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Kundenrezension

am 19. Oktober 2012
Wenn bei ausschließlich überschwänglichen Rezensionen mal eine schlechtere dabei ist, wird einem oftmals direkt Rumgetrolle vorgeworfen bzw. dass es immer einen geben muss, der aus Prinzip eine schlechte Bewertung abgibt. Ich werde versuchen, meine Meinung so gut wie möglich zu begründen. Eine aus zwei Sätzen bestehende 5 Sterne-Wertung wie „bestes Album aller Zeiten“ hat, denke ich, wesentlich weniger Aussagekraft.

Die Ausgangslage:
Ich liebe Wintersun und alle Alben, die Jari mit Ensiferum gemacht hat. Ich behaupte einfach mal, der Mann hat es drauf. Das erste Wintersun-Album gehört für mich zu den besten Alben überhaupt - und ja, ich besitze mehr als 5 CDs zuhause. Meine Erwartungshaltung war riesengroß. So groß, dass ich eigentlich nur enttäuscht werden konnte. Der Titel 'Album des Jahres' oder 'Glanzstück meiner Plattensammlung' stand eigentlich von vornherein schon fest. Ich habe es tunlichst vermieden vorab Samples o.ä. zu hören, um die CD ganz jungfräulich anzugehen. Als ich die CD in meinen Händen hielt, war ich doch ein wenig nervös. Nach der langen Wartezeit und dem überragenden Vorgänger war es einfach auch schwer abzuschätzen, was einen erwartet.
Darf / sollte man ein neues Album überhaupt mit dem Vorgänger vergleichen oder muss die CD als einzelnes betrachten werden? Ich denke, dass die Vorgängerscheiben immer im Hinterkopf behalten werden sollten, denn immerhin ist das ja der Stil der Band, den man zu schätzen und lieben gelernt hat. Viele Songs auf dem ersten Album haben direkt gezündet, andere wie "Beautiful Death" oder "Sadness and Hate" haben bei mir mehr Anläufe gebraucht. Es gibt auf dem Album so viele Songs, bei denen mich Kleinigkeiten, vielleicht nur wenige Riffs, Wörter oder Refrains immer wieder vom Hocker reißen, dass ich die Rewind-Taste drücke, um diese Parts noch einmal anzuhören. So etwas macht für mich einen guten Song aus. Und, das muss man Wintersun zugutehalten: Keine Band klingt so wie sie (zumindest Euphoreon versuchen es ein wenig). Bereits mit dem ersten Album haben sie ihren eigenen Stil begründet, den so sonst keiner spielt oder vielleicht spielen kann.
Also, Kopfhörer auf, Booklet in die Hand, Lautstärke hoch und los geht es….

Hier nun meine Eindrücke nach ca. 5 Durchläufen. Auf Punktewertungen der einzelnen Songs habe ich verzichtet:
1) Ich mag Intros. Sie bauen einen Spannungsbogen auf und man freut sich, wenn der Opener dann losknallt. "When Times Fades Away" ist asiatisch angehaucht und erinnert mich ein wenig an das Videospiel "Okami". Mir geht es mit über 4:00 min aber schon fast ein wenig zu lang. Ganz nett, aber kein Knaller.

2) Es geht nahtlos zum ersten Teil von "Sons Of Winter And Stars" („Rain of Stars“) über. Nach 32 Sekunden setzt endlich das erste typische Wintersun-Riff ein und es wird losgeballert - die Welt ist in Ordnung. Die Choreinschübe kommen richtig geil, der Gesang auch (schreit hier noch einer „Rise!“ mit?). Was für ein Anfang!
Nach 2:35 min geht es über zum 2. Teil „Surrounded By Darkness“. Und was soll ich sagen: Nach Wintersun klingt das für mich irgendwie nicht. Zu vertrackt, zu präsentes Keyboard, zu viel neue Nightwish (ich habe grundsätzlich gegen nichts von den dreien etwas). Es macht sich etwas Enttäuschung breit. Der Part mit „I’m flying through the darkness“ klingt dann wieder gar nicht mal so schlecht.
Ab ca. 7:00 min geht es über zum ruhigsten Teil „Journey Inside A Dream“. Ich kann mir nicht helfen: Es klingt relativ unspektakulär.
Kommt denn jetzt noch mal was? Ja, tut es im letzen Teil "Sons Of Winter And Stars" ab 8:49! Die Faust oder wahlweise Pommesgabel geht in den Himmel und es kann mitgegrölt werden! Natürlich muss ein Song das nicht immer bieten - aber das hat Wintersun für mich nun einmal auch ausgemacht auf dem ersten Album. Der Refrain (sofern man ihn so bezeichnen kann) hat mir jedenfalls schon mal einen deftigen Ohrwurm verpasst, den ich auf dem Fahrrad gepfiffen habe. Und bei 11:11 min wandert die Taste dann plötzlich immer wieder auf die Rewind-Taste: „Embrace the stars!“ Wie Jari das mit seiner unnachahmlichen, fast schon leidenden Stimme raushaut – der Hammer! Danach schwarzmetallisch-angehauchte Raserei. Geil! Zum Ende hin noch einmal der grandiose Chorus aus mehreren Kehlen gesungen. Das wird live ziemlich abgehen.
Die letzten 5 Minuten sind auf jeden Fall der mit Abstand beste Teil des gesamten Songs. Wenn er nur daraus bestanden hätte, wäre ich einfach glücklich gewesen. Das Problem des Gesamtsongs: Es klingt nicht so richtig aus einem Guss, sondern zusammengesetzt. Als ob man möglichst viele Ideen, Riffs etc. in einen Song packen möchte. Es gibt Songs wie "And Then There Was Silence" (Blind Guardian) oder "Thus With A Kiss I Die" (While Heaven Wept) die die 10 Minuten-Marke auch deutlich überschreiten und trotz Tempowechseln oder ohne klassische Strophe - Bridge - Refrain-Einteilung wesentlich geschlossener wirken. Irgendwie ist es nicht der erwartete Oberhammer.

3) Mit "Land Of Snow And Sorrow" folgt die Ballade des Albums, quasi das Äquivalent zu "Sleeping Stars" vom Debüt. Um es kurz zu machen: Grandios! Alleine so eine typische Textzeile wie im großartigen Refrain „And I fall asleep, I will dream the last dream. All I was is gone now and sorrow is all I feel“ - deswegen mag ich die Band so. Für mich momentan der beste Song des Albums!

4) Es folgt mit “Darkness And Frost” wieder ein ganz nettes Instrumental, mehr aber auch nicht. Hätte sich auch als Intro ganz gut gemacht. Rüstet sich da eine Armee zum Kampf? Wenn man ganz genau zuhört, klingt es so, als ob eine riesige Meute einen Schlachtruf von sich gibt. Vielleicht täusche ich mich auch. Und jetzt gibt es im nächsten Song voll auf die Zwölf mit was schnellem à la „Beyond The Dark Sun“ oder „Winter Madness“?

5) Nein. Es folgt der offizielle Abschluss in Form von "Time".
Hat sich mal jemand den Schrei und den verwaschenen Sound bei 1:26 angehört? Klingt fast wie Darkthrone zu ihren Black Metal-Rumpeltagen :). Und das meine ich positiv. Der Anfang ist aber sonst doch etwas behäbig. Es folgt so etwas wie eine Bridge mit „Time will go on and we are drifting away in the night”. Wenn Jari dann “and I know that you are forever gone” singt - Hammer, Hammer, Hammer! Danach folgt leider wieder (außer dem “TIME!”-Refrain) wieder etwas zu viel Gefrickel, bis es gesangstechnisch noch einmal die genannten, einfach großartigen Teile zu hören gibt. Es folgen dann 20 Sekunden, völlig unpassendes Klaviergeklimper, das übergeht in ein asiatisch klingendes Ende. Auch das leider nicht zum Rest des Songs passend, obwohl es sich ganz nett anhört. Aber das Problem dabei ist: Entweder klingt es nach den großen chinesischen Film-Epen wie „Tiger & Dragon“, „Hero“ etc. – oder eben nach China-Restaurant. Ich bin mir momentan noch nicht sicher, wofür ich mich entscheide.

6) So, Überraschung (?): Auf der CD-Hülle sind 5 Songs angegeben, aber im CD-Player erscheinen 6. Was könnte das wohl sein? Stille, um die Laufzeit etwas zu strecken? Mehr oder weniger. Es handelt sich um den (A Capella-vorgetragenen) Refrain von "Sons of Winter And Stars". Aber: Wenn man erst mal 1:51 min Stille zu hören bekommt, fühle ich mich ein wenig auf den Arm genommen. Damit wird ein Album doch nur künstlich in die Länge gestreckt. Dann 1:10 Gesang, dann noch einmal 35 sek Stille und zum Abschluss irgendein dämliches Rumgebrülle. Was soll das? Witzig sein? Das macht eher die Stimmung kaputt. Wenn ein Tankard-Album z.B. mit einen Rülpser abgeschlossen wird (nix gegen Tankard) - ok, das passt. Aber hier irgendeinen Studioquatsch - das muss nicht sein.

Mein Fazit:
Ein passendes Wort zur Musik von Wintersun wäre wahrscheinlich "Drama" mit Textzeilen wie "Time fades away and I fade away", ähnlich wie auf dem ersten Album "Life is just a beautiful death" oder "I give my life to you". Das war bisher auch für mich immer ein wichtiges Augenmerk der Texte: Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Kälte, gepaart mit irgendwie fröhlichen Melodien, Schönheit und ein wenig Hoffnung. So wie ein warmer Sonnenstrahl der namensgebenden Wintersonne (ja, das mag jetzt sicherlich ein wenig schwülstig klingen^^). Dies gelang Wintersun sowohl durch die Musik, als auch die Texte und den Gesang. Zumindest textlich knüpft das Album an das Debüt an. Musikalisch fehlen mir aber diese großen, schon fast emotionalen Momente. Auch wenn die Musik nicht unbedingt verglichen werden kann: Das Ganze erinnert mich an die letzten Alben von Nightwish. Die Lieder werden mit Orchesterspuren und Samples zugekleistert. Weniger ist manchmal einfach mehr.

Wenn man das Gesamtpaket aus Musik und Cover-/Bookletgestaltung bewerten soll, so muss ich sagen, dass dieser Asienbezug mit Kleidung und dem 08/15-Chinafont doch etwas lieblos gestaltet wurde. Woran denkt ihr, wenn ihr an eine Wintersonne denkt? An Asien sicherlich nicht. Die Band wird sich da vielleicht etwas bei gedacht haben (oder vielleicht doch nicht?), aber ich sehe in den Lyrics keinerlei Bezug.

Zur Laufzeit: Zwar erscheint bald „Time II“, aber eine Spielzeit von 44 Minuten (letztlich sind es ja sogar nur knappe 40 Minuten, denn den letzten ‚Song‘ streiche ich mal raus), finde ich ehrlich gesagt zu wenig. Klar könnte man argumentieren ‚Qualität statt Quantität‘. Auch Instrumentals haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, das will ich nicht bezweifeln. Aber wenn man diese 6 Minuten auch noch abzieht, bleibt nicht mehr viel. Das erinnert mich ein wenig an While Heaven Wepts Album „Vast Oceans Lachrymose“ mit zwei Instrumentals zum Schluss.

Manch einer mag die Rezension in einigen Punkten verbohrt sehen. Ich bin sicherlich kein Ewiggestriger und keiner der „früher war alles besser“-Fraktion, was im Falle einer jungen Band wie Wintersun ja auch wenig Sinn ergibt. Ich gebe zu - ich habe mir 'Wintersun II' (Album) gewünscht und nicht 'Wintersun 2.0' (Band), wie teilweise bereits zu lesen war. Das mag aus den Augen der Künstler sicherlich Stagnation bedeuten und es nicht zu überhören, dass sich Wintersun weiterentwickelt haben. Mir ist das ganze aber einfach zu progressiv, zu sehr verspielt, teilweise einfach zu überladen und zu viel Füllmaterial vorhanden (ihr kennt doch den Spruch 'No fillers, just killers'). Ich vermisse die Eingängigkeit des ersten Albums. Dort kann man jeden Song problemlos mitsingen, die Songstrukturen sind anspruchsvoll, aber trotzdem simpel. Negativ formuliert einfach etwas 'poppiger'.

Auch wenn ich hier Schelte beziehen werde, weil ich das Album nicht (wie ja sogar selbst erhofft) uneingeschränkt abfeiern kann: Wenn man die Produktion des Albums, die damit verbundenen technischen Probleme und die daraus resultierende lange Wartezeit einberechnet (manche dachten sicherlich, das Album kommt nie), kann man natürlich froh sein, dass das Album endlich erschienen ist. Und natürlich ist es produktionstechnisch auf einem sehr hohen Level mit einem vermutlich riesigen Aufwand, den man sich kaum vorstellen kann. Es klingt aber alles in allem einfach danach, als ob die Band mit diesem einen Album ihre ganzen Ideen auf einmal präsentieren wollte. Für mich leidet leider die Eingängigkeit der Songs ein wenig darunter.

Wenn das erste Album 5 Sterne verdient, kann „Time“ einfach nicht auf eine Stufe gestellt werden. Natürlich ist das, was Wintersun hier geschaffen haben, zum Großteil immer noch besser als der Rest und manche Bands würden dafür wahrscheinlich beide Hände opfern, um solche Songs zu schreiben. Vielleicht war meine Erwartungshaltung auch einfach zu groß. Mehr als 3 Sterne kann ich momentan nicht geben. 3,5 wäre sicherlich angebracht, für 4 Sterne reicht es einfach nicht. Dafür sind die Highlights einfach zu rar gesät. Vielleicht muss das Album wachsen und 50 Mal oder mehr gehört werden. Dann kann die Rezension natürlich angepasst werden.

Ich bedanke mich zum Abschluss fürs Lesen und entschuldige mich gleichzeitig für die Länge der Rezension, die wahrscheinlich eh kaum einer liest. Zumindest kann sich niemand beschweren, dass ich meine Meinung nicht begründet hätte. Ich bin trotz allem auf „Time II“ gespannt.
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