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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 20. August 2010
Elfmeter in der 89. Minute. Spielstand Unentschieden und somit die großartige Chance, dieses wichtige Spiel kurz vor Schluss mit einem Strafstoß zu entscheiden. Was braucht der Schütze jetzt? Glück, Nerven, Können oder Taktik? Wahrscheinlich von allem ein bisschen, aber ein gewisses Plus strategischen Wissens würde der Sache noch besser tun. Auch wenn der Spieler hinterher sagen wird, dass er einfach aus dem Bauchgefühl heraus in die richtige Ecke geschossen hat und so das Spiel letztlich entscheiden konnte, gibt es im Fußballuniversum ein paar wichtige Statistiken, die aufhorchen lassen und die Spieler wie Trainer, Funktionäre wie Schiedsrichter umdenken lassen sollten. Klar, Spiel ist immer noch Spiel und zweimal Elf treten gegeneinander an. Aber sonst?
Christoph Biermann hat das getan, was schon lange notwendig war. Er hat sich auf eine sehr intensive und ergiebige Reise in den Kosmos des runden Balles gewagt, und sich dabei quantitativen Gesetzmäßigkeiten angenähert, die in jeder amerikanischen Sportart seit eh und je zum festen Taktik-Repertoire gehören. Wer einmal ein Baseballspiel gesehen hat und sich wunderte, warum im letzten Inning gleich vier Werfer vom Trainer aus- und eingewechselt worden sind, kann den Zusammenhang schon besser nachvollziehen. Der Baseballcoach wusste nämlich, dass Werfer Eins nur bei rechtshändigen Schlagmännern, die bevorzugt schnelle Bälle schlagen, zu gebrauchen ist. Kommt ein anderer Schlagmann, brauchst du einen anderen Werfer. Die Statistik sagt zumindest, dass dessen Erfolgsquoten für ein Strikeout acht Prozent besser sind. Und diese acht Prozent reichen aus; schließlich ist die Wahrscheinlichkeit höher und das Spiel nicht nur monetär ungemein wichtig. Dass dies auch für Fußball gilt, sollte spätestens nach der Über-WM in Deutschland 2006 jedem klar sein.
So hat Biermann sich also umgeschaut: bei Datenbank-Spezialisten, in Mailänder Wunderlaboratorien, bei Trainerfüchsen wie Rolf Rangnick oder Felix Magath, natürlich in Amerika und da beim zahlenbesessenen Baseball (siehe oben) oder bei Wettprofis, die alle Berechnungen für Sieg, Niederlage oder Unentschieden vor sich haben. Und natürlich auch bei der Arithmetik des Elfmeterschießens. Und siehe da, es gibt Hinweise, dass die alte Regel, Geht's raus und spielts Fußball, überkommen zu sein scheint. Es ist an der Zeit für ein, Wir gehen raus und treffen auf die Stärken und Schwächen des Gegners, die wir am besten so und so knacken. Elfmeter, die nach rechts geschossen werden, sind fast doppelt so oft im Tor, auch wenn der Keeper die richtige Ecke ahnt, als diejenigen, die nach links geschossen werden. Warum? Weil die meisten Torhüter Rechtshänder sind und somit auf ihrer schwachen Seite trotz Vorahnung nicht immer zugreifen können. Damit kann man doch was anfangen, oder nicht?
Natürlich gibt es das perfekte Spiel und auch die perfekte Berechnung nicht. Aber es gibt die Möglichkeit sein Siel zu optimieren, taktische Meisterleistungen anhand erfasster Daten in das Spiel zu integrieren. Wer heutzutage Fußball im Fernsehen schaut, kann das Verschiebe, das nicht umsonst an Schach erinnert, sehr gut erkennen. Jeder Spieler hat seine Position, seinen Radius, seine Aufgaben und somit sein eigenes statistisches Universum. Wer darauf nicht eingehen kann, hat keine Chance mehr aufgestellt zu werden. Wer wissen will, worauf es dabei besonders ankommt, welche Statistiken wirklich wichtig, und welche zu vernachlässigen sind, sollte dieses Buch kaufen.
Die Lektüre hat einen weiteren Vorteil: sie ist kurzweilig, die Kapitel klein und bekömmlich, der Schreibstil flüssig, die Bewunderung für das Spiel spürbar genau so wie die Objektivität des Journalisten sichtbar. Am Ende bleiben die Unwägbarkeit und die Euphorie für die unverwechselbare Flexibilität und Überraschung, die der Fußball bietet. Aber davor gibt es Vieles zu erkennen, zu berechnen und zu bestaunen. Die cartesianische Matrix der Welt ist als Spezialfall an die Seite gedrängt worden, die Relativität und Konstruktivität haben die Führungsrolle eingenommen. Aber auch hier ist es nicht verkehrt, ab und an den Gesetzen der Schwerkaft zu folgen.
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