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Kundenrezension

am 6. Juni 2008
Da ist er wieder, der Aufklärer und Anprangerer Amerikas, Michael Moore. In seinem nunmehr fünften Dokumentarfilm hat er wieder mal nur eins im Visier: die negativen Seiten des ach so hochgepriesenen Amerikas. Nach Gewalt an Schulen ("Bowling for Columbine") und dem Irrsinn des Irakkriegs ("Fahrenheit 9/11") nimmt sich Moore nun mit "Sicko" das wahrhaft kranke Gesundheitssystem der USA vor.

Man mag Michael Moore Polemik, subjektive Berichterstattung und mit an Fahrlässigkeit grenzende Einseitigkeit vorwerfen (was seine Gegner auch regelmäßig tun), nichtsdestrotrotz vermag er zu schockieren mit seiner schonungslosen Offenlegung der Missstände in den USA, die er sich sicher nicht ausgedacht hat. Wenn man diesen Film gesehen hat, sollte man es sich wahrlich dreimal überlegen, noch einmal über die Erhöhung der Zuzahlung bei Medikamenten oder die vermeintlich langen Wartezeiten in deutschen Praxen oder Krankenhäusern zu schimpfen.

Moore zeigt ein älteres Ehepaar, das sein Haus aufgrund der immensen Krankenhaus- und Medikamentenkosten verkaufen musste, und nun seinen Lebensabend in einem Abstellraum der Tochter fristen muss. Freiwillige Helfer nach den Terroranschlägen vom 9. September, die Atemwegs- und andere Erkrankungen erlitten haben, bekommen keinerlei Unterstützung vom Staat. Kranke ohne Versicherung werden von Krankenhäusern in Taxis verfrachtet und vor Armenunterkünften abgeladen, da sie sie nicht behandeln wollen. Krankenversicherungsangestelle erleiden Nervenzusammenbrüche, wenn sie von ihrer Firma angehalten werden, todkranken Patienten die notwendige Behandlung zu verweigern. Wartezeiten in Krankenhäusern können bis zu 18 Stunden betragen. Selbst als Versicherter hat man keinerlei Garantie, im Krankheitsfall behandelt zu werden. Die Versicherungen haben spezielle Leute, die die Patienten und deren Vorleben auf "Herz und Nieren" prüfen müssen, und es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass auch rückwirkend Kosten wieder gestrichen und von den Versicherten selbst gezahlt werden müssen, sollte bei diesen "Überprüfungen" irgendwas gefunden werden, was man eventuell verschwiegen hat. Es werden Boni an die Angestellten ausgezahlt, die der Krankenversicherung das meiste Geld eingespart haben.

Durch die komplette Privatisierung des Gesundheitssystems sind den legalen Grausamkeiten der Versicherungen kaum Grenzen gesetzt. Die Preise für Medikamente sind hoffnungslos überteuert, der Tod wird von den Versicherungen mehr als billigend in Kauf genommen, so lange er ihnen - im Gegensatz zu langwierigen Behandlungen - Kosten einspart. Ein verstaatlichtes Gesundheitssystem wird vehement boykottiert und in der Presse als großes Unheil dargestellt. Und das, obwohl jährlich mindestens 50.000 Amerikaner durch das jetzige System sterben.

Als Moore erfährt, dass die Gefangenen auf Guantanamo Bay kostenlose medizinische Behandlungen erhalten, chartert er drei Schiffe, packt sie voll mit Kranken und fährt nach Kuba. Nach Guantanamo lässt man ihn zwar nicht, aber seine Patienten werden in Kuba kostenlos behandelt, medikamentös richtig eingestellt, eingehend untersucht und bekommen für sie lebensnotwendige Medikamente für z. B. 50 Cent statt für 120 Dollar in den USA. Es treibt einem die Tränen in die Augen, die Dankbarkeit dieser teilweise todkranken Menschen zu sehen, wenn sie weinend einen kubanischen Arzt umarmen. Und dass, wo Kuba in den USA immer noch als Staatsfeind Nr. 1 gehandelt wird.

Diese Dokumentation ist erschütternd, aufrüttelnd, sie macht betroffen und traurig. Und dankbar. Dankbar dafür, dass es solche Filme gibt und dankbar für unser staatliches Gesundheitssystem, das zu einem der besten der Welt zählt. So sollte und wird man es nach diesem Film sehen, und das ist auch gut so.
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