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Kundenrezension

Wenn die Frage des Buchtitels weniger ausführlich beantwortet wird, als ich meinte, ist das für die meisten Leser nur gut. Denn schließlich halten wir uns lieber auf Praxisfeldern als in Theoriegebäuden auf. Wer also seinen Acker der Verführung neu bestellen und einen höheren Ertrag will, ist bei Christian Mikunda an der richtigen Adresse. Auch weil seine Arbeit so erfolgreich ist, dass er vor lauter Anfragen gar nicht dazu kommt, sich komplizierte Modelle auszudenken, die dem neuen universitären "Bologna-Geist" gerecht werden, prüfungstauglich sind und weiterhin an das fiktive Bild vom vernünftigen Menschen glauben. In diesem Buch geht es um Verführung. Und wer diese Tätigkeit als Handwerkskunst des Teufels sieht, muss eine gehörige Portion Toleranz mitbringen, um an der Lektüre Spaß zu haben. Um Moralapostel eventuell trotzdem ins Boot zu holen, operiert Christian Mikunda geschickt mit den 7 Todsünden. Dass ein Sünder gleich zur Hölle fährt, wenn er hochmütig, geizig, genusssüchtig, zornig, selbstsüchtig, neidisch oder träge ist, gehört allerdings zu den vielen Legenden und Mythen rund um diese Kategorisierungen. Und gerade im Zusammenhang von Mikundas Buch ist es besonders interessant, dass es nach der katholischen Lehre den freien Willen und das volle Bewusstsein braucht, um eine schwere Sünde begehen zu können.

Betrachten wir den kirchengeschichtlichen Hintergrund, ist es mehr als nur erlaubt, die sieben Todsünden in einem größeren Kontext zu sehen. Oder als menschliche Verhaltensmuster, die sowohl negativ als auch positiv gesehen werden können. Und genau das macht Christian Mikunda, wenn er die sieben Hauptsünden auch als Geburtsstätten für Glory, Joy, Power, Bravour, Desire, Intensity und Chill sieht. Diese Hochgefühle haben in jedem Menschen einen Sitz, den wir bis zu einem gewissen Grad dank neurowissenschaftlicher Erkenntnisse sogar ausmachen und beschreiben können. Vor allem wissen wir heute mehr darüber, wie wir starke Gefühle auslösen, verstärken und festigen können. Und wir kennen auch einige der Rezepturen für besonders attraktive Gefühlscocktails.

Nachdem Christian Mikunda die sieben Hochgefühle beschrieben und mit ersten Beispielen veranschaulicht hat, nähert er sich jedem einzelnen an, übersetzt seine Eigenschaften in die Sprache der modernen Psychologie und zeigt sie vor allem in Aktion. Wie jede Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Metaphern des Alltags, bietet auch die Arbeit von Christian Mikunda unzählige Angriffsflächen, an denen sich Kritiker reiben können. Aber die vorgestellten Beispiele, von denen viele durch Bilder an zusätzlicher Aussagekraft gewinnen, sind so einsichtig, dass sich deren Ablehnung nur mit der Verteidigung des eigenen Glaubensmodells erklären lässt.

Wer den Ausführungen des Autors aufmerksam folgt, wird es nicht für Zufall halten, dass er vor seiner Tätigkeit als Gestalter von Erlebniswelten als Dramaturg Erfolg hatte. Denn letztlich geht es bei jeder guten Inszenierung um das Erzählen einer starken Geschichte, womit sich der Kreis zur Bibel und zur Kirchengeschichte wieder schließt. Selbst wer Mühe mit dem Vergleich hat, muss akzeptieren, dass wir von der Erfolgsgeschichte des Christentums lernen können, was Menschen anzieht oder abstößt, wie Sehnsüchte geweckt oder gestillt werden, was Begierde weckt oder beruhigt.

Christian Mikunda lehrt als Dozent und Gastprofessor an verschiedenen Universitäten, gehört aber nicht zu den Experten, die ihren Wissensschatz so umständlich öffnen und präsentieren, dass die Umstehenden eher von Schwindelgefühlen als von Freude ergriffen werden. Wie ich bei einem gemeinsamen Auftritt selber erleben durfte, ist der österreichische Marketingexperte frei von akademischem Dünkel, offen für Meinungen seiner Berufskollegen und dankbar für jede Anregung, die seine Lehr- und Lernexpeditionen weiterbringen. Diese selten gewordene Haltung eines Forschenden spürt auch der Leser dieses Buches, was dazu anregt, Christian Mikunda zu folgen, ohne die eigene Autonomie zu verlieren. Vorausgesetzt wird lediglich, dass man sich dazu verführen lässt, eigene Denkmodelle in Frage zu stellen und sich auf die Kunst der Inszenierung einzulassen.

Mein Fazit: Der Leser spürt unschwer, dass ich den Autor dieses Buches bewundere und schätze, seine Arbeit als hohe Handwerkskunst betrachte und viel von ihm gelernt habe. Welche Begriffe man den Ordnungsmustern des Unbewussten letztlich zuteilt, ist unwesentlich. Hauptsache man glaubt daran, dass der Mensch kein rationales Wesen ist, sondern von Gefühlen und erlebten Geschichten geleitet wird.
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