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Kundenrezension

am 13. Dezember 2011
In dieser umfassenden Dokumentationsreihe geben wissenschaftliche Koryphäen der Theologie, der Religionswissenschaft, der Geschichte und der Archäologie Auskunft über den Stand der Forschung der biblischen Ereignisse und ihrer Folgezeit bis in das fünfte Jahrhundert hinein. Anders als bei Guido Knopp gibt es keine nachgespielten Szenen in klischierten Kostümen, sondern in erster Linie Interviews mit den angesehensten Experten des jeweiligen Fachgebietes. Die Kamera ist dabei ruhig und bewegt sich kaum. Es gilt praktisch nur das gesprochene und das geschriebene Wort. Letzteres kommt durch stumme Kamerafahrten über uralte Schriftstücke zum Ausdruck, die häufig anschließend im Original verlesen und durch Untertitel übersetzt werden. Das Abfilmen eines antiken Knochens ist da schon fast der filmische Höhepunkt - dieser findet allerdings gleich in der ersten Folge statt.
Wer sich jedoch auf die nahezu meditative Ruhe der Dokumentationsreihe einzulassen vermag, lernt unschätzbar viel über die damalige Zeit. Dabei geht es um objektive - sprich historische - Ereignisse, nicht um religiöses Bekenntnis. Insofern spielt die Weltanschauung des Betrachters auch keine Rolle. Bekennende Christen dürften durch diese Dokumentationsreihe ebenso gewinnen wie Andersgläubige, Atheisten oder Agnostiker.

Zeitlich umfasst die Reihe das Auftreten von Johannes dem Täufer und seine Begegnung mit Jesus von Nazareth (alles was vorher über Jesus berichtet wird - etwa die Geburts- bzw. Weihnachtsgeschichte - ist historisch nicht belegt) etwa im Jahr 28 n. Chr., bis zum Jahr 420 n. Chr., in dem das mittlerweile christianisierte Rom von den (ebenfalls christlichen!) Goten eingenommen wird. Also praktisch die gesamte Zeit vom ersten Auftauchen jenes charismatischen Wanderpredigers aus Nazareth bis zu jenem Jahr, in dem das Christentum als Staatsreligion des römischen Reiches zwar eine große Niederlage erleidet, aber zugleich durch die Schriften des heiligen Augustinus rehabilitiert und damit theologisch/philosophisch gerettet wird.

Es handelt sich um eine Trilogie aus drei Dokumentationsreihen. Der Gesamtumfang beträgt 1700 Minuten bzw. 28 Stunden und 20 Minuten Filmmaterial. Jede der drei Dokumentationsreihen enthält vier DVDs. Die Reihen 1)" Corpus Christi" und 3) "Apokalypse" umfassen jeweils 12 Folgen á 50 min. und sind im französischen Original bzw. mit einer englischen oder deutschen Tonspur zu hören. Die mittlere Reihe 2) "Ursprünge des Christentums"umfasst nur 10 Folgen á 50 min. (zwei der vier DVDs beinhalten jeweils nur zwei Folgen). Außerdem hat sie nur eine französische und eine englische Tonspur. Abgesehen von der Übersetzung der im Original vorgelesenen Schriften gibt es auch keinerlei Untertitel, mithin auch keine englischen. Die gute Nachricht: Alle, die auch nur einigermaßen gut Englisch verstehen, können beruhigt sein, denn sowohl die englische Voice-Over-Sprecherin als auch sämtliche angelsächsischen Interviewpartner (bei denen das englische Voice-Over natürlich schweigt) sprechen lupenreines Oxford-Englisch, das sogar weitaus besser zu verstehen ist, als etwa die Sprecher einer Englisch-Lern-CD für Schüler (der Rezensent hat gerade die Möglichkeit des direkten Vergleichs) - selbst die irischen(!) und schottischen (!!) Interviewpartner. Ganz nebenbei lernt man dabei auch neue Vokabeln (Oder wussten Sie schon, dass das englische Wort für "Heiden" "pegans" lautet?).

In dieser über alle Maßen nüchternen Dokumentation kommen Experten aus Israel, Frankreich, Italien, Deutschland und sowie aus angelsächsischen Ländern (sprich aus England, Schottland, Irland, Kanada und den USA) zum Zuge. Sie stehen zwar jeweils für jüdische, katholische oder diverse protestantische Positionen, sind aber vor allem eines: objektive und gewissenhafte Forscherinnen und Forscher; dementsprechend geht es hier auch in keinem Moment um die Verteidigung religiöser Bekenntnisse. Im Vordergrund steht vielmehr der Versuch, der historischen Wahrheit so gut wie es eben geht auf die Spur zu kommen. Als Zuschauer bekommt man dabei auch keine pointierte Zuspitzung auf eine ganz bestimmte Auffassung, Theorie oder bestimmte Thesen hin geliefert. Man wird ganz im Gegenteil mit einer Pluralität von Expertenmeinungen konfrontiert, die sich des öfteren auch mal diametral widersprechen. Dabei verfügen sämtliche Beiträge ohne Ausnahme über ein vorbildliches Maß an Allgemeinverständlichkeit; selbst die ganz wenigen unvermeidlichen Fremdworte werden noch im Moment ihrer Erwähnung durch einblendete Untertitel erläutert. Notfalls mehrmals. Ohne Selber-Denken kommt man hier dennoch nicht weiter. Auch ist es angesichts der Fülle der Informationen und Meinungen kaum möglich, alle Positionen und Aspekte auf Anhieb mit zu bekommen. Es ist daher nahezu unvermeidlich, sich die Dokumentation mehrmals anzusehen. Es muss ja nicht immer von vorn nach hinten sein. Jeder Beitrag ist in sich abgeschlossen, so dass ein punktuelles Zugreifen auf bestimmte Themen überhaupt kein Problem darstellt.

Wäre noch zu erwähnen, dass es auch einige interessante und gravierende Punkte gibt, in denen sich die Experten durch alle Konfessionen und Positionen hindurch einig sind. Dazu zählt beispielsweise die Tatsache, dass weder Jesus noch seine Jünger jemals die Absicht hatten, eine neue Religion zu gründen. Mit soviel nüchterner Betrachtungsweise muss man schon klar kommen können, wenn man sich diese Serie zu Gemüte führen will.
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