Sale Sale Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle MusicUnlimited BundesligaLive 20% Extra Rabatt auf ausgewählte Sportartikel

Kundenrezension

NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 16. September 2013
Hauptberuflich ist der Autor dieses Buches weder Journalist noch Schriftsteller. Der Verfasser des internationalen Bestsellers „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ studierte laut Vita Französisch, Deutsch, Philosophie, Rechtswissenschaft und Kunstgeschichte und leitet seit 2002 das Britische Museum. Ich erwähne das, weil er mit seinem Bildungsrucksack auch im neusten Buch beeindruckt. Obwohl anzunehmen ist, dass er etliche Recherchen delegieren darf, ist es doch erstaunlich, wie viel Wissen er in seine Publikationen packen kann. Aber das macht er so elegant, dass er seine Leser nicht mit Fakten und Daten erschlägt.

Weit verstreutes Wissen zusammenzutragen und in eine überschaubare Ordnung zu bringen, ist zwar eine Leistung, kann aber den Erfolg seiner Bücher nicht erklären. Seinem Publikum gefällt offenbar der Ansatz von Neil MacGregor, verschiedensten Objekten seine Stimme zu leihen und sie auf die Bühne zu holen. Auch wenn er nicht der Erfinder dieses Konzepts ist, darf er für sich in Anspruch nehmen, es perfektioniert zu haben.

Nachdem die Geschichte der Welt schon erzählt ist, muss er zwangsläufig kleinere Brötchen backen und sich auf Ausschnitte beschränken. In diesem Fall ist es die Welt Shakespeares und der Zuschauer seiner Stücke. „Welche Erinnerungen brachten sie mit, die sie alle prägten, welche Annahmen, welche Missverständnisse?“ Auf diese rhetorische Frage des Autors gibt dieses Buch interessante und oft unerwartete Anworten.

Über die Objekte sagt Neil MacGregor: „Es liegt eine merkwürdige Kraft in Dingen: Sie können, einmal von uns hergestellt, unser Leben verändern. Das ist eine Wahrheit, von der die großen Religionen der Welt wussten und die sie auch stets genutzt haben.“ Und nun nutzt sie Neil MacGregor, um seinen Leser die Welt des 16. Jahrhunderts und Shakespeares näher zu bringen.

Die Vorstellung beginnt mit einer Gedenkmedaille zu Sir Francis Drakes Weltumseglung. Die Reise löste vor 400 Jahren eine ähnliche Revolution aus wie die erste Umkreisung des Mondes durch ein benanntes Raumschiff. Denn beide Ereignisse haben unsere Wahrnehmung der Erde grundlegend verändert. Wie ruhelos die Welt zur Zeit Shakespeares war, wird dem Leser auch durch andere Objekte bewusst, die Neil MacGregor ihnen präsentiert. Und man versteht Hamlet besser, wenn man über die drängenden Fragen Bescheid weiss, die sich Shakespeares Publikum vor und nach dem Theaterbesuch stellte.

Dass früher im Theater gegessen, gesoffen und gejohlt wurde, ist schon lange bekannt. Aber Neil MacGregor stellt solche Beobachtungen immer in größere Zusammenhänge. Und wenn seine ausgewählten Objekte über Königreiche, Ritter und Adlige sprechen ergibt sich ein anderes Bild, wie wir es von Hollywood-Inszenierungen und Kitschromanen her kennen.

Europa war damals im Umbruch. Und vieles ging von den Städten aus, die von Zucht und Krawall geprägt waren. Die neue Wissenschaft stand der alten Magie gegenüber, der Reichtum einer dünnen Oberschicht der Armut des Bauernstandes und leichtere Sitten den traditionellen Gesellschaftsregeln. Und als am 26. März 1603 das lange Gefürchtete eintraf und Königin Elisabeth starb, erreichte die Ruhelosigkeit einer Nation ihren Höhepunkt. Und während es kaum eine Theaterszene von Shakespeare gibt, die nicht das Thema Zeit aufnimmt, wird die Pest ausgeklammert. Doch die Gewalt war so allgegenwärtig, dass sie auch auf der Bühne zur Darstellung kam. So werden in Shakespeares Stücken nicht weniger als 45 Mal Folter und Folterknechte erwähnt.

In Kapitel Zwanzig treten noch Objekt auf, mit denen Neil MacGregor zeigt, wie Shakespeare die Welt erobert. Danach folgt der Anhang mit den Beschreibungen der vorgestellten Objekte, den Anmerkungen, Abbildungsnachweisen und den Registern zu den Personen und Shakespeares Werken.

Mein Fazit: Es spricht nichts dagegen, ein erfolgreiches Konzept auf ein anderes Thema zu übertragen. Auch wenn eine Geschichte der Welt mehr Zuschauer anzieht als die von Shakespeare, wird auch Neil MacGregors neustes Buch sein Publikum finden. Denn Entdeckungsreisen in Form von Geschichten sind in der Regel spannender als in trockenen Fakten verabreichtes Bildungswissen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

4,5 von 5 Sternen
13
4,5 von 5 Sternen
29,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime