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Kundenrezension

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie erwartet weniger Metal, mehr Soundtrack und noch Luft nach oben beim Songwriting, 17. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Nightwish-Mastermind Tuomas Holopainen geht mit seiner Band auch 2011 den eingeschlagenen Weg konsequent weiter - allen Widrigkeiten und Anfeindungen zum Trotz. "Imaginaerum" ist eine Weiterentwicklung des erstmals auf "Century Child" (2002) angedeuteten und auf "Once" (2004) und "Dark Passion Play" (2007) deutlich verstärkten, orchester-orientierten Stils der zum Veröffentlichungszeitpunkt finnisch-schwedischen Truppe. Vom geradlinigen Power Metal der Anfangstage hat man sich mittlerweile fast gänzlich verabschiedet, es regiert großteils eine Art symphonische Filmmusik mit Versatzstücken aus verschiedenen Genres, hauptsächlich Klassik, Rock und Metal. Zufall ist das keiner - parallel zur CD wurde von Stobe Harju (Macher des Musikvideos zur Nightwish-Ballade "The Islander") ein Film mit gleichem Namen und ähnlichem Inhalt produziert.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung zeigen sich auf "Imaginaerum" relativ deutlich. Als erste Single wurde eines der wenigen Stücke ausgekoppelt, das nach den alten Nightwish klingt. Aber ausgerechnet dieser Song, "Storytime", ist einer der schwächsten auf der CD. Die Intention war wohl, den älteren Fans ein ähnliches Stück wie "Bye Bye Beautiful" von "Dark Passion Play" zu bieten. Musikalisch ist das zwar so halbwegs gelungen, jedoch zeigt sich hier ein Problem, das ich eigentlich ungern anspreche: Anette Olzon ist zwar eine sehr gute Sängerin, nur kommt sie nicht aus dem Metal-Bereich. Sie schafft es nicht, die für ein solches Stück notwendige Aggressivität aufzubauen und zu vermitteln. Man hört förmlich, wie die Schwedin versucht, gegen die harte Instrumentierung zu bestehen, es trotz aller Mühe einfach nicht schafft und hoffnungslos untergeht. Während der gesamten Nummer wartet man damit eigentlich auf einen erlösenden Gesangseinsatz von Bassist Marco Hietala - da dieser nicht kommt, ist "Storytime" ein zwar eingängiges, aber im Endeffekt ziemlich belangloses Lied. Von ähnlichen Problemen ist übrigens das auch musikalisch unspektakuläre "Last Ride Of The Day" geplagt.

Bis auf diese Enttäuschung machen Nightwish auf "Imaginaerum" allerdings mehr richtig, als man ihnen nach dem teils eher enttäuschenden "Dark Passion Play" zugetraut hätte. Das beginnt bereits beim wunderschönenen, von Hietala gesungenen Intro "Taikatalvi" - einer der wenigen komplett in Finnisch gehaltenen Nightwish-Tracks. Ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert: "I Want My Tears Back", ein geradliniger Rocker, der durch seine einprägsame Dudelsack-Melodie (gespielt von Troy Donockley) sofort beim ersten Hören zündet. Dieses Stück wäre wohl die bessere Single-Variante gewesen und hier gibt es auch das erhoffte Zusammenspiel zwischen Olzon und Hietala. Sehr schön auch die einzige "richtige" Ballade "Turn Loose The Mermaids", ein melancholisches Lied, zu dem die Stimme der schwedischen Sängerin perfekt passt. Interessant auch der musikalische Zwischenpart, der direkt aus der Feder Ennio Morricone stammen könnte. "Scaretale" ist schließlich - dem Namen entsprechend - ein sehr düsteres Stück, das ein wenig an Danny Elfman-Soundtracks erinnert und das von der Thematik beispielsweise zu einem Film wie "Der Mitternachtszirkus" passen würde. Noch dazu packt Anette Olzon für dieses Lied eine Art "Hexenstimme" aus und präsentiert damit ausnahmsweise eine neue Variante in ihrem Gesang.

Die genannten Stücke sind in meinen Ohren sehr gut gelungen und sollten auch älteren Fans der Band gefallen. Auf "Imaginaerum" gibt es aber auch Ungewöhnliches zu entdecken, an dem sich die Geister scheiden werden. "Ghost River" ist ein extrem düsterer Midtempo-Stampfer, dessen schaurige Atmosphäre durch einen Kinderchor und Hietelas Gesang, der beinahe Death-Metal-Regionen erreicht, sehr intensiv ausfällt. In eine ganz andere und völlig unerwartete Richtung geht hingegen "Slow, Love, Slow". Dieser Song fällt komplett aus dem Rahmen und würde sehr gut als Untermalung in eine klassische Varieté-Bar der 1930er oder 40er Jahre passen - oder als Titelsong zu einem James Bond-Film. Anette Olzon passt jedenfalls perfekt in den jazzigen Aufbau, auch wenn Metal-Fans bei diesem Sound erstmal schlucken werden. Ebenfalls sehr ungewöhnlich: Der finale Titeltrack. Hier verwebt ein Orchester unter der Leitung von Pip Williams das Thema aller anderen Stücke auf "Imaginaerum" zu einem "Abspann". Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, man sieht regelrecht, wie die Namen der Schauspieler, der Filmcrew usw. zu diesen Klängen über die Kinoleinwand flimmern.

Die restlichen Stücke auf der Platte sind mittelprächtig gelungen. "Rest Calm" ist ein schwerer Track, der bis auf seinen hervorragenden Refrain nicht weiter auffällt. "The Crow, The Owl, The Dove" ist ansatzweise eine Ballade, Komponist Marco Hietala teilt sich den Gesang mit Anette Olzon. Nicht spektakulär und nichts, was irgendwie hängen bleibt. Der 14-Minüter "Song Of Myself" bietet eine relativ zerfahrene, vierteilige Auseinandersetzung Holopainens mit seinem Lieblingsdichter Walt Whitman. Dieses Stück ist für seine Länge viel zu unspannend ausgefallen - mir persönlich gefallen lediglich die gesprochenen Passagen aus dem gleichnamigen Gedicht von Whitman. Hier wurden die Sprecher sehr gut ausgewählt und der Text ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. "Arabesque" ist hingegen ein völlig verzichtbares Instrumental, das nur für eine Szene im Film geschrieben wurde, was man auch deutlich merkt.

Alles in allem ist "Imaginaerum" eine gute Platte geworden, wenn auch kein Meisterwerk. Bei vielen Songs hat man das Gefühl, dass nicht das gesamte Talent der Band ausgeschöpft wurde. Auffällig ist, dass Anette Olzons Stimme gefühlsmäßig bei überdurchschnittlich vielen Tracks durch den wesentlich kraftvolleren Gesang Marco Hietalas verstärkt wird. Hier scheint ein wenig das Zutrauen zur nicht mehr ganz "Neuen" zu fehlen, was sich ja auf der Tour zur Platte eindrucksvoll bestätigen sollte... Dennoch, sieben Stücke sind außerordentlich gut gelungen, zumindest wenn man nicht nur Metal von Nightwish erwartet. Vier weitere Songs sind unauffällig, um nicht zu sagen langweilig und bleiben hinter den kompositorischen Möglichkeiten eines Tuomas Holopainen zurück. Und zwei Stücke scheitern schließlich daran, dass sie wohl eher auf Metal-Gesang zugeschnitten sind, den Anette Olzon nicht bieten kann. Knappe vier Sterne für "Imaginaerum", auf dem es viel zu entdecken gibt, das aber auch deutlich Luft nach oben hat.
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