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Kundenrezension

am 14. Juni 2007
Im allgemeinen war John Wayne in den Filmen am besten, in denen er durch das Drehbuch gefordert wurde, gegen sein eigenes Klischee zu spielen, also beispielsweise in "Red River" und "The Searchers". Jedoch - keine Regel ohne Ausnahme. In "Rio Bravo" ist er ohne Einschränkung großartig, obwohl er hier John Wayne, John Wayne und nichts als John Wayne spielt. Will heißen: als Sheriff John T. Chance ist er der typische harte Bursche mit weichem Kern, unerschrocken, besonnen, integer und prinzipientreu und mit praktisch jeder positiven Eigenschaft versehen, die ein Westernheld überhaupt haben kann, und außerdem mit jener Prise Humor und Selbstironie, die verhindert, dass die Sache sich ins pathetische versteigt. Wayne gibt, kurz gesagt, den sympathischsten Charakter, der jemals in einem Western zu sehen war. Hier ist er nicht nur John Wayne, sondern der beste aller möglichen John Waynes.

Die Geschichte ist von rührender Schlichtheit (um nicht zu sagen Einfalt): Mit einer Handvoll Getreuer verteidigt Chance das Gefängnis, in dem er den Mörder Joe Burdette gefangen hält, gegen eine Bande von dessen Bruder Nathan gedungener Revolvermänner, rettet nebenher seinen aus unglücklicher Liebe zum Säufer gewordenen früheren Hilfssheriff Dude (Dean Martin) aus der Gosse und erlebt eine etwas spröde Liebesgeschichte mit der Pokerspielerin Feathers (Angie Dickenson). Das Geschehen bewegt sich geradezu rituell zwischen den Schauplätzen Gefängnis - Straße - Hotel; das Glück wechselt hin und her, aber am Ende behalten - natürlich - die Guten die Oberhand. Zentral für den Film sind die vielen Szenen zwischen Chance, Dude, dem alten Stumpy (Walter Brennan) und dem jungen Colorado (Ricky Nelson), die trotz vieler kleiner Reibereien zu einer verschworenen Gemeinschaft werden und als solche der feindlichen Übermacht trotzen können. Das wird von den vieren so wunderbar ausgespielt, dass sie einem richtig ans Herz wachsen. Dabei ist der Grundton des Films vergleichsweise leicht und humorvoll und vermeidet mit großem Geschick sowohl Pathos als auch Klamauk - die vier Helden agieren überzeugend nach der Devise: die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Und selbst die berühmte musikalische Einlage von Dean Martin und Ricky Nelson ("My rifle, my pony and me") hat Stil und fällt nicht aus dem Rahmen. Stilsicherheit, das zeichnet diesen Film von der ersten bis zur letzten Minute aus.

Bekanntlich hat Howard Hawks "Rio Bravo" als Gegenentwurf zu "High Noon" gedreht, dessen todernste, pathetische Grundhaltung ihm ein Greuel war. Für meine Begriffe ist "Rio Bravo" der um Längen bessere Film. Zwar erreicht er nicht die dramatische Geschlossenheit und Stringenz von Fred Zinnemanns Klassiker, aber auf die hatte es Hawks auch gar nicht abgesehen, der stattdessen ein viel differenziertes Bild der Personen und ihrer Beziehungen entwirft. Außerdem ist bei Hawks das gute Ende als Erfolg der "verschworenen Gemeinschaft", die sein Film feiert, logisch und folgerichtig, während das Happy End in "High Noon" unlogisch und inkonsequent ist: da es Gary Cooper dort nicht gelingt, die Menschen der Stadt als Helfer zu gewinnen (was während des ganzen Films als zwingende Voraussetzung für den Erfolg vorausgesetzt wird und neunzig Prozent der Handlungszeit ausmacht), dürfte er den Kampf am Ende nicht gewinnen oder zumindest nicht überleben, sondern müsste sein Leben opfern. Wayne, Martin, Brennan und Nelson dagegen lassen zwei Stunden lang keinen wirklichen Zweifel daran, dass sie das Ding schon schaukeln werden. Man gönnt es ihnen von Herzen.

Fazit: "Rio Bravo" ist einer der schönsten, wenn nicht der schönste Western. Wer sich diesen Film nicht ansieht, hat selber Schuld.
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