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Kundenrezension

29 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz "nettes" Charts-Album für Jedermann und Niemand, 20. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Blunderbuss (Audio CD)
Ach, wie ich das ewig infantile Posing von ihm hasse! Meine Güte, was ist dieser Kerl, der es als versierter Musiker und kompetenter Songwriter gar nicht nötig hätte, in seinen Videos peinlich. Das nimmt mir persönlich immer den halben Genuss an der Sache. Sein Videoclip für die Single "Sixteen Saltines", pseudo-hip und unfassbar narzistisch, ist derart abgedroschen und Jack Whites Posing so verkrampft, das ich nur "Hilfe!" schreien möchte. Nun, man kennt das schon aus dem überbewerteten Film "It Might Get Loud" (2010), wo er als Mister Ultracool im Trio mit Jimmy Page und The Edge (von U2) eine Jam Session auf dem Niveau einer Schülerband im Proberaum zuwege brachte und dabei dennoch als der beste der drei abschnitt.

Seit 15 Jahren bringt Jack White interessante Musik auf den Markt. Mit The White Stripes, mit den Raconteurs und mit Dead Weather, für die er sich jeweils exzellente Wegbegleiter heraus gepickt hatte, gab es echte Highlights. Klar, Jack White macht auch Schrott - "Another Way To Die" mit Alicia Keys hat klar gezeigt, wo seine Grenzen liegen und wo er auch korrumpierbar ist. Dieser Titel für James Bond aka 007 wollte ach so gern kommerziell und trotzdem cool sein, war's dann leider gar nicht.

Jetzt wird er mit seinem Soloalbum "Blunderbuss" in den Feuilletons als der nächste Mann, der endlich Farbe bekennt abgefeiert und darf sich sicher sein, dass er alles "richtig" gemacht hat. Eine bunte Wundertüte ist das Album, darin jeder Stil einmal hübsch bedient wird: Country-Folk, Blues, 70's Rock, Grunge, etc. pp. "Blunderbuss" ist ein für unsere Zeit typisches (Retro-)Album, das auf Anhieb gefällt - so wie die letzte der Black Keys, "El Camino" von 2011. Man legt's auf und dank Produzent Jack White persönlich geht einem alles runter wie Öl - eine runde Sache, und dabei rockt und zischelt und dröhnt es doch an allen Ecken und Enden. Wie schon Andreas Borcholte für den "Kulturspiegel" feststellte - hier gibt es von allem etwas. Wörtlich heißt es: "ein überladener Schaukasten voll funkelnder Glasperlen." Und in den USA vertritt man quietschvergnügt die hohe Theorie, dass sich Jack White mit seinen Projekten der letzten Jahre auf diesen "großen Moment" (Borcholte) habe "vorbereiten" wollen.

Äh, wie bitte? Jack Whites Leistung bestand doch gerade immer darin, dass er erfolgreich war, ohne dass er Kompromisse einging, ergo die White Stripes in die Charts brachte, die sich dafür nicht die Bohne anbiedern mussten, sondern schräg und einzigartig blieben. Seine Leistung bestand im Moment der Überraschung, wie etwa mit der Gründung von Dead Weather - einer Band mit Jack White am Schlagzeug, die dennoch eindeutig seine Handschrift trug. Seine Leistung war (und das trotz seines Posings...), stets den Eindruck vermitteln zu können, dass man ihn als Musiker weder durchschauen noch berechnen könne und das eine unerwartet spannende Idee schon hinter der nächsten Ecke darauf warte zu erscheinen.

Jetzt jubelt die Welt der Feuilletons über "Blunderbuss" - ein "tolles Album", das Jack White den Musiker und Songwriter endlich... berechenbar macht. Und damit haben alle Journalisten, die in diesen Chor einstimmen, leider Recht. "Blunderbuss" ist ganz sicher kein schlechtes (wenn eben auch beliebiges, aus Versatzstücken der Siebziger erstelltes Retro-)Rockalbum, es wird sich vielleicht (oder sollte ich sagen: sicher!?) erstklassig verkaufen, aber es macht aus Jack White nur einen weiteren Musiker durchschnittlichen Alternative Rocks, der damit in diese Schublade passt, in die er sich bisher nie hinein zwängen ließ. Dort liegt er jetzt neben Stephen Malkmus, J Mascis, Beck, Thurston Moore und anderen Legenden der Independent-Musik. Und macht ab und zu eine Platte, für die er mal mehr, mal weniger Schulterklopfen erhält - bis man ihn schlimmstenfalls so wenig braucht wie heute Paul Weller oder Nick Cave.

Andererseits: Wer in 15 rastlosen Jahren so viele Überraschungen in petto hatte wie er, wird wohl noch die eine oder andere aus dem Ärmel ziehen können. Hoffen wir mal!
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1-10 von 19 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.04.2012 10:07:16 GMT+02:00
Heiner meint:
Sehr gute Rezension,da kann ich Dir in allem zustimmen!!

Gruß Heiner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2012 10:16:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.04.2012 10:17:58 GMT+02:00
Da sage ich einfach: "Vielen Dank!" Ich höre ihn wirklich seit seinen frühen Tagen mit den White Stripes (ca. 2000) und habe
seit den Raconteurs befürchtet, dass irgendwann so ein Album kommt.

Veröffentlicht am 23.04.2012 14:14:13 GMT+02:00
Ich hab mir auf deine Kritik hin das Video angesehen. Da kann ich dir überhaupt nicht zustimmen. Was soll denn daran "infantil" sein? Oder "pseudo-hip"? "Narzisstisch"? Wenn du mich fragst, passt das Video einfach zu dem Song. Hör mal genau auf den Text. Jack White singt über (s)eine Teenage-Zeit. Der 90er Jahre/MTV/Wackelkamera Stil geht doch gut mit dem Text einher. Normalerweise kommt mir immer die Galle hoch, wenn Text/Video/Musik nicht übereinstimmen, aber diesmal passt es. Es passt sogar so gut, dass ich mich genötigt fühle dieses Kommentar zu verfassen!
Was du mit narzisstisch meinst, verstehe ich nicht. Jack White setzt sich doch überhaupt nicht in Szene...? Wahrscheinlich präferierst du Musikvideos, wie das Video, das Jim Jarmusch für The Racounteurs gedreht hat (Steady As She Goes). Da hat er ein paar Kühe abgefilmt und die mit ein paar Bandaufnahmen übereinander geschnitten. Dazu noch ein paar Mal Shutter-Effect und die Qualität einer 15 Jahre alte Videokamera. Ja, das hatte Stil, oder war es doch pseudo-hip? Aber es müssen doch nicht immer Kühe in einem Musikvideo vorkommen damit es zu Jack White passt? Oder doch?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2012 14:37:53 GMT+02:00
Peter Müller meint:
Ja, Chapeau und Danke!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2012 14:44:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.04.2012 14:46:16 GMT+02:00
Das mit den Kühen, ich kenne das Jarmusch-Video, ist ein witziger Vergleich, der gefällt mir in dem Zusammenhang. Nee, es müssen nicht immer Kühe sein, das ist gar nicht mein Anliegen, auch mit dem Stil des Videos, Handkamera (etc.), habe ich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil!

Aber Jack White als Rockstar, so meine Wahrnehmung und das nicht zum ersten Mal, inszeniert sich hier einmal mehr als der obercoole tragische Held. Und er macht es, zumal ja kein Schauspieler, einfach nicht gut. Ich empfinde seine Art der Selbstdarstellung wie oben beschrieben - distanzlos pathetisch. Auch die gewählten "Images" als Metaphern erachte ich (gerade im Zusammenhang mit dem Songtext!) als wenig originell. Der Mann wirkt auf Zelluloid / Video (grundsätzlich) immer angestrengt darum bemüht, mir seine "Coolness" aufs Auge zu drücken. Dadurch erscheint er aber leider nicht cool sondern verkrampft, v.a. auch bei "It Might Get Loud".

Ich mag Coolness bei Musikern grundsätzlich: Robert Pollard, Mark E. Smith, Iggy Pop, Jim White, Tex Perkins oder J Mascis sind alle irre cool. Aber die sind's einfach, zack und aus! Denen nehme ich das ab. Die müssen auch nicht immer so gespreizt dafür auftreten. Ich denke, so eine Wahrnehmung ist letztendlich subjektiv. Ich habe mir das Video zu "Sixteen Saltines", kein übler Song, zwei Mal angeschaut und fand ihn, Jack White, als Akteur kaum zum Aushalten. Ob das zum Song "passt", war gar nicht die Frage für mich. Meine Haltung ist einzig und allein: Jack White ist ein Poser, dem ich seine Attitüde/n nicht abkaufe. Weil ich ihn zugleich für einen exzellenten, schätzenswerten Musiker/ Songwriter halte, nervt es mich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2012 15:44:04 GMT+02:00
Danke für deine Erklärung. Ich kann nachvollziehen, warum du so denkst. Sich nicht inszenieren zu müssen ist sicher ein Bonus. Nur allzu viele Musiker übertreiben es mit ihrem Image, oder den Versuchen eine derartige Illusion zu schaffen.

Dennoch würde ich Jack White diesen Rang nicht absprechen. Man kann ihn sehen wie man will, aber dass er ein wahrhaftiger Musiker ist, steht außer Frage. Er schreibt seine Musik selbst, ist stetig bemüht neue Arbeiten zu veröffentlichen und bietet noch dazu viele Live-Shows. Ergo, der Mann lebt für die Musik. Ob nun die Plattenbosse zu ihm meinen, er müsse ein Aufsehen erregendes Video produzieren ist nebensächlich. Aber, wie ich finde, durchaus positiv. Warum sollten die wahren Musikgiganten nicht auf dieselben Tricks zurückgreifen, wie die vielen Musiker, die lediglich einem Lied ihre Stimme leihen? Mainstream hin oder her. Ich würde mich freuen Jack Whites Musik in den oberen Rängen der Charts zu sehen, wenn auch nur darum, dass er einem weiteren Musikpopulist seinen Rang abläuft.

Zusammenfassend, meine ich, dass deine Ansicht gegenüber Jack White etwas zu harsch ausgefallen ist. Von der platinblonden, großbrüstigen Musikschlampe ist er Lichtjahre entfernt, die Musik nur aus Gründen ihres Narzissmus betreibt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.04.2012 18:18:10 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.04.2012 18:19:34 GMT+02:00
Klar, von dem Mainstream der Selbstinszenierungen, deren Namen wir alle kennen und die uns keine Zeile wert sind, weil sie zugleich so uninteressant sind, ist Jack White selbstredend weit entfernt. In einem solchen Meinungsaustausch, auch wenn er mal kontrovers ausfällt, bewegt man sich allenthalben im Kreis derer, die wissen, warum sie genau solche Musik, ergo Jack White, um einiges lieber hören als andere.

Ich finde mein Urteil im Übrigen gar nicht so harsch. Sicher, jubilieren tue ich nicht, was reihum den Großteil der Kritiken und Publikumsreaktionen ausmacht. Womöglich steche ich daher so heraus! Aber von einem Stern, den ich gleichfalls völlig unverdient fände, bin ich ebenso weit entfernt. Ich betone gern noch einmal: Dieses Album ist nicht übel, das bedeutet keinen Absturz, solche Musik lässt sich hören. Aber... die Wurst zieht er dieses Mal nicht vom Teller und daran, nämlich an den eigenen Taten der Vergangenheit, wird er natürlich auch gemessen.

Ich kann deine Reaktion ebenfalls nachvollziehen, v.a. die Argumentation mit den Charts. Es hat einen seinerzeit an R.E.M. (die in ihrer Zeit einige gute Nummern zuwege brachten) auch mal mehr, mal weniger gestört - und die waren definitiv weit mehr dem Mainstream zugeneigt, als es Jack White bis heute ist. Mal sehen, was aus der Ecke noch kommt, wogegen sich "Blunderbuss" eines Tages ggf. eher als Interims-Werk ausnehmen wird.

Veröffentlicht am 23.04.2012 18:31:28 GMT+02:00
meinemeinung meint:
Leider ist Ihre Rezension richtig. Danke dafür.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.04.2012 17:52:05 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.04.2012 21:34:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.04.2012 00:02:39 GMT+02:00
Das Lustige beim Bloggen auf Amazon bleibt: Man staunt immer wieder... Keine Sorge, ich höre eine Menge zeitgenössischer Rockmusik so wie auch deren Vorbilder aus z.B. den Siebzigern, und ich weiß, wo der Bartel den Most holt. Letzteres hat Jack White in der Vergangenheit auch getan, nur eben eigensinnig und recht originell - nicht im Retro-Modus auf Auto-Pilot, wie jetzt mit "Blunderbuss". Im Übrigen: Wer macht hier wen runter? Hallo? Ich gebe dem Album immerhin drei Sterne. Äh, und was für ne "Glühbirne" bitte? Gilt jetzt für jeden Musiker mit einem Ruf, der sich bei traditionellen Blues- und Rockelementen z.B. besagter Siebziger bedient, dass man ihn deswegen nicht kritisieren darf, sofern man den Eindruck hat, dass er damit hinterm schon Erreichten zurückbleibt?
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