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Customer Review

on October 4, 2011
Der Film schafft es eine urkomische Komödie zu sein ohne sich über Behinderte lustig zu machen und gleichzeitig ernste Themen zu anzusprechen ohne auf die Tränendrüse zu drücken.
Die Situation der am Tourette-Syndrom leidenden Eva wird realistisch dargestellt,mit der Behinderung wird authentisch umgegangen.
Da ist wie im realen Leben vieler Beeinträchtigter einserseits die Normalität und der Rückhalt innerhalb der Familie,aber auch Ignoranz und Unverständnis bei Außenstehenden zu sehen.
Eva hat frühzeitig die Schule abgebrochen und sitzt jetzt ohne richtige Perspektive da,weil sie weder für einen ganz normalen Job noch für speziell an Behinderte gerichtete Angebote geeignet zu sein scheint.
Die Familie unterstützt sie zwar,jedoch sind Vater und Mutter sehr mit sich selbst beschäftigt und gehen mit Evas Tourette nicht immer richtig um.
So meint zum Beispiel Evas Mutter hinter vorgehaltener Hand,dass Eva sich etwas vormache wenn sie immernoch glaube,eines Tages eine Beziehung mit einem nicht-Behinderten führen zu können,sucht Linderung durch den Kauf überteuerter esoterischer Mittelchen und Talismane und in zahlreichen Vereinen aktiv.
Eva jedoch hat die Nase gestrichen voll von Organisationen,Selbsthilfegruppen usw. und vebringt ihre Tage am liebsten alleine mit dem Fahrrad im Wald,wo sie niemandem begegnen muss.
Die bittere Wahrheit,das sie niemals ein ganz normales Leben wird führen können belastet sie schwer und sie lebt sehr zurückgezogen.
Ihre psychologische Betreuerin hat für Eva nur hohle Phrasen übrig,sie müsse sich "weiterhin mit dem Lebensraum Schule konfrontieren" etc.
Evas Vater hat seine Arbeit im Autohaus verloren,verheimlicht dies jedoch vor der Familie,da er weiß wie wackelig die finanzielle Lage ohnehin schon ist.Statt zur Arbeit zu gehen setzt er sich heimlich in den Wald um Bewerbungen zu schreiben.
Frust rauslassen kann Eva nur bei ihrer exzentrischen Oma oder ihrem Onkel,der sich als wenig erfolgreicher Punkrocksänger durchschlägt.
Sie trifft fast der Schlag als ihr Vater der Familie eröffnet das er einen neuen Job in Berlin erhalten habe.
Eva will den Umzug um jeden Preis vermeiden,da schon das Leben in ihrem gewohnten Umfeld ihr Mühe bereitet und sie den vielen Missverständnissen und Demütigungen während der Schulzeit nicht erneut ausgesetzt sein will.
Die Vorstellung pausenlos alles von vorne zu erklären und überall für Irre gehalten zu werden,ist unerträglich.
Gemeinsam mit ihm überlegt sie sich einen Plan,wie sich sich aus ihrer misslichen Lage befreien kann und plant bei einer Castingshow groß durchzustarten.
Der Film nimmt zu Ende hin eine unerwartete Wendung,allerdings möchte ich hier nicht zu viel verraten.Jedoch ist nicht besagter Talentwettbewerbung der Schlüssel zum Glück.
Mich hat der Film sehr berührt.
Der für gewöhnliche Menschen nur schwer nachvollziehbare Lebensalltag Tourette-Betroffener wird dem Zuschauer ungeschönt und realistisch gezeigt.
Eva ist trotz der Behinderung ein ganz normales Mädchen das zwar sehr offen mit ihrer Situation umgeht und nicht mit ihrer Meinung hinterm Berg hält,aber durch jahrelangen Stress mit der Krankheit bedingt etwas mutlos geworden ist und nicht viel unternimmt um für sich selbst zu kämpfen.
Im Laufe der Handlung gelangt Eva jedoch zu neuem Selbstbewusstsein und schafft es sogar durch reine Willenskraft,in einer Szene die filmerisch extrem gut umgesetzt worden ist,ihre Ticks über einen langen Zeitraum vollständig zu unterdrücken.
Evas sarkastische Art mit der Behinderung umzugehen und die Art und Weise der Charaktere beflügeln die Handlung.
Alles in allem ein wirklich gut gemachter Film,der sich sehen lassen kann und zu Schade fürs Vormittagsfernsehen ist.
Etwas schade,als ich ihn im Kino gesehen hab waren nur 3 andere Menschen außer mir anwesend,dabei ist er auf ganzer Linie überzeugend und nicht verkitscht und verallgemeinernt wie so vieles andere auf diesem Themengebiet.
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