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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Secret Glory from the North!, 29. Juni 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Under This Flag (Audio CD)
AUFSTIEG UND FALL EINES WEIßEN SKULL:
Heute nur noch eine Randerscheinung, war White Skull vor knapp 15 Jahren noch ein Urgestein des Power Metal. Nachdem die ersten beiden Alben "Embittered" und "I won't burn alone" noch (zum Glück) nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit veröffentlicht wurden, hatte man 1998 mit Nuclear Blast nicht nur einen erstklassigen Vertrieb im Rücken, sondern auch die Unterstützung von Chris Boltendahl und Grave Digger. Mit der Band tourte White Skull damals und wurde so einer breiten Masse bekannt gemacht, Obergrabgräber Boltendahl steuerte einige Guest Vocals zum Longplayer "Tales from the North" bei. Dieses war zudem ein erstklassiges Power Metal Album zu einer Zeit als Female Fronted Metal noch belächelt wurde und generell einen schlechten Stand hatte, wenn man nicht gerade Doro hieß. Bis heute ist "Tales from the North" auch die beste Scheibe der Band denn leider blieb dieses Meisterstück auch von White Skull selbst bis heute unerreicht. Jeder Song hatte das Zeug zum Hit und war ein Ohrwurm, nicht ein Platzfüller tummelte sich zwischen den Stücken, die allesamt lose Storys der nordischen Mythologie zum Thema hatten. Fluch und Segen der Band war damals die Frontsängerin Federica "Sister" de Boni, die ausdruckstarke Stimme der Italienerin verlieh den Songs einen unvergleichlichen Charakter der die Band von anderen Bands abhob. Auf der anderen Seite erschien die Stimme aber auch noch etwas unausgegoren und klang manchmal etwas holprig und amateurhaft.
Das änderte sich jedoch schon zwei Jahre später auf dem Nachfolger "Public Glory, secret Agony". Federicas Gesang behielt seine Wucht bei, hatte zudem aber auch einiges an Professionalität zulegen können. Leider erreichten die Songs über römische und ägyptische Antike nicht ganz die Klasse des Vorgängers und das Album nicht den Geschmack der breiten Masse. Vor allem in der ersten, römischen Hälfte der Scheibe waren die langsamen, hymnenartigen Stücke für den Hörer schwer verdaulich, erst in der zweiten, ägyptischen Hälfte kamen die gewohnten schnelleren Ohrwürmer dazu.
2001 hatte sich ein tiefgreifender Einschnitt ergeben: Federica de Boni hatte die Band verlassen und Gus Gabarro trat auf "The Dark Age" an ihre Stelle. Man hört öfter, dieses Mittelalter-Konzeptalbum gehöre zu den besten Outputs der Bands, diese Ansicht kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Die schlechtere Produktion hört man den Songs an, das Album hat nicht einen Song mit Wiedererkennungswert zu bieten und der Wechsel von female zu male Vocals ging auch gehöriig in die Hose. Gabarro klingt auf dieser Scheibe einfach nur schräg, furchtbar und anfängerhaft. Mit diesem Album und ohne großen Vertrieb begann White Skull zudem, langsam in der Versenkung zu verschwinden.
Daran konnte leider auch 2003 das großartige "The XIII Skull" nichts ändern. Gus Gabarro verbesserte seinen Gesang erheblich und bot so wie Federica 5 jahre zuvor eine unverwechselbare und charakteristische Leistung. Die Songs spielten nahezu alle wieder in der Oberliga, es reihte sich erneut Ohrwurm an Ohrwurm. Es mag an der eigenartigen Thematik der Kristallschädel und ihrer außerirdischen Schöpfer gelegen haben, aber das Sci-Fi-Konzeptalbum versank ungerechtfertigt in der Bedeutungslosigkeit, obwohl es bis heute die zweitbeste Arbeit der Italiener darstellt.
2005 war dann wohl auch die Luft raus aus dem weißen Schädel. Das Keltenkonzept-Album "Ring of the Ancients" dümpelte mit seinen Songs im Mittelfeld und versuchte gar nicht erst, sich wieder zu alten Glanzzeiten hochzukämpfen.
Bis 2009 musste der Fan auf einen neuen Longplayer warten. In der Zwischentzeit hatte auch Gus die Band wieder verlassen und mit der Sängerin Elisa de Palma war man zu female Vocals zurückgekehrt. "Forever Fight" bilddete aber leider den Tiefpunkt der Bandgeschichte. Die erneut keltisch angehauchten Songs litten unter der schlechtesten Produktion überhaupt, Elisas Gesang war einfach zu schwachbrüstig und die Tracklist konnte mal wieder kein einziges Highlight auffahren.
Der Abstieg vom erstklassigen Newcomer zum drittklassigen Alteisen schien unabwendbar, da ließ ein Hoffnungsschimmer die spärliche Fangemeinde aufhorchen: Federica sollte zur Band zurückkehren! So wurde 2012 eine Menge Hoffnung in "Under this Flag" gesetzt, das die Band nach über 10 Jahren wieder die Stimme bieten konnte, mit der White Skull einst seinen vielversprechenden Einstand gab.

FLAGGE ZEIGEN:
Zugegeben, ein bisschen war ich schon enttäuscht, als sich herausstellte dass sich unter dem Titel "Under this Flag" kein Piratenkonzept-Album verbarg. Obwohl überall das "Nicht schon wieder"-Gestöhne groß ist, wenn es im Metal um Piraten geht, lassen sich die brauchbaren Bands doch an einer (Haken-)Hand abzählen. Nun aber ist der aktuelle Output von White Skull so etwas wie ein Konzeptalbum mit dem Thema "Krieg im Allgemeinen" und sitzt somit thematisch mal wieder zwischen den genreüblichen Stühlen.

Die Scheibe beginnt mit "Hunted Down", einem Stück über jemanden der verfolgt und gejagt wird. Erleichtert nimmt das Gehör zur Kenntnis dass die Produktion wieder angezogen hat und die vergangenen Schwächen hinter sich lässt. Zwar wird nicht die alte Klasse der Nuclear Blast-Ära erreicht, aber die vielerorts zu vernehmenden Unkenrufe einer schlechten Produktion werden bereits mit den ersten Takten Lügen gestraft. Und als dann die Stimme Federicas einsetzt, stehen einem hartgesottenen White Skull-Fan durchaus ein, zwei Tränchen im Auge, macht die neue Scheibe doch tatsächlich dort weiter, wo die Band seinerzeit mit Odin und Siegfried begann und mit Cäsar und Kleopatra aufhörte. "Hunted Down" ist ein durchwachsenes Stück Powermetal, das nicht gleich vom Hocker haut, aber zeigt, dass White SKull es immer noch drauf haben.
In "Bottled Mind" wird irgendwie die Kurzsichtigkeit der Obrigkeit und der Massen thematisiert. Das flotte Stück bietet einen erstklassigen Refrain der an die alten Stärken der Band erinnert und den ersten Hit der Scheibe darstellt.
In "Red Devil" geht es um einen Luftangriff und auch das Stück weiß zu überzeugen. Überraschenderweise beginnt der Song mit ungewohnt cleanen Vocals, so dass man zuerst meint, Federica habe in den vergangenen Jahren ihr gesangliches Repertoire um ein paar Stimmlagen erweitern können. Auf den zweiten Blick ins Booklet aber lesen wir von einer Guest Voice namens "Gwenn Stefanini" (Wohl eine ähnlich unlizensierte Konkurrenzkünstlerin wie "Lady Blabla" oder "Elis Kuhper"?). Schwer zu sagen, ob hier die Frontfrau oder aber die Gästin den übrigens guten Song beginnt.
In "Lost Alone" klagt die Sängerin über ihre bessere Hälfte die Wohl in Sachen Krieg unterwegs ist. Das Stück ist ganz netter Durchschnitt ohne Höhepunkte.
Mit dem titelgebenden "Under this Flag" folgt eine Metalhymne par Excellence. Das Teil ist der zweite Ohrwurm der Scheibe und eines der besten Stücke der Band überhaupt!
"A.O.D." so erfahren wir, bedeutet Angel of Death und von dem wird nicht nur der Protagonist des Songs des Nachts belästigt, sondern auch der Hörer. Cleane Vocals, okay. Diesmal anscheinend tatsächlich von "Sister" de Boni herself und wir erfahren, warum die Sängerin Jahre gewartet hat, eine cleane Ballade einzusingen. Das Stück ist ungelogen das grausigste, was White Skull jemals hervorgebracht haben! Einige erinnern sich vielleicht an die Ballade "I wanna fly away", die einem am Ende vom ansonst grandiosen "The XIII Skull" noch einmal den kalten Schauer über den Rücken jagte? "A.O.D" ist schlimmer!
Vergessen wir diesen Schock aber, denn mit "Prisoners of War" folgt ein guter, flotter Song über Kriegsgefangene, der eine nette Melodie und einen eingängigen Refrain aufweisen kann.
Am Anfang von "War after War" fragt man sich zum einen, ob sich hier wieder die Guest Vocal zu Wort meldet und zum anderen, ob hier eine zweite Katastrophe im Stil von "A.O.D." seinen Anfang findet. Aber nach ein paar Takten kann Entwarnung gegeben werden, dass Stück, welches über die Tatsache philosophiert, dass sowieso immer irgendwo Krieg herrscht, bietet ebenfalls überdurchschnittlich gute Metal-Kost.
Schaut man ins Booklet und stellt fest, dass zu "Nightmares" keine Lyrics angegeben sind, meint man vielleicht zuerst es könne sich um ein Instrumental handeln. Weit gefehlt, "Nightmares" ist ein vollwertiger Song der zudem eine sehr schöne Hookline aufweisen kann und für mich der dritte Höhepunkt des Albums ist. Möglicherweise ist es eine Coverversion eines mir bis dato unbekannten Songs.
Es folgen noch "Freedom's not free", "You choose" und "Redemption", aber meiner Meinung nach erfüllen diese drei Stücke gegen Ende des ALbums lediglich einen Platzfüller-Zweck. Die Songs sind ungewohnt langweilig und unspannend.

UNDER THIS FAZIT:
Under this Strich zähle ich 3 sehr gute Songs, 4 schlechte und nach Adam Riese damit 5 im (oberen)Mittelfeld.
Einerseits ist man als Fan froh, Federica wieder mit an Bord zu haben. Andererseits hätte man sich ein paar mehr gute Songs auf dem Album gewünscht. Die Qualität der Tracks, sowie die Produktion und auch der Gesang reichen nicht an die Glanzzeit White Skulls heran, so wie man sich das erhofft hatte. Allerdings steht "Under this Flag" weit über den Bandgurken "The Dark Age" und "Forever Fight". Alten Fans ist die Scheibe daher sehr ans Herz gelegt. Neuzugängen muss ich sagen, dass "Tales from the North" "Public Glory, Secret Agony" und "The XIII Skull" die besseren White SKull Veröffentlichungen sind.
Besonders mit der Thematik der Songs habe zumindest ich zugegeben einige Probleme. Klar, Wikinger und Tempelritter hängen dem geneigten Powermetalhörer bereits rechts und links bis zu den Füßen aus den Ohren raus, aber die Kriegsthematik haben Bands wie beispielsweise Sabaton sehr viel besser im Griff. Die Songs von "Under This Flag" wollen ein wenig zu sehr tiefschürfend sein und handeln überwiegend von durch Krieg erlittene dramatische Schicksale, oder einfach nur von dramatischen Schicksalen. Diese Melancholie nimmt den Stücken zu viel Power, auch fehlt es den Stücken dabei oft zudem noch an instrumentalem Schwung. Trotzdem bin ich überwiegend zufrieden mit dem Album, da es auch einige starke Songs zu bieten hat. Und White Skull bieten hier eine Steigerung ihrer letzten Leistungen und das ist sehr erfreulich denn in letzter Zeit haben alteingesessene Bands wie Rage, Sabaton, Running Wild oder Nightwish mit ihren Neuveröffentlichungen eher enttäuscht. Daher ist "Under This Flag" für mich eines der Metal-Highlits in diesem Jahr!
Und wenn der weiße Schädel in den nächsten Jahren vielleicht mal wieder Axt und Trinkhorn hervorholt und die depressive Grundstimmung in den Lyrics über Bord wirft, stehen die Chancen gut, dass der White Skull-Fan an sich doch noch erlebt, wie die Band einen neuen Siegeszug durch die Gefilde des Powermetal startet!
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