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Kundenrezension

am 28. Januar 2013
Wer ob des Titels ein weiteres Buch erwartet, welches sich ausschließlich um Kirchensteuern, Grundbesitz und Pfründe der großen Kirchen bewegt, sieht sich schon zu Beginn der Lektüre und bei den ersten Blicken ins Buch angenehm enttäuscht.

Unter „hohen Nebenkosten“ ist, im Sinne der Autorin, nicht nur zu verstehen, dass die großen Kirchen als zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland fungieren und nicht nur, dass die großen, verfassten Kirchen in diesem Zusammenhang auch mehr und mehr Einnahmen durch Refinanzierungen generieren (was sicherlich eine Rolle spielt und im Buch von Eva Müller aus fundiert und sorgfältig recherchiert dargelegt wird). Unter „Nebenkosten“ ist vor allem auch „zu verbuchen“, wie sehr und wie viele Menschen von leicht bis bitter enttäuscht sich wiederfinden, so sie mit den „Formalia“ der Kirchen aneinandergeraten. Und eben auch in Form solcher zermürbender Erfahrungen „zahlen“.

Formalia, die, das wird eindeutig und klar herausgestellt durch Eva Müller, tatsächlich nicht nur in den „inneren Werten“, sondern auch im ganz offiziellen, rechtlich formalen Vollzug eine Art „Sonderwelt“ in der Gesellschaft Deutschlands darstellen.
Eine Welt, in der kompetente Mitarbeiter, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit nichts haben zuschulden kommen lassen, aufgrund „privater“ Entscheidungen entlassen werden können. Und das anscheinend in einer „Gleichstellungs“- und Antidiskriminierungsgesellschaft“ völlig im Einklang mit geltendem, bürgerlichem und öffentlichem Recht.

Da zieht die geachtete und hoch geschätzte Kindergartenleiterin eines katholischen Kindergartens privat mit einem Mitglied des Kirchenvorstands in „eheähnliche“ Gemeinschaft und wird umgehend gekündigt. Aufgrund dieses privaten Weges.

Damit aber nicht genug, dies ist ja nur der „Aufhänger“, der Beginn des Buches, das in Form einer Reportage nun einerseits den Weg der Interessensgemeinschaft der Eltern nachzeichnet (die ihre Leiterin wieder haben wollen, bis dahin, den Kindergarten aus der Trägerschaft der katholischen Kirche zu lösen), mitsamt deren „Kampf gegen Windmühlen“ und vor allem ignoranter „Buchstabenauslegung“ mittelalterlich anmutenden Kirchenrechts durch den konkreten Kirchenvorstand samt Pfarrer der Gemeinde.
Andererseits nutzt Müller den roten Faden dieser konkreten „Geschichte aus dem Leben“ um sachlich und unaufgeregt, mit fundierten Zahlen unterfüttert, diese „Parallelwelt“ Schritt für Schritt aufzuzeigen. Und dabei auch mit der ein oder anderen Mär vom (gerade auch finanziellen) „Einsatz“ der Kirchen aufzuräumen.

Durchaus erhellend stellt der Leser fest, dass die großen Kirchen in Deutschland Zug um Zug ihre eigenen Investitionen in die soziale Arbeit und den Unterhalt von Kindergärten zurückgefahren haben, mehr und mehr (auch über eigentlich gesetzte Grenzen hinaus) öffentliche Gelder zugeführt bekamen und bekommen. Mit dem sanften Nachdruck, das man „ansonsten die Einrichtung eben schließen oder in kommunale Obhut alleine zurückgeben müsse“. Immer wieder von der Schilderung begleitet, wie die Initiative der Eltern in Fragen ihrer Kindergartenleiterin „abgebügelt“ wird.

Einerseits also, salopp formuliert, wird die Hand weit aufgehalten für eine Finanzierung aus öffentlichen Geldern, aus Steuern und damit aus der Gesellschaft heraus , anderseits wird sich energisch dagegen verwehrt, dass moderne Werte eben dieser Geldgeber oder deren Interessen an einer vor allem kompetenten Mitarbeiterschaft einen Einfluss auf „innerkirchliche“ Vorgänge haben dürften. Was im Übrigen, wie das Ende der Geschichte zeigt, nicht nur für die ( eher im Mittelpunkt dieses Buches stehende) katholische Kirche gilt.

„Bislang gibt es in Deutschland kein Gerichtsurteil, das das besondere kirchliche Arbeitsrecht grundsätzlich anzweifelt“.

Eva Müller legt hier sicher nicht das einzige Buch zum Thema vor. Eine Vielzahl von Auseinandersetzungen mit der öffentlichen Finanzierung, dem Umgang mit Finanzen, Ressourcen und Mitarbeitern und der „ganz eigenen Gesetzgebung“ der Kirchen in Deutschland hat es schon gegeben.
Beeindruckend aber ist an diesem Buch die durchgehaltne konkret Geschichte, die von Anfang bis Ende erzählt wird und an deren Verlauf die hinzutretenden Fakten ein fassbares und stimmig verknüpftes Bild einer „Parallelwelt“ im öffentlichen Recht ergeben.

Ein wichtiges, im Stil flüssig zu lesendes und fundiertes Buch.
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