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Kundenrezension

60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Chinakenner? Nö, wohl eher nicht, 10. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Überleben unter 1,3 Milliarden Irren: Der alltägliche Wahnsinn in China (Taschenbuch)
Ich mag China. In meinem Leben habe ich etwa ein halbes Jahr im Land verbracht, allerdings fast immer auf eigene Faust als Tourist reisend, von Süd nach Nord, von Ost nach West. Ich mag China. Und ich mag auch Bücher über China. Es gibt da ganz wunderbare Erlebnisberichte von Menschen, die sich auf das Abenteuer eingelassen haben, in China zu leben und zu arbeiten. Wenn nicht alle, dann habe ich doch zumindest die meisten davon gelesen. Schon aus Prinzip musste ich mir also Jan Aschens "Überleben unter 1,3 Milliarden Irren" vornehmen, schließlich lebt auch er in China. Doch bereits nach kurzer Lektüre hat sich bei mir eine gewisse Erkenntnis durchgesetzt: Jan Aschen lebt gar nicht in China. Jan Aschen lebt in einem isolierten Ausländerviertel Shanghais auf annähernd westlichem Niveau, spricht auch nach Jahren des Aufenthalts noch kaum ein Wort Chinesisch und hat sich über die Grenzen seiner Stadt selten einmal hinausbewegt. Er arbeitet in der internationalen Werbebranche und das würde man auch merken, wenn er es nicht erwähnt hätte. Begebenheiten, die für mich Zweifel an seiner Qualifikation wecken, über China zu urteilen, interpretiert er regelmäßig als Zeichen "missglückter Integration" (zwinker, zwinker). Ironische Brechung ist nun einmal ein beliebtes Mittel in der Werbung, einen Mangel schönzureden. Und reden kann er durchaus. Seine Sprache ist pointiert, er verwendet amüsante Metaphern und Vergleiche, der Text liest sich meist flüssig. Aber kaum eine seiner Geschichten passiert auch Touristen oder sporadischen Geschäftsbesuchern in China nicht in ähnlicher Form, private Begegnungen mit Chinesen finden in Jan Aschens Welt offenbar nicht statt und wenn man die Liste seiner Shanghaier Freunde anschaut, dann liest man ausschließlich die Namen deutscher Expats, deren Freundschaftsqualifikation offenbar eine ebenso belastbare Leber wie die des Autoren ist. Autoverkehr, Essen und Saufen sind Themen, die sich in zunehmender Häufung finden. Mit gewissem Kopfschütteln habe ich dann gelesen, dass Aschen im seiner Meinung nach attraktionsarmen Shanghai am People's Square nur das belanglose "Museum" für Stadtentwicklung kennt. Beim nächsten Besuch empfehle ich, dass er sich mal umdreht und in das Shanghai Museum gleich gegenüber geht, das zu den besten Museen ganz Chinas gehört, nur noch getopt vom Palastmuseum in Beijing. Aber mit chinesischer Kultur und Sachkenntnis hat er es sowieso nicht, zumindest kommt das in seinem Buch so gut wie nicht vor. Nach ca. 80 Seiten gehen dem Autor dann die Themen aus und er baut immer häufiger Wiederholungen ein, teilweise in wortgleichen Formulierungen. Alles an China "rockt". Das ist eine seiner Lieblingsvokabeln - neben allen Varianten von Spirituosen. Zumindest darin hat er im Laufe seiner Chinajahre eine echte Kennerschaft entwickelt, die er auch mit zweifelhaftem Stolz zelebriert.

Nein, da gibt es sowohl authentischere, einfühlsamere und auch witzigere Bücher über ein Leben in China. Aus meiner Sicht nutzt Jan Aschen nur den aktuellen Chinatrend, um ein ziemlich belangloses, isoliertes Expat-Leben in Shanghai zu versilbern. Lediglich seine oft amüsanten Vergleiche bringen mich dazu, drei Sterne zu vergeben. Inhaltlich gäb's von mir zwei. Und das Witzigste am Buch ist zweifellos das Titelbild.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.03.2014, 13:49:18 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 08.03.2014, 13:49:28 GMT+1
StuttGuard meint:
Welche Literatur können Sie denn empfehlen? Um einen Vorschlag Ihrerseits wäre ich sehr dankbar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2014, 15:02:47 GMT+1
Volker M. meint:
Eine spannende Geschichte ist z. B. Herbert Tichy "Weiße Wolken über gelber Erde". Tichy hat in den 40iger Jahren lange in China gelebt und daraus nach dem Krieg ein Buch gemacht. Wird immer noch aufgelegt. Von den lustigen Büchern gefällt mir Heike Barais "Darum nerven Chinesen" am besten. Sie ist "voll integriert", wie man so sagt, und berichtet viel aus dem privaten Nähkästchen der Chinesen, was man sonst weniger erfährt. Wenn es etwas ernsthafter sein soll, ist Marcus Hernings "China Länderportrait" sehr zu empfehlen. Er schaut u. a. stark auf die kulturelle Seite. Auch er ist voll integriert, mit einer Chinesin verheiratet und kennt sich ausgesprochen gut aus. Das wären mal drei Empfehlungen mit sehr unterschiedlichen Zielrichtungen, aber alle drei wirklich lesenswert.

Veröffentlicht am 29.05.2014, 11:38:05 GMT+2
Nix wiss meint:
Ich finde mich in dieser Rezension sehr gut wieder sodass ich selber keine schreiben muss.
Das Buch ist über eine gewisse Strecke durchaus unterhaltsam, gut und leicht zu lesen aber hauptsächlich aus der westlichen Expat-Perspektive gesehen.

Veröffentlicht am 27.10.2014, 14:02:57 GMT+1
lukas weber meint:
Hallo Volker,
An deinem auführlichen Kommentar bin ich irgendwie hängengeblieben. Man merkt, dass du weißt, wovon du sprichst. Besonders deine Charakterisierung von Ausländern, die sich in China aufhalten, aber im Grunde gar nicht in China leben, finde ich sehr gelungen. Vielleicht entspricht das folgende Buch eher deinen Vorstellungen von einem witzigen (und vor allem authentischen) Bericht aus China: China verrückt: ... und schonungslos ehrlich
Nachdem ich selbst dessen Autor bin, würde es mich sehr interessieren, was du persönlich darüber denkst - zumal du nicht nur China kennst, sondern auch auf dem Gebiet der Chinaliteratur bewandert zu sein scheinst. Vielleicht hast du ja Lust, einen Blick hineinzuwerfen.
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