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Kundenrezension

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Reise, die man erleben muss!, 30. März 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Visions (Audio CD)
Hakens zweites Album "Visions" brauchte nicht lang, um von mir gekauft zu werden. Ursprünglich kam ich als Hörer aus der Ecke Dream Theater, Pain Of Salvation und Porcupine Tree und wurde durch eine Amazonempfehlung an diese Band weitergeleitet (jaja der gute alte gläsernde Amazon-Nutzer). In Folge dessen hörte ich einige Tracks auf youtube.com zur Probe. Nach dem einmaligen Durchhören der Lieder dachte ich, es sei ein Verbrechen, diese großartige Musik ein zweites Mal anzuhören, ohne die Erschaffer zu unterstützen und kaufte mir die CD.
Die Musik ist gekennzeichnet von Hard-Rock-Elementen mit progressiven Einflüssen. Es ist ein guter Ausgleich zwischen ruhigen und aggressiven Passagen vorhanden. Der Gesang ist durchgehend klar gehalten. Mitunter wird die Musik stark durch virtuose Gitarrenarbeit und "ungerade" Taktarten dominiert. Jedoch werden diese Elemente sehr rücksichtsvoll in die Songstruktur eingearbeit ohne das Gefühl entstehen zu lassen, die Lieder seien wie aneinandergesetzte Ideenschnipzel konstruiert worden.
Inhaltlich handelt es sich bei "Visions" um ein Konzeptalbum. Thematisiert werden die fortwährend schlimmer werdenden Angst- und Paranoiasymptome eines Mannes, der mit 9 Jahren eine Vision seines eigenen Todes hatte und seither unter Schlaflosigkeit und vielen weiteren Symptomen leidet, die seine Gedankenkreisläufe bezüglich seines eigenen plötzlichen Ablebens noch verstärken.
Das Album beginnt mit dem Instrumentalstück "Premonition". Leichte Streicher führen den Hörer behutsam in das Universum des lyrischen Ichs ein, bevor erst melodisch klingende, dann härtere Gitarrenriffs die Dominanz im Song an sich reißen. Eine fast schon zerstörerische Kraft wird durch die Härte der Gitarren zum Ausdruck gebracht, die doch zwischendurch immer wieder von melodiösen Zwischenpassagen unterbrochen werden. Insgesamt bereitet "Premonition" mit einem buntenen Mix aus später wieder erscheinenden Themen den Hörer musikalisch auf die Reise vor, die das Album im Begriff ist einzuschlagen. Gegen Ende des Liedes werden zusätzlich pompös klingende Bläser verwendet, die dem Lied seinen krönen Abschluss geben.
Der zweite Track "Noctural Conspiracy" beginnt sehr ruhig. Im Hintergrund sind Wind-Geräusche zu vernehmen. Es wird eine unheimliche Atmosphäre aufgebaut, die den Themenschwerpunkt der Vorahnung untersteichen. In diesem Lied ist dann auch der äußerst abwechslungsreiche Gesang zum ersten Mal zu vernehmen. Nach dem sanften Vers bricht über den Hörer der härtere Refrain aus, der mit seinen äußerst tief klingenden Gitarren eine enorme Schwere verbreitet. Der Sänger beweist schon hier seinen äußerst beeindruckenden Stimmumfang. Nach dem sehr eingängigen ersten Teil wird in einen 9/8 Rhythmus übergangen, der sanft vom Klavier eingeleitet wird. Dannach folgt eine sehr wilde Instrumentalpassage, die stark an Dream Theater erinnert. Nach der erneuten Wiederholung des Refrains geht das Lied in einen ruhigeren Part über, der durch Fretless-Bass und Klavier sehr gefühlvoll begleitet wird. Insgesamt ist der 13-minütige Song ein sehr eingängiges, abwechselungsreiches Meisterwerk.
Direkt im Anschluss folgt das Lied "Insomnia" (dt. Schlaflosigkeit). Das Lied lässt sich hauptsächlich in drei Teile aufteilen. Der erste Teil lässt im 6/4-Takt durch interessante Drum & Bass-Passagen abwechselnd mit tiefschürfenden Gitarren und tanzenden Piano-Sequenzen einen sehr experimentelle Sound-Mischung entstehen. Nach dem ersten Refrain beginnt der zweite größere Teil im 4/4 Takt. Er beginnt mit einer Sequenz, die stark an frühe Videospiele der 90er Jahre erinnern lässt und auch kurz das Nintendo-Start-Geräusch erklingen lässt. Dann übernehmen harte und tiefe Gitarrenriffs die Führung. Durch die Reduzierung des Tempos auf Half-Time entsteht eine unglaubliche Head-Bangig-Lust. Kurz darauf folgt aber auch schon ein unglaublich virtuoses Gitarrensolo, wonach dann ein Synthesizer den Solo-Part ergänzt. Schließlich wechselt der Song wieder zurück zum ursprünglichen Riff und lässt das Lied mit einem leidenschaftlichen Streicher-Ensembel enden. Großartig!
"The Minds Eye" ist vielleicht der popigste Song des Albums. Unglaublich eingängige Melodien treffen auf grandiose Gitarrenrhythmen und verspielte Taktkonstruktionen. Während der Hauptteil des Liedes im 6/8 Takt gehalten ist, werden beispielsweise der Verse oder der Pre-Chorus mit einem wunderbar passenden 11/8-Takt versehen. Schon beim ersten mal wird man bei dieser eingängigen Melodie stark zum mitsingen animiert. Die Komponisten hätten bei diesem Lied, trotz der starken Eingängigkeit, jedoch insgesamt noch mehr wagen können.
"Portals" ist das zweite Instrumental des Albums. Es ist vielleicht auch das experimentellste Stück. Neben atonalen Tonabfolgen, schweren Gitarren und "krumen" Taktarten wird auch versucht auf möglichst brutale Weise die Virtuosität aller Musiker unter Beweis zu stellen. Das Lied hätte ganz im Gegensatz zu "The Minds Eye" ein wenig mehr Eingängigkeit vertragen können. Wer jedoch auf Virtuosität-Lieder a la "The Dance of Eternity" steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
"Shapeshifter" könnte man als einen der wenigen Schwachpunkte des Albums klassifizieren. Auch der aufwändige Einsatz der Bläser kann hier über die etwas einfallslose Melodie- und Rhythmusstruktur des Liedes einfach nicht hinwegtäuschen. Auch beim Refrain entsteht nicht wirklich der Wille mitzugehen, irgendwie wirkt alles ein wenig fad und schlecht arrangiert.
Ganz anders kommt jedoch "Deathless" daher. Der durchweg ruhig gehaltene Song ist sozusagen die Ruhe vor dem Sturm (dem Titeltrack). Er beginnt mit einem mysteriös klingenden sanften Streichen in Verbindung mit einer unheimlich einfühlsamen Pianomelodie, die sogleich vom einsetzenden Gesang dupliziert wird. Der Refrain wirkt erfrischend, er hebt die Stimmung und bleibt trotzdem der sentimentalen Grundstimmung des Liedes treu. Nach dem zweiten Refrain beginnt eine Instrumentalpassage, die jedoch bewusst auf die exzessive Darstellung des Könnens der Musiker verzichtet und stattdessen ein wunderbares, klares Klangbild liefert, das sich auzgezeichnet in den restlichen Song einfindet.
"Visions", der Titelsong des Albums, beginnt erstaunlich. Mit Hilfe von künstlichen Klängen, Streichern und einer Erzählerstimme, die selbst in der Klangwelt des Ganzen verschwimmt, wird über die Beziehung zwischen Traum und Realtität philosophiert. Im Anschluss an dieses bewegende Vorspiel stehen Streicher und Bläser im Vordergrund. Diese pompöse Passage verschaft mir heute noch jedes Mal Gänsehaut, fantastisch! Dann steigt die Band ein. Eine kraftvolle und unglaublich mitreißende Reise beginnt. Bekannte Themen werden aufgegriffen und integriert. Strophe und Refrain sind nicht nur eingängig und mitreißend, sie laden auch den Hörer ein, sich durch die erneut entstehenden Sprechpassaden mehr mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dann folgt eine orientalisch anmutende Instrumentalpassage, die mich ein wenig an die Band "Angra" erinnert. Dann, nach einem kurzen Zwischenspiel, das mich wiederum an die Band "Muse" erinnert, wird plötzlich eine Passage eingeleitet, die stark an ein Musical erinnert. An dieser Stelle wird schließlich die Schlüssel-Textstelle des Albums preisgeben "If the boy I accidantily killed was me". Nach einer ruhigen und gefühlfollen Zwischenpassage geht die Band zurück in das Musical-Genre und schließt das 22-minütige Meisterwerk letztlich mit Hilfe von Streicher und Bläsern in einem mehr als würdevollen Abgang.
Für mich ist dieses Album, auch neben dem genial konstruierten Konzept, ein sehr abwechslungsreiches und kraftvolles Werk, das einen nur schwer aus seinem Bann lässt. Es ist auch, oder erst, nach mehrmaligem Hören sehr unterhaltsam und es verspricht immer wieder neue musikalische und lyrische Aspekte zu enthüllen.
Für mich ist Haken aus zwei wichtigen Gründen eine gute Alternative zu Dream Theater. 1. Finde ich die Stimme des Sängers äußerst ansprechend und sympathisch. Sie ist klar und verzichtet auf ein zu starkes Vibrato. 2. Werden die instrumentalen Spielereien gut in das Gesamtkonzept der einzelnen Lieder integriert, ohne das der Eindruck entsteht, das das Lied unnatürlich oder zu wenig gefühlvoll sei.
Wer also eine gelungene Abwechslung zu den vorherrschenden Prog-Rock-Bands sucht, ist mit Hakens "Vision" mehr als gut bedient!
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.04.2013 23:16:02 GMT+02:00
Sonderlink meint:
Hervorragende Rezension, macht aber eine Menge Arbeit !
"ein Verbrechen, diese großartige Musik ein zweites Mal anzuhören, ohne die Erschaffer zu unterstützen und kaufte mir die CD" - ging mir genauso, kaufte daher auch:
The Raven Who Refused to Sing, Mercy Falls und Brief Nocturnes and Dreamless Sleep
Diese Bands, die so unglaubliche Musik zustande bringen, können im Zeitalter von Downloads nur noch durch Live-Auftritte existieren.

Veröffentlicht am 21.04.2014 17:53:12 GMT+02:00
Dem meint:
Bääm
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