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Kundenrezension

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "The world that you and Paul live in doesn`t exist.", 16. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einsam sind die Tapferen (Masterpieces of Cinema Collection 02) (+ Blu-ray) (DVD)
- Wer hier ausschließlich technische Informationen zur BluRay- Umsetzung sucht, sollte besser woanders weiterlesen, da bin ich keine Expertin. -

Kirk Douglas hatte die Filmrechte an dem Roman 1956 erschienenen "The Brave Cowboy" von Edward Abbey erworben und bat seinen Freund Dalton Trumbo, der schon das Script zu "Spartacus" geschrieben hatte, dazu ein Drehbuch zu verfassen. Als Komponist wurde Jerry Goldsmith, als Regisseur David Miller engagiert. Es entstand ein ungewöhnlicher Spätwestern, der Douglas` persönlicher Lieblingsfilm ist.
Die Handlung spielt gerade mal an zwei Tagen. Der Cowboy Jack Burns (Kirk Douglas) reitet zum Haus seines Freundes Paul Bondi (Michael Kane), der verhaftet wurde, weil er illegale mexikanische Einwanderer unterstützt hatte. Pauls Frau Jerry (Gena Rowlands in ihrer zweiten Filmrolle) liebt Jack noch immer, dieser wollte sich jedoch nie binden. Um Paul zu befreien, lässt er sich auf eine Schlägerei ein und wird ebenfalls verhaftet. Doch Paul möchte seine Strafe lieber absitzen, um Jerry und dem Sohn ein Leben auf der Flucht zu ersparen. Sheriff Morey Johnson (Walter Matthau) leitet die Verfolgung auf den Ausbrecher und auch der sadistische Deputy Gutierrez (George Kennedy) hat noch eine Rechnung mit Jack offen.
Schon zu Beginn folgt der Film in einer Parallelhandlung dem Truck-Fahrer Hinton (Carroll O`Connor), der eine große Ladung Toilettenbecken nach New Mexico fahren muss. Ein größerer Gegensatz zwischen ihm und dem Cowboy Jack ließe sich nicht vorstellen und es wird klar, dass sich diese beiden Männer im Laufe des Films auf schicksalhafte Weise begegnen werden. Eine herrlich absonderliche Idee ist es, Jack in einer Bar auf einen aggressiven Einarmigen stoßen zu lassen. Burt Lancasters Double Bill Raisch sorgt für eine der besten Actionszenen in dem insgesamt eher elegischen Film. Heimlicher Star des Films ist Jacks Pferd Wiskey, eine clevere Stute, mit der Jack fast zu flirten scheint. Diese innige Beziehung führt zu einer der spannendsten Szenen, in der Jack wider jede Vernunft sein Pferd durch gebirgige Landschaft führt, statt es zurückzulassen. Die Schlussszene ist dementsprechend besonders ergreifend.

Buch, Regie und Darstellung "konstituieren einen verschiedentlich angereicherten akzeptablen Action-Film, dem außer der mangelnden tieferen Motivation vor allem abträglich ist, dass er -bezeichnenderweise- seinen Helden nicht versteht" schrieb seinerzeit Helmut Färber (Filmkritik Nr. 12, Dezember 1962). Meines Erachtens liegt hier ein Missverständnis vor, schon der Verleiher Universal vermarktete den Film falsch. Es ist kein Actionfilm, sondern ein Abgesang auf den alten Westen -mit Actionelementen. Auch wenn der Zuschauer Burns Motivation für sich nicht nachvollziehen kann, so ist sie in der Person schlüssig angelegt: Burns letztlich zum Scheitern verurteilter Versuch, ein vollkommen freies Leben zu führen. Wie in vielen klassischen Western steht hier ein Mann im Mittelpunkt, der sich dem zivilisierten, "geregelten" Leben entziehen will. Somit ähnelt er Dempsey Rae in "Mit stahlharter Faust" oder auch Ethan Edwards in "Der schwarze Falke" (aber ohne dessen Verbitterung und Vorurteile). Den Westen des 19. Jahrhunderts, der noch für Freiheit und Wildnis stand, gibt es aber nicht mehr. Für Jack wird ausgerechnet Mexiko das Land seiner Sehnsucht. Vielleicht ist es nur ein Missverständnis. Paul versorgte die Armutsflüchtlinge, für Jack bleibt es ein Land der Verheißung. Dieser absolute Freiheitsanspruch muss ihn zum Einzelgänger machen. Er liebt Jerry, aber er wollte nie "Haus, Töpfe und Pfannen". Manche deuten den Film als eine Dreiecksgeschichte, wobei mir aber nicht klar ist, ob Jerrys Mann Paul oder Jacks Pferd Wiskey der/ die Dritte im Bunde sein soll.
Wenn der klassische Westernheld durch den Amerikanischen Bürgerkrieg aus der Bahn geworfen wurde, so ist es hier der Korea-Kriege, der Jack erschütterte. Walter Matthau spielt den Sheriff schon fast kontemplativ. Er liest Jacks Biografie und muss sich von Amts wegen auf die Verfolgungsjagd machen. Insgeheim sympathisiert er mit Jack. Herrlich lakonisch kommentiert er dessen "Vorstrafen" (wollte Washingtons Geburtstag feiern, Flaggentag, usw). Überhaupt ist die milde Ironie eine der großen Stärken des Films. Im Gefängnis versucht ein verquerer Prediger die Saufbrüder zu bekehren, bis die mal nachfragen, warum er denn im Gefängnis sitze: "Ah, the temptations of the flesh. ... I didn` t say I fought `em off. Sometimes I lost. But believe me, it takes a lot more to tempt a preacher than it does you stumblebums in here. When I lost, I lost big!"
Die Kamera fängt die Landschaft zunächst klassisch ein - bis Düsenflugzeuge zeigen, dass wir uns in der Gegenwart befinden. Das Wolkenspiel ist eindrucksvoll eingefangen. Die Wolken werfen dunkle Schatten auf die Felsen, wie eine Vorahnung des Verderbens. Der Score von Goldsmith preist meist nicht die grandiose Landschaft, er charakterisiert den Einzelgänger, eine einsame Trompete, unterstützt von wenigen Streichern.
Es lohnt sich, den Film im Original zu hören, da die an sich gute Synchro einige Stellen "zurechtbiegt". Beispiel: Im Original sagt Jerry zu Jack: "If it didn't take men to make babies I wouldn`t have anything to do with any of you!" In der Synchro wird daraus: "Wenn ich euch nicht trotzdem so lieb haben würde, ich glaube, ich würde keinen von euch noch mehr sehen wollen." War da jemand verklemmt?

Zur Ausstattung: Die DVD hat eine gute Bild- und Tonqualität, es gibt deutsche und englische Untertitel. Als Extra gibt es zwei Filme, einen über die Entstehung des Films (19 min.) und einen über die Filmmusik (10 min.), beide sind deutsch untertitelt. Die Doku über die Filmmusik zeigt ganz gut -anhand einer nicht verwendeten Musiksequenz- , wie Musik die Stimmungslage lenkt. Dazu gibt es den Originaltrailer, eine Bildergalerie und ein Booklet mit einem Aufsatz von Sascha Westphal. Das FSK-Logo lässt sich von der Hülle abziehen. Die Laufzeit der BluRay wird mit 107 statt 103 (DVD) angegeben. Ob dies an einer anderen Laufgeschwindigkeit oder an einer tatsächlich längeren Version liegt, habe ich noch nicht herausbekommen. - Das Titelbild (Originalkinoplakat) ist etwas irreführend. Zwar wird jemand im Laufe des Films auf einen Hubschrauber schießen, aber die Szene ist glücklicherweise nicht so reißerisch wie die Abbildung befürchten lässt. Mit "First Blood" hat der Film nicht viel gemeinsam (nur den Filmkomponisten)

Fazit: "Gib mir zum Abschied einen Kuss, dann schaffe ich es bis zur Spitze des Hügels." Einer der schönsten Spätwestern, eine Art "How the West was lost" mit einem überragenden Kirk Douglas.
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.03.2013 21:30:10 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 23.03.2013 19:24:52 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2013 10:17:23 GMT+01:00
Hi Christine,

ich lese es noch nicht,da ich heute oder morgen ebenfalls diesen Film schauen und darüber schreiben möchte, freue mich aber, daß Du mehr und mehr zur Westernfreundin zu werden scheinst ;-)

LG, Tristram

Veröffentlicht am 18.03.2013 12:49:35 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 23.03.2013 19:25:04 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.03.2013 16:03:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.03.2013 16:04:16 GMT+01:00
christine meint:
Hallo ihr beiden, ja, dieser Western hat mein Herz erreicht!
@ Bill: Danke für Deine Ergänzungen. Klar sehe ich zwischen beiden Filmen eine gewisse Kontinuität, aber während bei "Lonely" die Beschießung des Hubschraubers befremdet (und das böse Ende fast unausweichlich macht), ist mir der Stallone in jeder Hinsicht zu manipulativ: Tolle Action, aber eine doch sehr fragwürdige "Rechtfertigung". Ich müsste das natürlich besser belegen, aber ich habe keine Lust, mir den Film noch einmal anzutun. Ansonsten gilt, wie ich es schon mal gegenüber Tristram erwähnte: Das "n.h." ist das Messer des kleinen Geistes.
@ Tristram: Ich freue mich schon auf einen gedankenschweren Austausch.
LG an euch beide, Christine

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2013 17:17:57 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.03.2013 08:36:16 GMT+01:00
W. Walz meint:
Zu @christine: "....ist mir der Stallone in jeder Hinsicht zu manipulativ: Tolle Action, aber eine doch sehr fragwürdige "Rechtfertigung"."

Da muß man @christine beipflichten; da dies letztlich der ausschlaggebende Grund war, warum Kirk Douglas die Rolle des Col. Samuel Trautman in "Rambo" ablehnte. Er wollte, dass nach all der Action/Gewalt Stallone/Rambo durch die -ausgelöste- Gewalt letztlich selbst den Tod findet. Diese "Rechtfertigung" des Weiterlebens also ihm (Rambo) als Held verklärt und so die Abgründe von Gewalt -dem breiten Publikum gegenüber- mehr idealisiert. Wohingegen eben Kirk Douglas dafür plädierte, das Gewalt immer in der Gewalt "untergeht" und die gezeigten Gewaltspirale so keine Loslösung eines Heldenbildes darstellt. Für Douglas muß demnach der "Held" erst sterben, um eben als Held geboren zu werden (siehe "Spartacus - 50th Anniversary [Blu-ray]").

Veröffentlicht am 19.03.2013 22:46:55 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 23.03.2013 19:25:21 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 07.04.2013 09:41:06 GMT+02:00
DixonSteele meint:
Zu den Laufzeiten. Die Blu Ray läuft mit 24p, die DVD wohl mit 25p. Daher die unterschiedlichen Laufzeiten.

P.S. Ist natürlich alles Ansichtsache, aber für mich kann ein Film mit einem Helikopter kein Western sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2013 16:16:30 GMT+02:00
christine meint:
Danke für die Ergänzung, so etwas in der Art hatte ich mir schon gedacht. Hm, Western hin, Helikopter her, der Film ist klasse!
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