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Kundenrezension

am 10. Juni 2013
Rasant ging der Aufstieg Volbeats vom heißen Newcomer zum Headliner bei Rock im Park/Rock am Ring: auf den ersten drei Kracher-Alben begeisterte eine hungrige Band mit originellem Sound zwischen Metal, Punk und Rockabilly und gesegnet mit dem Händchen für unwiderstehliches Songwriting. Das vierte Album »Beyond Hell...« zeigte dann erste Verschleißerscheinungen mit Wiederholung von Bekanntem und missglückten Experimenten (Death Metal). Die vorab veröffentlichten Songs von »Outlaw Gentlemen & Shady Ladies« ließen dann bereits befürchten, dass dieser Qualitätsverlust weitergehen würde... und so ist es leider auch. Während viele Fans den Rückgang an harten, knackigen Parts bemängeln, stimme ich zu, sehe das aber nicht als das größte Problem an. Viel schwerer wiegt, dass große Teile wie weniger inspirierte Versionen bekannter Volbeat-Songs anmuten. Oder anders gesagt: die Rhythmen swingen, die Gitarren drücken, aber es fehlt schlicht an prägnanten, mitreißenden Hooks.
Ja, es gibt durchaus nette Songs, »Room 24« mit King Diamond klingt interessant, der Coversong »My Body« macht gute Laune und das schnelle »Black Bart« lässt den Kopf nicken. Generell lässt sich das Album sicher gut im Hintergrund hören, aber Songs wie das zwar härtere, aber belanglose »The Hangmans Body Count« oder die plätschernde Single »Cape of our Hero« (Pop? Immer gerne, aber dann muß die Melodie auch richtig stark sein) können lange nicht anstinken gegen Kracher vom Schlage »Mr. and Mrs. Ness«, »The Gardens Tale«, »Still Counting«, »Soulweeper«, »I only wanna be with you«, »Fallen« oder »Guitar Gangsters...«. Wiegt etwa der Abgang von Gitarrist Thomas Bredahl (ersetzt durch Anthrax' Rob Caggiano) schwerer als vermutet? Oder hat die Band um Michael Poulsen schlicht bereits alles gesagt?
Nun, das (zu?) perfekt produzierte Album startete direkt auf Platz 1 so ziemlich aller internationaler Charts, der Weg von Volbeat an die Spitze scheint demnach weiterzugehen, was mich durchaus freut. Ich wäre diesen Weg nur zu gerne weiter mitgegangen... so bleibt mir aber nur das Fazit: nicht wirklich schlecht, aber gnadenlos am selbst gesetzten Standard gescheitert... (5/10)
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