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Kundenrezension

am 18. März 2014
INHALT:

Jim Baxford hat's schwer:Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma hat eine kranke Frau, Schulden, Hypotheken. Seine Ersparnisse lösen sich im Zuge der Finanzkrise in Nichts auf, die Krankenversicherung will die weitere Behandlung seiner kranken Frau nicht mehr bezahlen, ein Anwalt knöpft ihm $ 10.000,- ab, ohne eine Gegenleistung zu bringen. Sein Gehalt wird gepfändet, er verliert Job und Krankenversicherung. Als auch noch seine Frau Selbstmord begeht, ist das Maß voll ...

KRITIK:

‚Assault On Wall Street’ steht auf dem DVD-Cover - ‚Bailout - The Age Of Greed’ im Vorspann des Films und das ist auch der treffendere Titel, denn während der Titel ‚Assault On Wall Street’ samt dem martialischen Coverbild einen weiteren geistlosen Actionfilm suggerieren, entpuppt sich ‚Bailout - The Age Of Greed’ als genial-mutige Gegenwartsanalyse, mit der Uwe Boll nach ‚Rampage’ einen weiteren Film zu einem aktuellen Thema produziert hat:

‚Bailout - The Age Of Greed’ wirkt, als hätte sich der einstige Trashfilmer Uwe Boll mit Michael Moore und Oliver Stone zusammen getan, um ein intelligentes (Action-)Drama zur Finanzkrise zu produzieren. Man mag Uwe Boll vorwerfen, dass er in der Vergangenheit mit seinen auf populären Computerspielen basierenden Filmen das schnelle Geld machen wollte, aber seine Filme zeugten auch davon, dass es sich bei Uwe Boll zumindest um einen Filmemacher handelt, der nicht nur sein Filmhandwerk beherrscht, sondern auch ein Händchen für Finanzen und Investitionen hat, einer, der weiß, woher das Geld kommt und wohin es fließt, einer, der nicht einen dreistelligen Millionenbetrag sinnlos für einen einzigen Film verballert. Sein schlechter Ruf gründet sich daher wohl nur darauf, dass einige seiner Filme auf Computerspielen basierten. Seltsam jedoch, dass andere Filmemacher, die schlimmeren Schrott produziert haben, von den Filmkritikern mit umfangreichen Artikeln hofiert werden …
Zugegeben:Ein paar seiner Filme finde ich auch furchtbar:’Far Cry’ hatte kaum etwas mit der Spielevorlage gemeinsam und dann noch dieser Til Schweiger in der Hauptrolle. Aber Talent erkennen ließen Uwe Bolls Filme durchaus. Und welcher Filmemacher fordert schon seine Kritiker zu einem Boxkampf heraus?! Und seien wir ehrlich:Die deutschen Regiesseure der Gegenwart, die es nach Hollywood geschafft haben, sind auch nicht gerade für intellektuelle Filme bekannt:Roland Emmerich? ‚Independence Day 2’? Als wäre der erste nicht schlimm genug gewesen … Und Wolfgang Petersens ‚Air Force One’ war auch nicht gerade die anspruchsvolle Sternstunde der 1990er gewesen. Und in Deutschland selbst? ‚Der Schuh des Manitu’? … Überhaupt sind viele der modernen MegaBlockbuster wenig anspruchsvoll geraten:Filme … die auf Spielzeug basieren? Das war noch vor 30 Jahren ein klarer Fall für schnell produzierte Zeichentrickserien fürs Kinder-TV, heute werden dafür dreistellige Millionenbudgets verpulvert … und es ist auch nicht so, dass Uwe Boll der einzige wäre, der auf populären Videospielen basierende Filme gedreht hätte … also warum haben sich diverse Kritiker und Kleingeister auf Uwe Boll eingeschossen?

‚Bailout - The Age Of Greed’ zeigt, dass Uwe Boll besser sein kann als sein Ruf:

‚Bailout - The Age Of Greed’ nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Story, inmitten deren Drehbuchautor und Regiesseur Uwe Boll die von seinen Filmen bereits gewohnten Genredarsteller inszeniert hat und in diesem Film auch zeigt, dass er es versteht, die richtigen Darsteller auszusuchen:Dominic Purcell als gebeutelter Anti-Held Jim Baxford wirkt tatsächlich wie der typisch amerikanische Malocher, wurde in manchen Szenen bei ihm offenbar auf Maske, Schminke und Puder verzichtet, was die Wirkung noch verstärkt. Mir wäre zwar Ray Stevenson oder Ray Winstone in der Rolle lieber gewesen, aber Dominic Purcell ist auf jeden Fall besser in dieser Rolle als irgendein teurer egomanischer Star oder jugendlich unsympathisch-sympathische Gesichtsvermieter. Und wenn Jim Baxford nach dem Selbstmord seiner Frau ganz allein in seiner Wohnung sitzt, die Spurensicherung das Haus verlassen hat und alle Geräusche plötzlich verstummen, erweist sich Uwe Boll als Filmemacher, der auch stille Szenen zu inszenieren weiß, ein Meister auch der leisen Töne - man vergleiche diese Szene nur mal mit der ähnlichen Sterbeszene am Ende von ‚Casino Royale’, die total steril und emotionslos rüber kommt ...

Und während die modernen Krimis und Action- und Abenteuerfilme samt ihren Superhelden, Geheimagenten, Zauberern und Piraten meist keine klaren Feindbilder mehr zu liefern den Mumm haben, macht Uwe Boll mit ‚Bailout - The Age Of Greed’ genau bewusst, wer die neuen Feinde und Schurken sind und wo diese sitzen, und dies mit einer Klarheit, die sonst nur linkspolitischen Publikationen zu entnehmen ist. Während in modernen Krimiserien oder Filmreihen wie der ‚James Bond’-Filmen ein reichlich blauäugiges Vertrauen in staatliche Institutionen propagiert wird, derweil in der Realität derlei staatliche Einrichtungen ihre Bürger ausspioniert, hinterfragt und kritisiert ‚Bailout - The Age Of Greed’ eben diese Staatsorgane.

So ändern sich die Zeiten:Waren die Typen, die Ende der 1980er in ‚Stirb langsam’ den Nakatomi Tower besetzten, um sich mit einem dicken Packen Schuldverschreibungen davonzumachen, die Schurken, so wären sie heute nach der Finanzkrise wohl die neuen Helden.

‚Bailout - The Age Of Greed’ zeigt die Folgen der Finanzkrise für die kleinen Leute, und wie nutzlos Gesetze und Bestimmungen geworden sind. Schnell wird klar, dass richtig, gerecht und legal nicht immer das gleiche sind. Ist der Film in den ersten zwei Dritteln ein emotionales, psychologisch-menschliches Drama, so haut Regiesseur Uwe Boll im letzten Drittel gekonnt, aber nicht plakativ, in die Tasten der Klaviatur des modernen Actionfilms, mit Elementen des Vigilantenkrimis und des klassischen Western:Der einsame Held, der in eine Stadt geritten kommt, die von Banditen/Bankern terrorisiert wird, die Schurken erledigt und in den Sonnenuntergang davon reitet! Bis dahin zeigt der Film deutlich, wie die Verantwortlichen aus der Finanzwelt, Wirtschaft und Politik durch Manipulation und Desinformation die Kontrolle behalten und am Ruder bleiben. Wenn der Anti-Held Jim Baxford dann zum Showdown schreitet, erinnert das an den Schluss von Martin Scorseses Kultfilm ‚Taxi Driver’ … mit ebenso offenem Ende!
Regiesseur Uwe Boll kommt auch jenen zuvor, die kritisieren, dass Gewalt keine Lösung sein kann:In einer Szene wird kurz eine Radiosendung eingespielt, in der eben über die Morde an den Bankern und Finanzleuten berichtet wird und in der sich anrufende Zuhörer zu Wort melden können. Als jedoch ein Anrufer klare Sympathie für den Mörder, also Jim Baxford, äußert, wird dieser Hörer sofort vom Moderator der Sendung aus der Leitung geworfen. Die Meinungsfreiheit ist eben auch im Land of the Free nicht mehr das, was sie einst war. Durch diese kleine Szene wird aber auch schnell klar, dass die Frage, ob Gewalt eine Lösung ist, weniger wichtig ist als die Frage, ob die Mehrheit der Bürger Gewalt gegen die Schuldigen und Verursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise gutheißen würde … wahrlich:Gar nicht mehr so trashig, dieser Uwe Boll, sondern eher analytisch, kompetent, nachdenklich, intelligent!

Hatte Uwe Boll bereits in ‚Postal’ die tragischen Ereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufs Korn genommen, so präsentiert er in ‚Bailout - The Age Of Greed’ das gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzsystem, an dem zwar alle zwangsläufig teilhaben, das jedoch nur wenige Gewinner und viele Verlierer hervor bringt. In deutlichen Szenen und Aussagen macht ‚Bailout - The Age Of Greed’ klar, dass das Problem nicht nur in den wenigen Profiteuren liegt, sondern in all jenen, die einfach nur ihren Job machen und ihre Pflicht tun (Was schon nach dem WWII keine wirklich gelungene Ausrede war):Ob Broker, Investmentbanker, Jurist, Sekretärin, Gerichtsvollzieher, selbst der Radiomoderator, der unbequeme Anrufer einfach abwürgt - alle tragen sie mit dazu bei, dass die Lebensqualität stetig abnimmt und die Demokratie ausgehöhlt wird. Und wenn der von John Heard gespielt Broker am Ende des Films einen kurzen Vortrag zum American Way of Life und zum Modell des amerikanischen Helden hält, erweist sich Uwe Boll auch als gewissenhafter Beobachter:Filmemacher Wim Wenders beschäftigt sich in seinen Filmen mit amerikanischen Mythen und Legenden, Uwe Boll beschäftigt sich mit der Gegenwart. Und wenn man sich mal ansieht, was alles im deutschen TV zur Prime Time an deutschen Produktionen gesendet wird, dürfte klar sein, dass Uwe Boll eindeutig zu den Talentierteren gehört!

Während viel zu viele andere Filmemacher geistlosen Mainstream und hohle Ablenkungsverblödung produzieren, zeigt ‚Bailout - The Age Of Greed’, wozu modernes Kino fähig sein kann … das Ende des Films lässt eine Fortsetzung (erh)offen …

Und ich höre mir selten irgendwelche Audiokommentare an … aber die von Uwe Boll sind einfach die besten und authentischsten:
Auch im Audiokommentar zu ‚Bailout - The Age Of Greed’ zieht Uwe Boll in gewohnter Bissigkeit vom Leder, auch wenn ich manchmal den Eindruck hatte, dass er vor Müdigkeit gleich umkippt, aber gerade das macht Uwe Boll und seine Audiokommentare so sympathisch. Und in einer zeit, in der viel zu viele Filmschaffende, Promis und VIPs kaum etwas von sich geben, ohne nicht vorher einen PR-Agenten konsultiert zu haben, hat Uwe Boll auch den Mut, nicht immer sympathisch zu wirken, und ist gerade dadurch ein vorbildliches Leuchtfeuer der Meinungsfreiheit!

Bei vielen Audiokommentaren anderer Filme habe ich oft den Eindruck, die Sprecher lesen die Kommentare vom Blatt ab, dazu noch all diese unkritischen Lobhudeleien. Zugegeben:Auch Uwe Boll findet für manche Leute lobende Worte, viele andere bekommen jedoch eine volle Breitseite, wobei er auch stets Einblicke gibt in das (mangelnde) Schauspieltalent diverser Stars und Sternchen.
Und Uwe Boll erweist sich nicht nur als bodenständiger Beobachter einer aus den Fugen geratenen Finanzwelt, sondern wagt auch auszusprechen, was viele Bürger denken. Derart deutliche, drastische Worte, wie sie Uwe Boll in diesem Audiokommentar vom Stapel lässt, wünsche ich mir von unseren Medien und unseren leider oft rückgratlosen Politikern. Aber nicht nur die Finanzwelt kriegt im Film und im Audiokommentar ihr Fett weg, auch an der modernen Filmindustrie und deren Veröffentlichungspolitik lässt Uwe Boll kein gutes Haar – und wer schon einmal aufmerksam verfolgt hat, welche hohle Großproduktionen und Popcorn-Spektakel wochenlang die Kinos blockieren und von oberflächlichen Printmedien mit seitenlangen Artikeln bedacht werden, während anspruchsvollere Produktionen kaum Beachtung finden, weiß, wie wahr Uwe Bolls Ausführungen sind. Wenn er berichtet, wie viele Schauspieler und Stars der ersten Reihe die Hauptrolle in ‚Bailout - The Age Of Greed’ abgelehnt haben, sagt dies viel aus über den aktuellen Zustand von Hollywood aus.
Einige Aussagen in seinem Audiokommentar wirken jedoch auch überzogen:Dass ein solch günstig produzierter Film wie ‚Bailout - The Age Of Greed’ bei einer weltweiten DVD- und TV-Auswertung keinen Gewinn erwirtschaften soll, erscheint doch eher unwahrscheinlich, denn nach Abschluss der Dreharbeiten dürfte ein Film doch irgendwann schon fast zwangsweise Profit erwirtschaften, schließlich wird ein Film nicht nur einmal auf DVD veröffentlicht und auch nicht bloß einmal im Fernsehen gezeigt, sondern meist mehrmals! Und dass diverse unabhängige Filmproduzenten innerhalb der nächsten Jahre vom Markt verschwinden werden … ist uns Zuschauern und Konsumenten echt nicht zu wünschen! Aber wie schon erwähnt:Uwe Boll ist ein fähiger Beobachter und Analyst …

Uwe Boll ist leider mindestens 20 Jahre zu spät auf der Bildfläche erschienen, wirkt wie ein Filmemacher aus einer anderen Zeit, denn er steht in der Tradition solcher Filmemacher wie Roger Corman, Russ Meyer, Andy Sidaris oder auch deutscher Regiesseure wie Alfred Vohrer. Und während andere ehemalige Werbefilmer nur wissen, wie man möglichst ästhetisch-sterile Hochglanzbilder zustandebringt, versteht Uwe Boll eben auch etwas von Dramaturgie, Spannung, Inszenierung.

Hoffentlich bleibt uns Uwe Boll in dieser Form erhalten – ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er irgendwann Episoden für den ‚Tatort’ inszeniert oder irgendwelchen Wohlfühl-Schrott für die deutschen Privatsender dreht …
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