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Kundenrezension

am 12. September 2013
Es ist nicht ganz leicht, den Inhalt des Buches, welches der 3. Teil des 11teiligen Romanprojekts „Ortsumgehung“ ist, angemessen zu beschreiben. Vorneweg ist zu sagen, dass man nicht zwingend die ersten beiden Bücher gelesen haben muss, um mit "Der Straße" etwas anfangen zu können.
Mittlerweile ist der Protagonist Andreas, den man aus „Das Zimmer“ und „Das Haus“ kennt an der Schwelle zur Pubertät. Noch staunt er über die große Schwester, die sich zusammen mit ihren Freundinnen kichernd das eigene Geschlecht zu eigen macht und sich nach den in Bad Nauheim stationierten GIs sehnt, die die große weite Welt verheißen, die natürlich weitaus besser erscheint als die gegebene. Dann gibt es die Väter und Mütter, die ihre Töchter möglichst lange vor sexuellen Aktivitäten bewahren wollen, indem sie etwa als Gruppe versuchen, einen Exhibitionisten zu fangen oder durch ihre Präsenz in Wohnzimmer die Zweisamkeit der beiden jungen Verliebten „schlimmeres“ unterbinden. Aber auch die Familienväter sind nicht frei von der Anziehungskraft der jungen Mädchen, was in gewisser Weise ja völlig normal ist. Unheimlich wird es, wenn von den "Hexenhausmännern" die Rede ist, die den Jungen nachstellen und sie nach der Schule in ihre stickigen Stuben hereinbitten. Wie und was da passiert, bleibt ungesagt, aber es entsteht im Leser eine Beklemmung – eben jenes Gefühl, dass die Jungen gehabt haben müssen, auch wenn ihnen vielleicht nichts schlimmeres passiert ist. Die Rede ist weiter von einem Austauschschüler John, der sich als eine Art nerviges Riesenbaby präsentiert, was jedoch aufgrund seiner tragischen Geschichte verstehbar wird. Am Ende taucht der alte Adomeit auf, den man bereits von "Wäldchestag" kennt und von dem man hoffentlich auch im 4. Teil zu lesen bekommt.
An vielen Stellen ist das Buch heiter, etwa wenn Andreas Maier darüber sinniert, dass man Petting vielleicht nur gemacht habe, weil es in der Bravo so stand oder etwa die Episode, wie die Familienväter sich gruppieren, um einen Exhibitionisten dingfest zu machen. Diese Heiterkeit ist nie frei von Schmerz, relativiert und beschönigt diesen auch nie, was mir sehr gut gefällt.
Andreas Maier schreibt ruhig und präzise die jeweiligen Innenleben der Menschen, ohne sie zu ver- oder beurteilen. Die Gefühle entstehen im Leser genauso wie bereits vergessene Erinnerungen und Bilder aus der eigenen Kindheit. Das macht das Buch für mich zu einem sehr kostbaren Stück Literatur, in dem das unschuldige Sehnen Tür an Tür ist mit der Maschinisierung der Lust – die Schmetterlinge im Bauch einerseits und die „Praline“ andererseits.

Abschließend ist zu sagen, es ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein sehr gutes Buch, das zwar in der Wetterau in den 70er Jahren spielt, aber definitiv kein Wetterau- oder 70er Jahre-Roman ist. Denn wie Andreas Maier an anderer Stelle geschrieben hat: „ die Wetterau ist die ganze Welt“ - die Menschen sind ja hier wie da die gleichen. Dasselbe gilt auch für die Themen und die Zeiten. Man gewinnt den Eindruck dass Andreas Maier seinem Anliegen, dass Literatur um Wahrheit bemüht sein soll (siehe „Ich. Poetikvorlesungen“), äußerst nahe kommt. Ich jedenfalls freue mich sehr auf die Fortsetzungen!
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