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Kundenrezension

am 3. Oktober 2013
Grandios. Soweit das vorweggenommene Fazit.

Aber der Reihe nach:
Alter Bridge sind, das dürfte allgemein anerkannt sein, eine Gemeinschaft von hervorragenden Musikern. Gerade Mark Tremonti und Myles Kennedy stechen hervor: ersterer ist als Gründer und Gitarrist der Rockformation "Creed" zu Bekanntheit gelangt und hat erst kürzlich ein Soloalbum eingespielt, das ihn als absoluten Ausnahmegitarristen auszeichnet; Letzterer war doch tatsächlich als Ersatz für Robert Plant von "Led Zeppelin" im Gespräch(!), hat sich jedoch genug Meriten als Sänger und Gitarrist von "Mayfield Four" und zuletzt als Hauptkollaborateur von Slash bei dessen letztem Meisterwerk "Apokalyptic Love" verdient.

Die ersten drei Alben von Alter Bridge waren durchwegs sehr gut bis hervorragend: konnte das erste ("One Day Remains") noch eher als Grunge oder Progressive Rock bezeichnet werden, so wurde spätestens mit dem Nachfolger "Blackbird" die Rockwelt auf den Kopf gestellt: wie die durchgehenden Höchstbewertungen zeigen, liegt hier eines der besten Rockalben der letzten Jahre vor. Auch der Nachfolger "AB III" hielt Niveau, auch wenn er nicht die absolut entrückte Ausnahmestellung des Vorgängers erreichen sollte.

Die geneigte Musikwelt hatte vorliegendem Album entgegen gezittert: sollte das Niveau der Vorgänger jemals wieder erreicht werden können? Würden sich Alter Bridge - nach nach dem weltweiten Erfolgssturm von Kennedy mit Slash und den Sideprojekten der anderen Mitglieder - überhaupt wieder zusammen finden, um das Wagnis "Nachfolgealbum" gemeinsam anzugehen?

Die Antwort: Ja. In jedem Sinne.
Die Herren haben es doch tatsächlich geschafft, an die Vorgängerwerke anzuschließen. Ja, noch viel mehr: Sie bereichern nicht nur das eigene, sondern insgesamt das Rock- Universum um ein Meisterwerk, das wieder einmal als Album des Jahres, wenn nicht der letzten Jahre gelten darf:
* von der technischen Meisterschaft her natürlich nicht negativ verändert, eher im Gegenteil: Drums und Bass sind noch wesentlich tighter, "härter" als jemals zuvor; besonders herausragend etwa die Sololäufe in "Cry Of Achilles", "Fortress" und "Addicted To Pain". Tremonti hat seinem Können nun neben dem Blues auch das unsagbare Feeling hinzugefügt (und spielt in einer eigenen Liga, siehe seine Soloarbeit in "Bleed it dry"). Über allem thront Kennedy: die Stimme, besser denn je - trotz der jahrelangen Auslastung abwechselnder Studioaufnahmen und Stadiontours, und daher gegen alle Erwartung -, spielerisch tänzelnd zwischen sensibelster Kopfstimme a la Jeff Buckley ("Calm The Fire" - lupenreines Mayfield Four-Feeling!, "Lover"!!) und düsterem, desillusioniertem Vorwärts-Stapfen im Stile eines Chris Cornell ("Fortress" in den Versen, "All Ends Well"), was einige Songs auszeichnet -, präsenter als je zuvor und voller Power. Gut getan hat ihm sicher die Zusammenarbeit mit Slash: druckvoller klingt nun seine Stimme - anders wäre ja etwa "Halo" gar nicht möglich gewesen -, ausdauernder (man denke an "One Last Thrill" des Slashers), organisch-voller. Beispiel: "Addicted to Pain" - diese Power hatte Kennedy vor 2, 3 Jahren noch nicht!
* etwas, das sich bereits in "Blackbird" angekündigt hatte und im Nachfolger konsequent fortgeführt, erreicht nun sein Reifestadium: Tremonti und Kennedy ergänzen sich mit fast schlafwandlerischer Sicherheit, geradezu notgedrungen, perfekt an der Leadgitarre. Geneigter Leser, bitte führe dir "Cry of Achilles" und "Fortress", zu Gemüte: Ersterer Song besticht durch unglaublich kreativ-sprühende Soli von Tremonti, angefochten nur von einem absolut alles in den Schatten stellenden, höchstens an David Gilmour gemahnenden, seelenvollen, hypersensiblen Part von Kennedy. Mit Worten kaum zu fassen, bitte anhören! Letzterer enthält überhaupt Passagen im Mittelteil, die zum Größten der Gitarrenmusik gehören, die mir bekannt ist. Die Band prügelt sich durch eine regelrechte "Iron Maiden"-Apokalypse, in die sich Tremonti nur widerborstig einordnet (und gitarristisch dagegen rebelliert), während - als Kontrapunkt - Kennedy den abgeklärten, in sich selbst ruhenden Blueser gibt, der Aufregung nicht nötig hat - und der PRS Töne entlockt, die man noch nie hören durfte (für die Profis: etwa einen schrägen "Double-Stop", den nicht einmal Slash hinbekommen dürfte). Besonders stark auch von diesem: der erste Solopart von "Farther Than The Sun": ein ewiges Bending, rasend schnell angeschlagen - und das ist nur der erste Ton!
* Eine deutliche positive Weiterentwicklung konstatiere ich, was die Kompositionen selbst betrifft. Ich möchte nun nicht jeden Song beschreiben, da dieser für sich eine Perle ist (und wohl von jedem Hörer anders aufgenommen werden wird); einige stechen jedoch hervor:
so sicher "Fortess", der letzte Song des Albums, der in seiner Struktur an "Blackbird" erinnert und auch sicher das Niveau des genannten Ausnahmetitels erreicht. Wie immer, siegt auch hier die Hoffnung zuletzt.
"Peace Is Broken" ist ein kaltschäuziges, bösartiges Miststück Musik, dessen Mainriff doch tatsächlich an die "Gesangslinien" eines Snoop Dogg (ernsthaft!) denken lässt. "The Uninvited" beginnt wie "No Quarter" der Godfahthers von Led Zeppelin und steigert sich eine unglaubliche Chorusmelodie.
"Calm The Fire": ein episches Meisterwerk! Dieses lässt gleich eingangs an große Momente der Msuikgeschichte denken, klingt doch das akustische, auf Hall getrimmte Gitarrenintro scharf nach Led Zeppelin (in der "III"-Ära). Myles Kennedy beschwört alte selige Mayfield-Four-Zeiten, ehe sich die Band zu einem Sixx:AM-Epos emporschwingt; einzelne Gesangspassagen in den Versen wiederum lassen an Axl Rose zu Bestzeiten ("UYI") denken. Tremonti schließlich zitiert schließlich sogar AC/DC: der Gitarrenlick von "Thunderstruck" des entfesselten Angus Young wird hier ganz beiläufig, selbstredend dargeboten, so voller unmenschlicher Überfülle ist dieser Titel!
Über allem aber steht, unanfechtbar wie ein Marmormonolith bearbeitet von Michelangelo, der Einstieg in das neue Universum: "Cry of Achilles". Der beste Bandsong seit "Slip in the Void", möglicherweise der beste jemals. Tremonti hält diesen für seine persönliche Nummer zwei nach "Blackbird". Völlig zu Recht. Beginnt die Sache mit einer dynamischen Flamencogitarre im Stile von Slash, schraubt sich die Chose zu einer harten Barriere gegen die kaltherzige, stürmische Welt da draußen empor, wird wieder ruhiger, signalisiert ihr Einverständnis mit der unergründlichen Existenz, nur um schließlich in einem verzweifelten Chorus zu kulminierten. Getragen von geradezu aberwitzigen Beats duellieren sich die Gitarren, so dass man auf die endgültige Auflösung in Ekstase hofft. Diese wird jedoch nicht gewährt; zwar versöhnlich, allerdings doch endgültig wird man am Ende auf den Boden der Realität zurückgeholt.
Man sieht, ich stehe noch völlig unter dem Eindruck dieses Titels. Dieser spukt mir seit Tagen im Kopf herum. Ich werde wohl zum Ergebnis kommen müssen, dass hier für mich einer der mein Leben bestimmenden Songs vorliegt.
* und, nicht zu vergessen: die Lyrics! "Lover", sanfter Song - mörderischer Text; "Calm The Fire" - ein Plädoyer gegen rassistischen Stumpfsinn; "Cry Of Achilles" - die Grandezza in der Agonie; "Bleed It Dry" - die (ab)sterbende Welt, während die Menschheit zusieht (und das Tempo anzieht), und und und... Reif, Mannen, reif - Danke!

Fazit: großartiges Album. Härter als alles bisher von "Alter Bridge" Gewohnte, aber auch erwachsener, organischer, rebellischer, besser in jeder Hinsicht.

Höchstpunkte. Anhören!
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