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Customer Review

on May 16, 2013
Das Anliegen des Autors ist es, die positiven Einflüsse und Möglichkeiten der Religionen für die Gegenwart fruchtbar zum machen, jedoch ohne Bezug zum Transzendenten. Beispiele sind: Freundlichkeit im Umgang miteinander soll gefördert, soziale Probleme durch Versöhnung überwunden und bei Wellnessangeboten soll mehr auf die seelischen Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Gleichzeitig wendet er sich gegen das optimistischen Menschenbild der Gegenwart. Es ist kontraproduktiv, weil es den Einzelnen mit seinen Problemen, Frustrationen und Enttäuschungen allein lässt. Stattdessen möchte er das traditionelle Menschenbild der Religionen wiederbeleben, das von den menschlichen Mängel, seiner Fehleranfälligkeit und der Bereitschaft zu Gewalttätigkeit ausgeht. Dabei soll jedoch der religiösen Hintergrund nicht beachtet werden. Der Autor verspricht sich davon einen menschlicheren Umgang einer Person mit sich und den Mitmenschen, weil deutlich wird, dass die Menschen heute nicht allein sind mit ihren Sorgen und Noten. Ziel ist eine moderne Herzensbildung.

Sein Anliegen erläutert der Autor an vielen Beispielen, um die positiven Seiten der Religionen, bes. des christlichen Glauben, auch für Atheisten fruchtbar zu machen. Er betrachtet den Umgang mit fremden Personen in Gemeinden, den Versöhnungstag im Judentum, das Narrenfest im Mittelalter, die Defizite der Lehre in den Geisteswissenschaften, spirituelle Übungen, die bildende Kunst u.v. a.. Da der Autor aus einer atheistischen Familie mit jüdischen Hintergrund stammt, bringt er auch zahlreiche Beispiele aus dem Judentum. Bei den einzelnen Aspekten macht er Vorschläge, was an die Stelle religiöser Riten treten kann. Dies ist aber wenig überzeugend, z. B. Eheromane lesen, wenn man Eheprobleme hat. Oder: Die Vorlesungen der Universitäten sollen mehr der moralischen Bildung dienen. Die Gemäldegalerien sollen ihre Bilder so anordnen, daß sie als Lebenshilfe nützlich sind.

Der Autor geht leider nicht der Frage nach, warum die Religionen so an Überzeugungskraft verloren haben, außer mit vagen Hinweisen auf die Aufklärung. Dies ist aber aus meiner Sicht zu wenig, um neue Lösungen für die menschlichen Probleme in der Industriegesellschaft zu finden. Die zahlreichen Beispiele des Autors zeigen, wie hilfreich und nützlich der Glaube früher war. Dieses Potential für die heutige Zeit wieder fruchtbar zu machen, ist sicher ein sinnvoller Versuch. So betrachtet ist das Buch sehr anregend. Es zeigt aber mehr die seelischen Nöte des Einzelnen und die Mängel im Zusammenleben heute auf. Brauchbare Hilfen für die Gegenwart enthält das Buch aus meiner Sicht nur wenige. Man kann aber auch aus dem Buch eine andere Folgerung für die Gegenwart ziehen: Die Religionen sind heute immer noch nützlich, wenn man mehr auf die irdischen Hilfen achtet, so wie das Buch es auch tut. Die transzendenten Aspekte sollte man nicht zu wörtlich nehmen, sondern sie als hilfreiche Bilder ansehen.
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