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Kundenrezension

am 28. April 2012
Ist dies die Original Filmmusik oder ist die Musik adaptiert?
Nein und nein.
Howard Shore erstellte aus seinen 3 kompletten Soundtracks zum "Herr der Ringe" selbst dieses Konzert. Um Tolkiens Welt musikalisch lebendig werden zu lassen, hatte Shore einen sehr konzertanten Soundtrack geschrieben: volles Orchester und kraftvolle Chöre weben ein emotional greifbares Bild von Tolkiens Sagenwelt, von Hobbits, Elben und Zwergen und ihrem Kampf um Mittelerde. So war es eigentlich ein logischer Schritt, diese klassisch anmutende Musik von den Filmen zu entkoppeln und in die großen Konzertsäle zu holen.
Wir hören also Ausschnitte aus der Originalmusik nach den Originalnoten, nicht adaptiert, aber gekürzt auf etwa 2 Stunden und gespielt von einem anderen Orchester und unter der Leitung eines anderen Dirigenten.
Die Musik ist deshalb sehr, sehr nahe am Original; nur wer dieses sehr gut kennt, der wird Unterschiede hören. Wicki (Dirigent) ist nicht an das Tempo des Films gebunden und spielt einige Sequenzen minimal langsamer, was sie für meinen Geschmack aber eher stimmungsvoller wirken lässt. Auch die Balance der einzelnen Instrumente untereinander ist stellenweise etwas anders als beim Originalsoundtrack, so dass ein einzelnes Instrument hier manchmal etwas stärker in den Vordergrund tritt. Am deutlichsten finde ich die Unterschiede bei den Gesangsstücken, man hört einfach, dass es sich um eine andere (sehr gute) Stimme handelt.

Sind alle Höhepunkte des Soundtracks im Konzert enthalten?
Nein. Das wäre auch nicht möglich.
Die "complete recordings" haben eine Länge von fast 12 Stunden. Kürzt man dies auf ein Konzert von 2 Stunden herunter, muss man auch Motive und Themenvarianten weglassen, deren Fehlen irgendwo schmerzt. Es ging Shore hier aber offensichtlich nicht darum, einen Querschnitt der spektakulärsten Momente seines Soundtracks zusammenzustellen. Es ging ihm darum, tatsächlich ein in sich stimmiges Konzert zu erschaffen.
Und ein Konzert braucht eben auch ruhige Momente; hätte er nur die kraftvollen Teile gesammelt, in denen das Orchester zu voller Stärke aufspielt und die deshalb leichter im Gedächtnis bleiben, würde dies letztlich im Konzertsaal weniger abwechslungsreich, weniger spannend und weniger wirkungsvoll sein.
So wie es ist, erzählt das Konzert aber unabhängig vom Film seine eigene Geschichte, lebt vom Wechsel dramatischer Momente zu ruhigen Passagen. Obwohl mir viele Lieblingsstücke des Soundtracks abgehen, sehe ich die Zusammenstellung aus musikalischer Sicht so, wie sie ist als gelungen. Wer den Soundtrack nicht kennt, wird nichts vermissen.
Das Konzert besteht aus 6 Sätzen, je 2 aus jedem Film. Dabei sind aber die ersten beiden Sätze deutlich länger als die anderen. Sätze 1 und 2 füllen die erste CD, die anderen 4 Sätze die zweite CD. Es ist also logisch, dass Kennern der Soundtracks mehr aus den letzten beiden Filmen fehlt: Das Thema der "Reiter von Rohan" (mit der ersten Geige als Stimme Eowyns) wird beispielsweise nur ein einziges Mal ausgespielt (im 3. Satz, bei 4:02). Mir fehlen außerdem einige Abschnitte bei der "Hornburg" (im Film zum Text "Where are the horse and the rider?..."), Gandalfs Einzug in Gondor, das instrumentale Auftauchen des "Into the West"-Themas (in Gondor und am Schicksalsberg), sowie die gesungene Version des "Fellowship"-Themas am Beginn der Schlacht vor dem Schwarzen Tor. Aus dem ersten Film vermisse ich dagegen nur "Aniron Undomiel" und das Schlusslied "May it be". Shore hat hier "There and back again" ausgewählt.
Trotz dieser fehlenden Lieblingspassagen bin ich überzeugt, dass das Konzert eher überladen wirken würde, würden alle diese Stellen noch aufgenommen sein.

Aufnahmequalität?
Obwohl es sich wohl um eine Live-Aufnahme handelt, ist das Publikum nicht zu hören. Nur am Ende der beiden CDs hört man Applaus. Warum ist nicht zu sagen, der Applaus brandet nicht in die Musik, man hätte ihn auch wegschneiden können. Es soll wohl die Konzertatmosphäre erhöhen. Ich hätte ihn dafür nicht gebraucht, er stört mich aber auch nicht.
Der Aufnahmepegel ist relativ leise, aber noch nicht zu leise.

Für wen ist diese Aufnahme zu empfehlen?
Für Fans der Filme, die einfach alles zum HdR haben müssen, klar!
Aber für wen sonst noch? Braucht es wirklich nach 3 Soundtracks UND 3 Komplettaufnahmen noch diese Konzert-CD?
Ja! Unbedingt.
Zum einen ist diese Doppel-CD für alle geeignet, die noch keine Aufnahme der Musik aus HdR besitzen: Aufgrund des Konzert-Charakters ist die Musik hier praktisch frei von Untermalungsmusik, stellt aber alle wichtigen Themen zusammen. Also wirklich durchgängig hörbare Filmmusik!
Zum anderen ist diese Konzertaufnahme auch allen zu empfehlen, die gerne klassische Musik hören, den Herr der Ringe aber bislang gar nicht kennen - und die sich schon gefragt haben, was diese Musik in Konzertsälen zu suchen hat.
Ich habe beispielsweise meinem Schwiegervater schon vor Jahren den Soundtrack vorgespielt. Er interessierte sich nie für den Stoff; er hört viel Klassik - Wagner, Bruckner, Schostakowitsch (der ja auch viel Filmmusik schrieb) und er liebte Shores Musik, ganz ohne Kenntnis der Filme oder des Romans!
Genau darum geht es mit diesem Konzert: Damit diese wundervolle Musik die Zeit überdauern kann, muss sie unabhängig vom Film funktionieren und über die Konzertsäle unsterblich werden. Genau darum freue ich mich über diese CD-Aufnahme.
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