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Kundenrezension

am 25. September 2008
(Oha, ich wage die erste größtenteils negative Rezension dieses vielgepriesenen Buches auf amazon.de -- na, wohlan: heat up those flamers :) )

Hab dieses Buch als Empfehlung gelesen; bzgl. der zentralen Frage "Wo ist Gott in einer Welt voller Leid?" war ich anfangs äußerst gespannt darauf, welche Antworten der Autor darauf geben könnte. Leider konnte mich allerdings letztlich als jemand, der zwar christlich erzogen worden ist, mittlerweile aber auch andere Denkmodelle hat kennenlernen dürfen, leider nicht so recht dafür erwärmen, wie diese Thematik im Buch behandelt wird.

Mein eigenes Fazit schon mal hier (für diejenigen, die nicht alles lesen wollen :) ) : Eingebettet in eine bewegende Rahmenhandlung eines tiefen persönlichen Unglücks vermittelt "The Shack" mMn eine sehr persönliche Gottesvorstellung, die jemandem (der zB solches Unglück erlitten haben mag) vielleicht wirklich verdienten Trost zu geben vermag. MMn ist das Bild allerdings derart personalisiert, daß ich denke, daß im ganzen vermutlich nur wenige Menschen davon in ihrer Geisteshaltung tatsächlich stark verändert werden dürften... & das sind denke ich in 1. Linie Menschen wie der Protagonist Mack: nämlich solche, die bereits recht verwurzelt im christlichen Glauben sind, allenfalls darin erschüttert... mein Weltbild zumindest ist das gleiche geblieben. Als leicht zu lesende Einführung in die Grundideen des christlichen Glaubens würde ich das Buch weiterempfehlen, ebenso als (manchmal ergreifenden) Bericht einer persönlichen religiösen Erfahrung. (Das Vorwort mag nahelegen, daß das Buch ohnehin "nur" letzteren Anspruch stellen & auch gar nicht für jedermann/jedefrau geschrieben sein will.) Gläubige Christen dürften vermutlich ebenfalls begeistert sein, andererseits aber womöglich nichts für sich neues darin finden.

Hier meine detaillierte Meinung nach der ersten Lektüre:

Ohne viel verraten zu wollen, ein ganz kurzer inhaltlicher Abriß vorweg: Der Protagonist Mack verliert nach dem tragischen Tod seiner Tochter den Glauben an Gott. Auf eine geheimnisvolle Nachricht hin fährt er eines Nachts zur titelgebenden Hütte. Dort erscheinen ihm die Elemente der christlichen Dreifaltigkeit als 3 Personen, mit denen er ein Wochenende in für ihn augenöffnenden Diskussionen verbringt.

Vielleicht vorweg am besten erst einmal die Aspekte, die mich an "The Shack" positiv beeindruckt haben:
+ Die einführende Rahmenhandlung fand ich sehr bewegend.
+ Das christliche Dreifaltigkeits-Konzept wird mMn (bin allerdings kein Experte) gut verständlich erklärt (Kap. 6-9).
+ Das grundsätzliche menschliche Unvermögen, Gutes bzw Schlechtes letztlich als solches beurteilen zu können (aufgrund unserer grundsätzlich unzureichenden Einsicht in die letzten Auswirkungen), also das ethische Äquivalent zum Wahrheitsskeptizismus, fand ich gut dargestellt -- ebenso den Grund, aus dem heraus Jesus (nach christlicher Auslegung) am Kreuz hat sterben müssen (Kap. 11).
+ Der persönliche Wert des Verzeihens auch des größten erlittenen Unrechts wird mMn exemplarisch sehr einfühlsam vermittelt (Kap. 15/16).
+ Das Buch hat mich mal wieder ztum Nachdenken über fundamentale Werte gebracht; allein das mag heutzutage n echter Verdienst sein :)

Alles Punkte, die auf ein sehr gutes Buch schließen ließen... wären da nicht die vielen "Lücken" bzw unbeantworteten Fragen...
- Globale Gültigkeit: finde die genaue Stelle leider nicht wieder, aber an einer Stelle erhebt Gott im Buch den Anspruch, in der exakten dreifaltigen Darstellung (Vater, Sohn, heiliger Geist) zwingend für Menschen aller Glaubensrichtungen da zu sein... halte ich in dieser Form für recht fragwürdig (falls nicht sogar missionarisch-arrogant); hier würde mich die Meinung frommer (& "trotzdem" freigeistiger) Juden/Muslime/Buddhisten interessieren...
- Der Mensch als die "Krone der Schöpfung": spätestens, als Mack mit Jesus unterm Sternenhimmel liegt, hatte ich ihm die Frage eintrichtern wollen: "Gibt es noch mehr wie uns? Das kann doch nicht alles nur zu unserer Unterhaltung da sein?!" Es fehlt vA jegliche Stellungnahme zur Evolutionstheorie; oder zur Frage, ob Gott ggf. auch anderen Lebewesen als dem Homo Sapiens "especially fond of" sein mag... find ich zu ner Zeit, in der das heliozentrische Weltbild das allenthalben anerkannte sein mag, n bißchen deplazert.
- Das Gute als soziale Größe: Kap. 11 beschreibt das menschliche Dilemma, zwar ein subjektives Gefühl für das Gute/das Böse zu haben, nach objektiven Kriterien aber im Urteil scheitern zu müssen, weil die globale Sicht über Ursache & Wirkung fehlt -- dem will ich mich anschließen. In der folgenden Darstellung wird aus diesém ethischen Skeptizismus aber ein zwingender ethischer Solipsismus -- es sei denn, man vertraut das alleinige Urteil dem Einen an, der die objektive Sicht besitzt. Mit einer These, daß immerhin sozial lebende Menschen sich untereinander austauschen können & somit zwar keine wirklich objektive, aber immerhin inter-subjektive Sicht der Dinge möglicherweise erreichen kann (Ethik zu Das Gute in etwa wie Wissenschaft zu Das Wahre: es bleibt immer nur ne Annäherung, die aber mit jeder Beobachtung potentiell "besser" zu werden vermag) : mit solch einer oder einer ähnlichen These hätte sich das Buch mMn auseinandersetzen _müssen_
- Gott == Das Gute vs zB den "kategorischen Imperativ" : das Ideale, Absolut Gute ist schon versucht worden, ohne die Einschränkung menschlicher Einsicht & ohne den Gottesbegriff als finales Mittel zu definieren -- ne Auseinandersetzung mit solchen Begriffen wäre passend gewesen. Mußte nicht zwingend sein, aber die alleinige dogmatische Festlegung auf Gott als die Idee des Guten wäre mir an Macks Stelle ein paar Fragen wert gewesen...
- Gute vs böse Gläubige: an einer Stelle (finde ich zZt leider auch nicht) erbost sich Jesus über die Tatsache, daß soviel Böses in seinem Namen geschieht... da vorher die These aufgestellt wird, daß Gott Das Gute An Sich sei & Böses also nur durch Gottes Abwesenheit zu erklären ist: Wie sind dann die Kreuzzüge einzuordnen? oder die Inquisition? die Zurückhaltung des Vatikans beim Holocaust? Leute, die ihrerseits beim Plausch mit Gott erfahren, daß bestimmte andere Leute Massenvernichtungswaffen besitzen & deshalb beseitigt gehören? "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen"? Das dürfte, unter der These, daß der Mensch ethisch unmündig ist, für uns schwierig bleiben...
- Insgesamt finde ich, daß der Aspekt der zwischenmenschlichen Kommunikation über ethische Fragen auf absurde Weise in Frage gestellt wird: der ethische Solipsismus kann nur im Zwiegespräch mit Gott vermieden werden; Gedankenaustausch der Menschen untereinander ist nicht mehr möglich, da man der anderen (die sich im Zweifelsfall mit ganz anderen Problemen herumschlägt & also von Gott vermutlich andere Einsichten bekommen dürfte) nicht trauen kann (kommen ihre Einsichten denn überhaupt von Gott? Kommen _meine_ Einsichten denn von Gott...? Könnte mir gut vorstellen, die Ínquisition zB mag ebenfalls nach "bestem Wissen & Gewissen" & vA in festem Glauben & auf "direkte Weisung Gottes" hin vollfahren haben...)
Die letztlich im Buch getroffene Aussage "Gottes Wege sind unergründlich; vertrau auf Ihn, Er wirds schon richten": ist mMn schlichtweg keine Handlungsgrundlage, zumal eigenen "spirituellen Einsichten", wie eben beschrieben, genausowenig zu trauen ist, wie denen anderer... gerade in dieser Hinsicht erschien mir die Erzählung -- ich wage ein böses Wort -- einfach sinnleer... (unlösbares Problem: 2 Personen, Sie wissen nur, eine von denen sagt immer die Wahrheit, die andere lügt bei Belieben...)
- Zum Schluß: das Einstein-Zitat'am Anfang von Kap. 11 (auch wenns so halbwegs paßt, vwg. grundsätzliche Beschränktheit der menschlichen Einsicht): ich kann mir nicht helfen, aber das erinnert mich fatal an die Schlußnotiz in den Credits zum Film "What the (Bleep) Do We Know?" : "Die zitierten Personen stimmen nicht notwendigerweise den hier vorgetragenen Inhalten zu" oder so...

Tja, lange Rede, kurzer Sinn: bei mir fiel das Buch leider nicht auf fruchtbaren Boden -- würde mich aber gerne mit Leuten austauschen, die das Buch toll fanden & meinen Kritikpunkten was entgegenzusetzen haben :)

Schön, daß Sie bis hierhin durchgehalten haben... ich hoffe, meine Rezension hat ein wenig helfen können & daß sich niemand persönlich angegangen fühlt.
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