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Kundenrezension

am 16. August 2011
Selten habe ich ein Zen-Buch gelesen, in dem so wenig Zen zu finden war wie in diesem. Der Autor ist studierter Philosoph (Heidegger-Spezialist) und Katholischer Theologe - und genauso ist auch dieses Buch geworden. Absolut intellektuell, sehr theoretisch, geradezu blutleer erschien es mir. Der Autor ist zweifellos äusserst belesen und philosophisch sehr bewandert, und so tauchen in dem kleinen Buch auch Kant, Fichte, Hegel, Leibnitz, Nietsche und vor allem natürlich auch immer wieder Heidegger auf - nur Zen kommt leider irgendwie seltsam zu kurz. Hier wird auf eine Weise intellektualisiert, wie Zen es eigentlich völlig ablehnt. Der Autor vergleicht vor allem die westliche Philosophie (was seine Domäne ist) mit allgemeinen Zen-Schlagworten wie "Leere", "Religion ohne Gott"... usw., ohne wirklich fassbar machen zu können, worum es im Zen eigentlich geht. Zudem scheint einem das Buch von der Sprache her mindestens 50 Jahre alt zu sein, tatsächlich ist es aber im Jahr 2002 erschienen. Und wenn es denn einmal um Zen geht, hört es sich so an:

"Der erleuchtete Geist ist der blühende Baum. Satori ist das Andere der "Selbstichkeit", das Andere der "Innerlichkeit", das jedoch keine "Äusserlichkeit" oder "Entfremdung" bedeutet. Überschritten wird vielmehr die Unterscheidung von "Innen" und "Aussen". Der Geist ent-innerlicht sich in eine In-Differenz, ja ins Freundliche."

Ein Zen-Meister würde jemandem für solch einen Satz wohl eine schallende Ohrfeige verpassen und hoffen, dass der Urheber dadurch "erwacht".

Schade. Die Philosophie des Zen gäbe so unendlich viel her, aber hier wurde das in meinen Augen wirklich verpasst.
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