Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezension

am 23. April 2014
Zur neuen Scheibe von Behemoth scheiden sich die Geister. In den Musik-Magazinen überschlägt man sich vor Lob, und die Band scheint auch so einige neue Fans zu gewinnen, die vorher nichts mit ihr anfangen konnten. Die eingefleischten Fans ihrer technischeren, sehr death-metal-lastigen Prügelalben scheinen zum Teil aber eher enttäuscht.
Schon beim Genuß der vorab im Internet kursierenden Songs "Blow Your Trumpet, Gabriel" und "Ora Pro Nobis, Lucifer" wird auch klar, warum. Die Songs sind geradliniger, simpler und - man möchte in diesem Zusammenhang fast das böse Wort "kommerzieller" nennen - eingängiger als man es von den Vorgängeralben gewohnt ist. Von den brutalen Death Metal Elementen hört man nicht mehr viel, die Songs gehen sehr viel mehr wieder in Richtung Black Metal und setzen mehr auf eine düstere, melancholische Grundstimmung denn auf Geknüppel a la Morbid Angel. Durch die Produktion, die immer noch nach typisch Behemoth klingt, kommt der Sound trotzdem druckvoll und alles niederwalzend aus den Boxen.
Wie klingt das restliche Album?
Wie die beiden bereits vorher bekannten Songs vermuten ließen, bewegt man sich tatsächlich überwiegend im Midtempobereich, auch wenn mit "Furor Divinus" und "Amen" dann doch zwei Nummern in gewohnter Blast-Beat-Manier daherballern und auch die restlichen Songs nie ganz ohne schnellere Teile auskommen. Ansonsten setzt man sehr viel mehr als vorher auf die Erzeugung von Stimmung und Theatralik - was ja auch zum Bühnenkonzept der Band passt. Aber manch einem Fan der gewohnten Kost mag das sauer aufstoßen und auch ich fand nicht sofort Zugang zu dem Album.
"Messe Noire" zum Beispiel erschloss sich mir zunächst gar nicht - das Stück wirkt für die Band sehr experimentell und gerade der Chorus kam mir zunächst total unmusikalisch und unkreativ vor. Erst nach mehreren Hördurchgängen empfand ich das Stück wie eine Art Soundtrack in einem Theaterstück - man schafft es, Bilder vor dem inneren Auge des Hörers entstehen zu lassen und ihn ein Stück weit in eine Art düstere Traumwelt hineinzuziehen.
Der Titeltrack "The Satanist" kommt schon fast balladesk daher - melancholisch, sehr ruhig gehalten, sich zum Ende hin dann doch noch hymnisch steigernd. In "Ben Sahar" fallen mir als einziges die von Behemoth in den letzten Jahren so gern verwendeten orientalischen (?) Anleihen auf, dennoch reiht sich der Song dann ebenfalls in das Konzept dieses Albums ein und versucht nicht, wie alte Taten zu klingen. Und mit "O Father, O Satan, O Sun" klingt die Scheibe mit einer langen, sehr geil melancholisch-schleppenden Hymne langsam aus.
"The Satanist" ist also ein Album geworden, mit dem die Band etwas Neues gewagt hat. Man hat nicht das Rad neu erfunden, aber es gewagt, sich selbst neu zu definieren statt ein Auf-Nummer-Sicher-Album aufzunehmen. Und wenn ich an "Evangelion" zurückdenke, das mich bereits nicht mehr so mitreissen konnte, wie noch seinerzeit "Demigod" und auch noch "The Apostasy", dann glaube ich, daß es auch an der Zeit dafür war, einen frischen Wind in Behemoths Musik zu bringen.
Meiner Meinung nach ist ihnen das gelungen. Vielleicht fehlt die Brutalität von vorher, vielleicht wird das Album durch simplere Songstrukturen eingängiger - ob es dadurch massentauglicher wird, weiß ich nicht und es ist mir auch egal.
Aber dafür wird eine Atmosphäre geschaffen, die den Hörer in ihren Bann zieht und für eine Weile in dunkle Träumerei abdriften lässt. Bedenkt man Behemoths Sinn für Theatralik, so finde ich, daß dies eine neue, aber sehr passende Seite der Band ist, die sich auch gut mit ihrem bisherigen Schaffen zusammenfügt.
Ich kann daher nur jedem empfehlen, sich das Album selber anzuhören, sich sein eigenes Bild zu machen und nicht unbesehen jede Kritik enttäuschter Fans zu glauben - aber auch nicht voreilig den Lobhudeleien zu viel Gehör zu schenken. Dieses Album ist sehr stimmungsabhängig - aber wenn man sich darauf einlassen kann, dann wird es zünden!
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

4,8 von 5 Sternen
43
4,8 von 5 Sternen
31,00 €+ 3,00 € Versandkosten