es diese dreistündige filmische Sternstunde.
"Blau ist eine warme Farbe" ist ein langer Film.
Drei Stunden, so meint man vielleicht, könnten doch leicht zu eventuellen Längen führen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Das erschütternde ,intensive Liebesdrama könnte auch noch ruhig länger dauern.
Zu sehr ist der Zuschauer mit jeder Facette seiner Emotionen in die kleine und doch so grosse Liebesgeschichte eingetaucht, zu sehr hat die überragende Inszenierung jede Empfindung zum Klingen gebracht.
Schwelgerisch ist Abdellatif Kechiches Filmopus. Schwelgerisch in jeder Nahaufnahme.
Sanft und gleichzeitig so herzzerreisend kraftvoll zeichnet er kleinste Stimmungen, filigrane Gesten und Verunsicherungen in den intimen Grossaufnahmen von Augen, Mündern, von verhuschten Blicken und dann wieder leidenschaftlichen Ausbrüchen.
Die suggestive Kamera umfährt, umschmeichelt zärtlich jeden Körper, und jede Umarmung, läßt die Doppeldeutigkeit hinreissender Dialoge aufblitzen, entlarvt Widersprüche zwischen Denken und gesprochenem Wort, kreiert selten im Kino gesehene vollkommen selbstverständlich sinnliche Bilder von Nacktheit, Erregung und sexueller Vereinigung.
Es ist die alltäglichste und gleichzeitig elementarste Geschichte, die ein Mensch fähig ist zu erleben.
Kein martialisch donnerndes Actiongewitter, keine Krawumm-Story, die die Kinoleinwände in großer Zahl überfluten ;dieser Film handelt in leiser, bewegender, bestürzend realistischer Weise vom der Liebe und Leidenschaft, der ewigen Sehnsucht ,die wie eine sanfte, noch leise, filigrane Melodie zwischen zwei Menschen wunderbarerweise zum Erklingen kommt, die zu einer grossen wilden Sinfonie aus Lust, Hingabe, Verzückung von Höhepunkt zu Höhepunkt eilt
und die doch so bitter, von verhängnisvollen Dissonanzen aus dem Gleichklang gebracht, in grossem Schmerz, Tragik und sellischer Höllenqual endet.
Eine alltägliche Geschichte und doch für jeden einzelnen tiefschürfend.
Die 15jährige Schülerin Adele (eine beispiellos bewegende Schauspielleistung : Adele Exarchopoulos) erlebt das was alle adoleszenten Jugendlichen umtreibt: Veränderungen des Körpers, Erwachen der Sexualität, erste schüchterne Freundschaften, Gruppendynamik, Liebesbeziehungen.
Doch sexuelle Erfüllung und Glück findet sie mit einem Mitschüler nicht.
Irgendetwas fehlt ihr in der Beziehung zum gleichaltrigen Thomas.
Drei Jahre später lernt sie die lebensfrohe, unkomplizierte Kunststudentin Emma kennen (Lea Seydoux).
Blau ist eine warme Farbe, und so wird ihr als erstes ihre blaue Haarsträhne auffallen, bevor sie allmählich mehr Gefühle für die junge Frau entwickeln wird.
Wie unglaublich authentisch hier der Film jede Dialogzeile, jeden Blick, jede langsame Annäherung und jedes schüchterne Zurückweichen inszeniert ist so atemberaubend, daß es schwer fällt es in Worte zu fassen.
Jede einzelne Sequenz spigelt schon nicht mehr nur die Emotionen wider, sie macht sie zu unseren eigenen Empfindungen, läßt die Leinwanddistanz zwischen Adele und uns Zuschauern aufheben.
Eine unfassbare Leistung des Films in jeder Sekunde erspürbar zu machen, was für ein Gedanke jetzt der Protagonistin durch den Kopf geht.
Adele ist in in vielen Assoziationen, im empathischen Empfinden auch wir selbst.
Denn das Erspüren, das hoffnungsvolle Erflammen, das wilde Glück der Vereinigung, die langsam nicht begreifbare Entfremdung, der Schmerz über Verlust ist universelles Erleben von sicherlich jedem Zuschauer.
So ist uns Adele immer ganz nah, läßt uns eigene Liebes-Erlebnisse reflektieren.
Adele und Emma beginnen eine leidenschaftliche Liebesbeziehung voller erfüllter Erotik, inniger Verbundenheit über alle Grenzen hinweg.
Weniger erscheint mir Abdellatif Kechiche an der Tatsache der gleichgeschlechtlichen Liebe interessiert, die natürlich auch heute noch zumindest für Adeles Familie behutsam versteckt werden muß, mehr noch läßt der Regiseeur einfließen wie die Standesunterschiede und die verschiedenen Lebensperspektiven auch die grösste Liebe nachhaltig determinieren können.
Auf der eine Seite Elitebewusstsein der Kunstszene, der sich Emma angehörig fühlt, auf der anderen Seite Adele die ihren harten bodenständigen Job als Lehrerin jeden Tag meistern muß.
"Du solltest auch einmal anfangen deine Träume zu verwirklichen", mit dieser verbalen Grenzüberschreitung und Herabsetzung der Lebensrealität des geliebten Gegenübers beginnt die so schwebend ausschließliche Magie der Liebe ins Wanken zu geraten.
Das ist unglaublich bewegend, und erschütternd, zeigt doch Regisseur Kechiche vorher in selten gesehener Offenheit, bedinglunsloser Zärtlichkeit und lustvoller Verschmelzung wie tief die beiden Liebenden noch vor kurzem verbunden waren.
Eifersucht, Missverständnisse, betäubender tiefer Schmerz, gezeigt in jedem Zittern des Mundwinkels, jeder Träne, jedem verstörten Ausdruck.
Adele reagiert mit nagender Verlusangst.
Der Zauber der Verführung eingeholt von wenig erfüllenden Alltagssorgen um die Zukunft.
"ich habe mich so allein gefühlt", wird sie zitternd ihrer grossen Liebe Emma gestehen.
Doch es ist zwecklos. Die aus verletzten Gefühlen eingegangene kurze Affäre mit einem Kollegen wird ihre Beziehung in einer Kurzschlußreaktion fürs erste das Fundament entziehen..
Diese verbale letzte Auseinandersetzung, das Schreien, die plötzliche Erkenntnis der Aussichtslosigkeit, das Aneinander Vorbeireden, gegenseitige Beschuldigen zweier Menschen, deren Lebenswege mehr und mehr auseinanderdriften gehört zum schauspielerisch Spektakulärsten.
Realistischer kann man nicht spielen. Kann man hier noch von Darstellkunst sprechen ?
Diese Performance gerade der beiden Hauptdarsteller grenzt an Selbstaufgabe, ist an durchdringender erschütternder Wucht nicht zu überbieten.
Drei Stunden lang eine Tour de Force der Gefühle, ungefiltert, schonungslos, reissen sie den Zuschauer mit.
Jeder zarte Kuss, jede sexuelle Exstase, jede Berührung von Händen, Wangen, Mündern, jedes kleinste Erschauern auf sinnlicher Haut, wird nackt und unverstellt, berauschend, dann wieder unsagbar desillusionierend und traurig, wenn am Ende jedes Gefühl tot zu sein scheint, auf den atemlosen Zuschauer übertragen.
Die Liebe eine Himmelsmacht, und ihr Erlöschen die ewige Verdammnis.
Von nicht weniger handelt dieses Epos.
Unfassbar eindrucksvoll durch hunderte kleine Details werden die verschiedenen Charaktereigenschaften des Paares herausgearbeitet.
Die Künstlerin Emma , die selbstbewusst ihr Ziel eine grosse Bilderaustellung zu realisieren verfolgt, ihrer Karriere im Blick hat und dann die so menschlich unsichere, nach Liebe und Hingabe suchende Adele, die selbst noch nach Orientierung im Leben sucht, für einen kleinen Ausrutscher bitter bezahlen muß.
Wie stirbt eine Liebe? Mit den kleinsten scheinbar harmlosesten Verwerfungen.
Eine Künstlerparty Emmas bei der Adele mehr und mehr ins Abseits gerät, eher als Bedienung für die Gäste denn als gleichberechtigte Partnerin fungiert.
Hintergründig wird ihr demonstiert nicht unbedingt diesem scheinbar toleranten Gesellschaftskreis anzugehören.
Am Ende wird es wie ein höhnisch erschütterndes, unendlich trauriges, letztes bitteres Fanal ihr einst in grosser Intimität und Vertrauen gemaltes Aktporträt sein, das Emma zur bewunderten Künstlerin macht und das nun wie ein erstarrte Reliquie aus einer Zeit tiefster Verbundenheit von allen Besuchern seelenlos begafft und der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird.
"Blau ist eine warme Farbe" eben auch ein zutiefst desillusionierender und auch in letzter Konsequenz gnadenloser Film.
Wie so oft auch das wahre Leben keine Gnade oder zweite Chance auf ein Happy End kennt.
Fazit: Mit an Selbstaufopferung grenzender Wucht authentisch inszeniert, mit jeder Faser des Herzens vom Zuschauer erlebt und erspürt.
Wenige Filme gibt es die schmerzhaft die Herzen öffnen und gleichzeitig ob ihrer erhabenen Schönheit glückselig machen. Dieses einmalige Kinoerlebnis ist einer davon.
Vielleicht das Schönste, was das vergangene Kinojahr zu bieten hatte.
Wen wundert es, daß solche Poesie natürlich wieder einmal nur aus Frankreich kommen kann.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.03.2016, 00:06:14 GMT+1
Hallo men bester Zauberer,
ein Filmereignis, wie man es selten sieht, und eine Leistung besonders von Adèle Exarchopoulos, die einem den Atem
raubt. Ihre Rolle gibt einfach noch etwas mehr her als die von Léa, und so finde ich es weise von der Jury, beiden die Palme zu verleihen.
Neben der Streitszene hat mich besonders die Szene mit dem ersten richtigen Kuss beeindruckt. Was wir allein in der Szene an Gefühlen wie Liebe, Angst, langsames Mutfassen und dann die scheinbare Initiative von Adèle sehen, während man bis auf einen kurzen Augenblick sieht, dass Léa bestimmend ist, das ist Schauspielkunst vom Besten.
Noch ganz begeistert über eines der tollsten Filmerlebnisse meines Lebens
Doc Halliday

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2016, 08:57:03 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 09.03.2016, 08:58:58 GMT+1
RUMBURAK meint:
Ein WAHNSINNSFILM lieber Doc und wie stimmt es mich froh, dass er dir auch so gut gefallen hat. So hautnah, atemberaubend, unmittelbar in einer schauspielerischen Glanzleistung drei Stunden mitzureißen, da fällt es schwer in der Filmgeschichte Vergleiche zu finden.
Zweimal habe ich ihn bisher geschaut, ich glaube bald ist er ein drittes Mal dran. Es wird ja auch Frühling und irgendwie ist das ein Frühlingsfilm , findest du nicht ?!
Einen schönen Tag für dich, Rumburak
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