Wählen Sie Ihre Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Tools, die erforderlich sind, um Ihnen Einkäufe zu ermöglichen, Ihr Einkaufserlebnis zu verbessern und unsere Dienste bereitzustellen. Dies wird auch in unseren Cookie-Bestimmungen beschrieben. Wir verwenden diese Cookies auch, um nachzuvollziehen, wie Kunden unsere Dienste nutzen (z. B. durch Messung der Websiteaufrufe), damit wir Verbesserungen vornehmen können.

Wenn Sie damit einverstanden sind, verwenden wir auch Cookies, um Ihr Einkaufserlebnis in den Stores zu ergänzen. Dies wird auch in unseren Cookie-Bestimmungen beschrieben. Dies beinhaltet die Verwendung von Cookies von Erst- und Drittanbietern, die Standardgeräteinformationen wie eine eindeutige Kennzeichnung speichern oder darauf zugreifen. Drittanbieter verwenden Cookies, um personalisierte Anzeigen zu schalten, deren Wirksamkeit zu messen, Erkenntnisse über Zielgruppen zu generieren und Produkte zu entwickeln und zu verbessern. Klicken Sie auf „Cookies anpassen“, um diese Cookies abzulehnen, detailliertere Einstellungen vorzunehmen oder mehr zu erfahren. Sie können Ihre Auswahl jederzeit ändern, indem Sie die Cookie-Einstellungen, wie in den Cookie-Bestimmungen beschrieben, aufrufen. Um mehr darüber zu erfahren, wie und zu welchen Zwecken Amazon personenbezogene Daten (z. B. den Bestellverlauf im Amazon Store) verwendet, lesen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung.

Kundenrezension

Rezension aus Deutschland vom 3. Juli 2012
Ich muss mich ebenfalls outen: Wenn ich Pixel sehe, wird mir ganz warm um's Herz. Das gleiche gilt für klassische Computertechnologie, Chiptunes und die angenehme "Tortur" Soundkarten-Einstellungen von MS-DOS-Spielen korrekt zu konfigurieren. Und selbst das durchwachsenste zeitgenössische Spiel erhält Absolution für ein gelungenes Retro-Zitat. Die Vergangenheit des Computerspiels ist ein gemütlicher Rückzugsort, gefüllt mit schönen Kindheitserinnerungen und frei von modernen Gewalt-, Komplexitäts- und Grafik-Orgien. Früher war eben alles besser. Zumindest im verklärten Rückblick, der feinsäuberlich alles Negative ausblendet. Warum wir so gerne Erinnerungen an die "gute alte Zeit" des Mediums konstruieren und wie Computerspiele den Hang der Spieler zur Nostalgie aufgreifen, darüber gibt  Playing Yesterday: Mediennostalgie im Computerspiel  (2012) von Sebastian Felzmann nun kompetente Auskunft.

Zunächst führt der Autor kompakt in die Gedächtnistheorien von Aleida und Jan Assmann sowie von Maurice Halbwachs ein. Es folgen Grundlagen zur Wortgeschichte, den Bedingungen und der Funktionsweise von Nostalgie, dem Gefühl, »dass die Gegenwart in irgendeiner Art und Weise unzulänglich oder mangelbehaftet ist« (S. 25). Der verklärende Blick in die Vergangenheit schafft dabei nicht nur Orientierung im stetig schneller und komplexer werdenden Alltag, sondern stiftet ebenfalls soziale Gruppenidentität. Weiter konkretisiert durch den Begriff »Mediennostalgie«, wird das Phänomen von Sebastian Felzmann als »Sehnsucht nach der spezifischen Verfasstheit eines Mediums zu einem spezifischen Zeitpunkt« (S. 28) verstanden. Illustriert wird das zunächst anhand von populären Filmbeispielen, wie etwa 
Pleasantville  (1998),  Sky Captain and the World of Tomorrow  (2004) sowie dem Grindhouse-Double-Feature  Planet Terror  und  Death Proof  (1997). Das Buch endet mit der ausführlichen Übertragung dieser theoretischen Basis auf das Computerspiel. Dabei wird glücklicherweise nicht - wie in den deutschsprachigen Game Studies leider noch oft üblich - nur die narrative und audiovisuelle Ebene betrachtet, sondern auch der (medien-)nostalgische Umgang mit Spielregeln und Gameplay-Strukturen thematisiert. Mit gut ausgewählten Beispielen von PONG (1972) bis  Crysis  (2007) gelingt Felzmann schließlich ein differenzierter erster Überblick über »nostalgische Mechanismen« und »mediennostalgische Ausprägungen« im Medium Computerspiel sowie nötige »Abgrenzungen [...] zum bereits etablierten [Medium] des Films« (S. 84).

Playing Yesterday  ist jedem zu empfehlen, der/die sich für Retrogaming und Techniknostalgie interessiert. Dass es sich "nur" um eine aufgebohrte Masterarbeit handelt, merkt man dem Buch - abgesehen vom relativ geringen Umfang - nicht an. Sebastian Felzmann schreibt gut verständlich, findet stets nachvollziehbare Beispiele zur Illustration seiner Thesen und weiß durch kleine Anekdoten und Querverweise weiterführendes Interesse für das Thema zu wecken. Eine willkommene, progressive Bereicherung für die doch selbst noch sehr "nostalgische" Auseinandersetzung mit Computerspielen in Deutschland. Wenn man etwas an  Playing Yesterday  kritisieren möchte, dann, dass das Buch an dem Punkt endet, wo es eigentlich erst richtig losgehen sollte, aber das spricht im Prinzip auch nur dafür, dass Felzmann an einer wichtigen Facette von Computerspielkultur dran ist. Wo man das "Gestern" "spielt", da ist Relevanz für die Gegenwart offensichtlich!
11 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Missbrauch melden Permalink

Produktdetails

5,0 von 5 Sternen
5 von 5
1 globale Bewertung
5 Sterne
100%
4 Sterne 0% (0%) 0%
3 Sterne 0% (0%) 0%
2 Sterne 0% (0%) 0%
1 Stern 0% (0%) 0%