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Kundenrezension

am 4. September 2013
In Dylans mehr als 50jähriger Karriere gibt es viele beeindruckende Gipfel. Was heißt, dass es auch ein Dazwischen gibt - das können - um beim Bild zu bleiben - Hochebenen sein, manchmal geht's tiefer hinab. Allerdings gibt es einen wirklich dramatischen Absturz, den nach dem Jahr 1968, nach der Platte "John Wesley Harding". Diese Feststellung hat weniger mit "linksideologischen" Vorbehalten zu tun, wie ein Rezensent vor mir mutmaßte (Dylans kurzer Flirt mit der "Linksideologie" war damals ohnehin schon längst passe), sondern mit ästhetisch-musikalischen. In der Tat ist es schwer zu verstehen, dass ein Künstler, der eben noch "All Along The Watchtower" veröffentlicht hatte, wenige Monate später "oh me oh my love that country pie" auf Vinyl schmalzte. Dylan selbst hat es in einem der besseren Songs aus dieser Ära ausgedrückt: "Was ist los mit mir? Ich hab nicht viel zu sagen". Und noch drastischer, das "Album Self Portrait", das sozusagen den Schluchtgrund dieses Absturzes markiert wurde von Greil Marcus mit "Was soll der Sch...." kommentiert - treffend, wie ich meine.
Ausgerechtet "Another Self Portrait" bildet nun die 10. Folge der "bootleg-Serie", die Outtakes und Alternativversionen dieses Machwerkes bilden die Mehrheit auf der Doppel-CD. Unterm Strich dokumentiert "Another Self Portrait" leider nur, wie unbedeutend, orientierungslos, ja bisweilen grottenschlecht Dylan zu dieser Zeit sein konnte. Als Beispiel sei die Alternativversion von "I Threw It All Away" erwähnt, sehr ähnlich übrigens der 1969 veröffentlichten Version: Ein Lied über das Ende einer Liebe, ein Lied über Trauer. Aber vorgetragen in selbstzufriedenem Bariton, guttural, triumphalistisch, ertränkt in üblem Country&Western-Sirup. Dabei ist der Song an sich ja gut, es gibt beeindruckende Performances davon auf der zweiten "Rolling-Thunder" Tour 1976. Aber so kann er nur zeigen, wie sehr Bob Dylan auch mal von jedem kreativen Instinkt verlassen sein konnte.
Doch ja, es sind einige tolle Songs dabei. "House Carpenter", das alte Traditional, z.B. hat Charakter. "Copper-Kettle", die alte Ballade über Schwarzbrennen von Whisky, gefiel mir immer schon als eines der wenigen Lieder auf Self Portrait. Jetzt gibt's eine Version ohne overdubs. Also es gibt auch paar nette, interessante, sympathische Momente. Aber wir reden von Bob Dylan. Dem Künstler, der sich aus diesem Loch nach einiger Auszeit Mitte der Siebziger mit einer Serie immens starker Alben und auch Konzerttourneen herausarbeiten würde. DAS ist mein Hauptkritikpunkt an dieser Veröffentlichung. Warum wird ein Tiefpunkt und nicht eine wirklich gute Phase in Dylans Karriere dokumentiert? In diesem Zusammenhang erlaube ich mir einige Vorschläge zur Wiedergutmachung für die nächste Folge der "bootleg-Serie". Die 1978-Tour wird unterschätzt, vielleicht weil wir offiziell nur Live at Budokan" kennen, die wirklich guten, je ekstatischen Konzerte fanden später in Europa und im Herbst in den USA statt. Auch ein Konzert aus der christlichen "Gospel-Ära" 1979-1981 hätte wohl mehr hergegeben. Dann die beiden Tourneen mit Tom Petty - auch sie harren noch einer offiziellen Veröffentlichung. Und auf den großen Schatz der Never-Ending-Tour" seit 1988 braucht nicht gesondert hingewiesen werden.
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