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Kundenrezension

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Der Mensch selbst ist jetzt Gott.", 20. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse - Scream and Scream again (KSM Klassiker) (DVD)
Tipp: NICHT die Amazon- Beschreibung lesen, die verrät zu viel!

1969 (Verleih 1970) inszenierte Gordon Hessler, der kurz zuvor mit Vincent Price auch "The Oblong Box" gedreht hatte, "Scream and scream again" für Amicus /AIP. Im Gegensatz zu den etablierten Hammer-Studios sollten die Regisseure bei Amicus größere Spielräume für ihre Ideen erhalten. Zwar ist der deutsche Verleihtitel ziemlich reißerisch, aber Drehbuchautor Christopher Wicking variiert hier durchaus gekonnt Themen wie Wirtschaftslenkung, vollkommene Kontrolle und Weltherrschaft, wie sie in Langs frühen Filme (die Mabuse-Filme, Metropolis, Spione) eine Rolle spielen.

Zur Handlung. Zu Beginn werden drei Handlungsstränge entwickelt, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen: A) Ein Läufer verschwindet plötzlich und erwacht im Krankenhaus. Die Krankenschwester gibt ihm keine Auskunft, was mit ihm passiert ist, sondern stellt ihn immer wieder mit Spritzen ruhig. Zu seinem Entsetzen merkt der Läufer, dass ihm nach uns nach alle Gliedmaßen amputiert werden. B) Großbritannien scheint ein autoritärer Militärstaat (die Embleme erinnern an faschistische Insignien) geworden zu sein. Der Regierungsmitarbeiter Konrad (Marshall Jones, "Konratz" in den Credits) scheint über geheime Informationen zu verfügen und tötet einen seiner Vorgesetzten. Wegen der Foltervorwürfe, u.a. hatte er eine junge Dissidentin gequält (das dänische Model Yutte Stensgaard), will Major Benedekt (Peter Cushing in einer sehr kleinen Rolle) ihn aus dem Dienst entlassen, was Konrad aber nicht duldet. C) Die Polizei untersucht den Tod einer jungen Frau, die anscheinend geschächtet wurde, ohne dass Spuren ihres Blutes gefunden wurde. Sollte ein Vampir in London unterwegs sein? Der Arbeitgeber der Toten, Dr. Browning (Vincent Price, in der deutschen Synchro Dr. Mabuse), kann oder will nicht weiterhelfen. Der junge Arzt Sorel (Christopher Matthews) will auf eigene Faust weiterforschen, da der ermittelnde Polizist Bellaver (Alfred Marks) nicht weiterkommt.

Der Anfang des Films ist besonderes irritierend und lässt den Zuschauer zunächst ratlos zurück. Im weiteren Verlaufe werden alle drei Episoden miteinander verknüpft, wobei der knurrige Bellaver lange Zeit im Mittelpunkt steht. Christopher Lee spielt einen undurchsichtigen Agenten, der mit Konrad in Kontakt steht. Vincent Price taucht kurz zu Beginn des Films auf, dominiert dann aber das letzte (beste) Drittel des Films.
Perfekt erzeugen die Parallelmontagen und Ellipsen in der Erzählweise ein Gefühl von Paranoia. Die Verfolgungsjagd auf den Vampir (Michael Gothard), der über übermenschliche Kräfte zu verfügen scheint, ist zwar spannend, aber etwas zu lang geraten (mit einigen ganz amüsanten Continuity- Fehlern) und drängt die anderen Erzählstränge etwas in den Hintergrund. Vincent Price spielt gewohnt souverän den Mad Scientist, der den jungen Kollegen Sorel in seine Forschungen einweiht ("Sie dürfen mich nicht missverstehen, ich will mich nicht selbst beweihräuchern."). Wie oft sind es autoritäre Ideologien, die einen "neuen Menschen" erfordern, Dr. Browning nimmt diese Vorgabe sehr wörtlich. Schöne neue Welt: Wie wunderbar wird die Zukunft dank Organtransplantationen (1967 hatte übrigens Christiaan Barnard zum ersten Mal eine Herztransplantation bei einem Menschen vorgenommen), aber wer soll darüber entscheiden, wer vom medizinischer Fortschritt profitieren soll, wenn nicht allen geholfen werden kann? Von Hippokratischem Eid kann in diesem System keine Rede sein, es geht um ziemlich sozialdarwinistische Überlegungen, der Mensch wird ökonomischen Interessen untergeordnet. Kann eine dystopische Gesellschaft, in der individuelles Glück keinen Platz mehr hat, noch abgewendet werden? Wir dürfen skeptisch sein.
Zur Ausstattung: deutsche UTs, Originaltrailer, Werbetrailer, Kurzbiografien, Bildergalerie, Wendecover.

Fazit: Ein schöner Schocker mit ernstem Hintergrund, etwas krude, aber sehr spannend.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.03.2013 09:17:12 GMT+01:00
Liebe Christine,

danke für diese Rezension, denn aufgrund des deutschen Titels war ich wirklich geneigt, diesem Film keine weitere Beachtung zu schenken. Obwohl es ja ohnehin ein Fehler ist, von den oft verhunzten deutschen Übersetzungen auf die Qualität eines Filmes zu schließen.

Einen schönen Start in die Woche
wünscht
Tristram

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2013 18:50:07 GMT+01:00
christine meint:
Lieber Tristram,

wir hatten ja schon mal vor einer Weile einen fruchtbaren Austausch über die "dämlichsten deutschen Titel für nichtdeutsche Filme". Hesslers "The Oblong Box" heißt zu deutsch "Im Todesgriff der roten Maske" (mag ich auch, nur die dritte Hessler-Price- Zusammenarbeit, "Cry of the Banshee" ist eher grotesk als gruselig). Aber diesen Film kann ich wirklich guten Gewissens empfehlen, nicht nur als Vincent-Price-Fan. Der Horror ist vergleichsweise subtil, dazu an anderer Stelle vielleicht mehr.
Zum Wochenstart alles Gute, Christine
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