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Kundenrezension

am 20. Oktober 2009
Gregory Clark zählt zu den wichtigsten Ökonomen die sich derzeit mit Global- und Wirtschaftsgeschichte befassen. Spätestens, nachdem sein Buch wie eine Bombe auf den internationalen Buchmärkten eingeschlagen hat. Ich hatte das Privileg, dieses Werk im Rahmen eines "guided reading" ein ganzes Semester zu sezieren.

Die wesentliche Theorie Clarks besteht in der sogenannten Theorie der "downward mobility" von bürgerlichen Werten in einer Gesellschaft. Damit will er die in der Globalgeschichte gestellte Kernfrage, warum einige Länder reich und andere arm seien, lösen. Die downward mobility ist im wesentlichen eine Frage der sozialen Selektion. Die Kinder reicher Eltern hätten höhere Überlebenschancen als die von ärmeren Eltern. Im Klartext, die Armen sterben aus, ihre Positionen/Jobs werden von den Sprößlingen der Reichen übernommen. Damit wird die gesamte Gesellschaft automatisch auf gewisse "bürgerliche" Werte (Fleiß, Hygiene, etc. )hin nomiert. Und diesen Prozess sieht Clark am stärksten in England ausgeformt, wodurch auch die Grundlagen für die Industrialisierung, für Clark die wesenlichste Cäsur in der Menschheitsgeschichte (neben der neolithischen Revolution), gelegt werden. Die Beweisführung für seine Theorie tritt er an, indem er die Testamente einer englischen Stadt auswertet.

Man kann Clark sicher nicht vorwerfen, hier starke eurozenristische Positionen zu beziehen. Alleine die Schilderung der hygienischen Zustände unserer europäischen Vorfahren im Vergleich zu asiatischen Verhältnissen, zeigen auf, wie rückständig unser Kontinent in vielen Bereichen war. Auch geht Clark sehr gut auf die gängigen Theorien in der Global- und Wirtschaftsgeschichte ein, um dem Laien eine einigermaßen fundierte Einführung in die aktuelle Forschung näherzubringen.

Der Hauptkritikpunkt, und der Grund für meine niedrige Bewertung, bleibt jedoch der Rückschluss, den Gregory Clark aus seinem Datenmaterial zieht. Zum einen ist es ohnehin fragwürdig, mit sozial-darwinistischen, biologischen Prozessen soziale und politische Veränderungen (und solch ein Prozess war die Industrialisierung) in einer Gesellschaft zu erklären. Clark nähert sich hier der Eugenik und anderen Theorien des frühen 20. Jahrhunderts an, die allesamt verheerende Folgen hatten (Arier-Supermensch, überlegene weiße Rasse). Zum anderen steht die Theorie auf schwachen Füßen. Clark nimmt zur Beweisführung eben nur die Testamentserie einer englischen Stadt in der frühen Neuzeit heran!! Eine lokale, auf einen gewissen Zeitraum limitierte, Datenserie soll also eine globale, mehrere Jahrtausende umfassende, Theorie abstützen! Und das ist einfach zu wenig. Hier thront der Koloss wahrhaftig auf tönernen Füßen.
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