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Kundenrezension

am 19. Januar 2011
Alles, was auf dem Umschlag oder im "Trailer" steht, dürfte auch anders herum erzählt werden. Warum schläft einer in Bärchenwäsche? Weil er womöglich ein schwer krankes Kind in der Familie habe, das ihm eben diese Wäsche schenkte? Das "warum" muss nicht unbedingt einer Putzfrau erklärt werden, schließlich - was Justyna selbst bestätigt - werde von ihr anderes verlangt.
Ein toter Hamster als Mt.Everest in dieser 10-jährigen Karriere ist auch nur halb so wild. Familien mit eingebauten Wandschränken und Kindern, die nach Hamstern rufen, können viele solcher "verschollenen Geschichten" erzählen. Und weil der Hamster in einer trockenen Umgebung eher austrocknet - sich selbst quasi mumifiziert - als dass er verfault, stinke es nicht mal (ließ ich mir sagen). Eine Frau, die vulgär und in sexistischer Weise angemacht werde und dabei nicht zum Hörer greift, um entsprechende Nummer auszuwählen... ich weiß es nicht, ob das wirklich stimmt. Und falls, ist man irgendwie selber schuld, lässt man so etwas ungeschehen zu.
Einerseits werde behauptet, es sollte ein Nebenjob beim Finanzieren des Studiums sein, dann aber dauert dieser Werdegang 11 Jahre. Dann heißt es, in Polen gäbe es diese Verdienstmöglichkeit nicht. Nun, ich lebe seit 5 Jahren in Warschau, vor vier Jahren kostete eine Putzfrau 5,- Euro die Stunde. Es gab grundsätzlich Ukrainerinnen, die den Job machen wollten. Polinnen nahmen schon damals 8,- Euro und mehr pro Stunde. Sicherlich sieht es in manch einer Ecke Polens anders aus als in der Hauptstadt. Doch jemand, der den Stand der Dinge dieser Profession schon damals so gut kannte, scheint nicht unbedingt nach etwas anderem gesucht zu haben.
Dann gibt es Sprüche, die eher beleidigend wirken, und zwar für die Polen selbst, denn bei uns sind Polen-Witze auch bei Harald Schmidt salonfähig geworden. Dass der Stundenlohn von Stadt zur Stadt in Deutschland variiert, ist klar, dass er aber "von der Polinnen-Zahl in dieser Stadt abhängt", ist eine Zumutung.
Können Polinnen nichts anderes tun als nur putzen und am Sonntag in die Kirche laufen?
In Deutschland leben offiziell ca. 380.000 Polen, die nach Polens Beitritt hierher zogen; dann gibt es 1.4 Millionen Spätaussiedler, die auch aus Polen umgezogen sind. Es gibt wahrscheinlich keine einzige Stadt in Deutschland, in der es keine Polen gibt. Putzen sie alle?
Dieses Buch unterstreicht die schon extrem verwurzelten Klischees eines Polen, der schwarz arbeite, somit den deutschen Staat beklaue und natürlich alles besser wisse. Denn so hört sich das an: 1500-2000 Euro im Monat, größtenteils schwarz. Toll.
Dieses Buch untermauert den Status Quo in beiden Ländern: den beide wissen kaum etwas über das jeweils andere.
Ich kenne viele Polen, die hervorragende Karrieren - in Deutschland - machen, die Arbeitsplätze erschaffen oder einfach mit Kopf und Herz ihrem Job nachgehen. Abgesehen davon lebe ich mit einer polnischen Journalistin zusammen (auch gemeinsame Kinder haben wir). Ich kenne auch Deutsche, die in Polen für polnische Unternehmen tätig sind. In einer ganz anderen Größenordnung als bei uns (die fünf größten TV-Stationen unseres Landes sind gerade mal so groß, wie die größte in Polen. In Warschau gibt es gerade mal 4,5% Arbeitslosigkeit, wie steht es damit in Berlin?
Unter all diesen Menschen wird das Buch keine große Freude auslösen.
Last but not least: dieses Buch wurde - nicht vielleicht sondern mit hundertprozentiger Sicherheit - von einem Ghostwriter geschrieben. Es stellt sich damit die gerechte Frage, in wie weit er die jeweiligen Stories hoch schraubte, um sie attraktiver erscheinen zu lassen. Man müsste noch dazu sagen, dass es möglicherweise in Großbritannien und Polen verlegt werde. In beiden Ländern finden sich einige, die uns gerne als primitiv und weiterhin "überdeutsch" bezeichnen. Keine Heldentat, bedenkt man, dass Justyna in Wirklichkeit Justyna, jedoch nicht Polanska heißt. Sie gibt sogar offen zu, dass sie diesen "Namen" Roman Polanskis wegen wähle, weil der halt mit Polen assoziiert werde...
Dieses Buch könnte sich genau so gut unter japanischen, spanischen oder kanadischen Betten abspielen.
Schmutz mitsamt ekligen Fundstücken ist überall auf der Welt zu finden. Zumindest dort, wo es uns - Menschen - gibt. Unabhängig der Nationalität.
Fazit: ein Buch, das die Welt nicht braucht.

Leo Walotek-Scheidegger / 4mare.com
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