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Kundenrezension

am 20. Juni 2009
Parerga (parergon = Nebenwerk) und Paralipomena (paralipomenon = das Übergangene) sind zweibändig 1851, neun Jahre vor Schopenhausers Tod erschienen. Diese beiden Bände bedingten den späten Ruhm. Sein Haupwerk: Die Welt als Wille und Vorstellung, von Brockhaus herausgegeben, wurde erst postum angenommen. Die Erstausgabe hielt 30 Jahre, ehe sie ausverkauft war. Schopenhauer (1788-1860) war Kantianer, aber durchaus in der kritischen Ausprägung. Seine Ideen waren weniger von der reinen Analytik als vielmehr vom Empirismus getrieben. ("Der philosophische Schriftsteller ist der Führer und sein Leser der Wanderer. Sollen sie zusammen ankommen, so müssen sie [...] zusammen ausgehen: von einem Standpunkt, [...] der des uns Allen gemeinsamen, empirischen Bewußtseyns"; I, §5) Er war ein Philosoph des Pragmatismus und damit recht lebensnah. Er beinflusste Nietzsche zumindest in den frühen Jahren.

Dieser zweite Band beinhaltet mehr als das, was man unter einem Beiwerk verstehen könnte. Auch das vorgeblich Übergangene ist in seiner übertriebenen Bescheidenheit von offensichtlicher Bedeutung. Und damit lesenswert.

Schopenhauer selbst spricht von "Vereinzelte, jedoch systematisch geordnete Gedanken über vielerlei Gegenstände". Ihm kann man nicht widersprechen. Denn diese 31. Kapitel sind an Vielfalt, Witz und Intelligenz äusserst beachtlich. Er ist Kind seiner Zeit und seiner Vorgänger. Sei es in Literatur, Religion oder Philosophie. Und so sind diese vielerlei Gegenstände aus der Auseinandersetzung mit Hegel, Kant, Spinoza, Goethe entstanden und vermischt mit den Sichtweisen Schopenhauers.

Sein ihm unterstellter Pessimissus zeigt sich in Fragen nach Lehre vom Leiden, der Nichtigkeit des "Daseyns" und der Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben. Dass gerade dem letzten Punkt ein Gedanke zum Freitod folgt, ist nicht verwunderlich.
Der metaphysische Gedankenteil zeigt sich in sehr klaren Gedanken zur Religion, zu Fragen der Sanskritliteratur und in den mythologischen Betrachtungen. Selbst die Fragen von Anmut und Würde, die von Schiller bekannt, zeigen sich in der Metaphysik des Schönen und der Aestetik.

Vieles mehr wird den Leser überraschen, eher er den Schluss nach 550 Seiten geniesst, die Gleichnisse, Parabeln und Fabeln. Und wirklich eine Überraschung, von der Schopenhauer als "einen Akt der Selbstverläugnung" spricht.

Insgesamt keine voreilig hingesagte Maxime des großen Philosophen, über "vielerlei Gegenstände" sich geordnete Gedanken gemacht zu haben. Kapitel XXII lädt folgerichtig ein zum "Selbstdenken".

Dieses entspricht dem Band V der neuen Gesamtausgabe von Lütkehaus.
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