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Kundenrezension

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch ein Buch über die Liebe, 15. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn (Taschenbuch)
Der Lebenslauf des deutschen Neurobiologen Gerald Hüther ist ebenso spannend wie seine zahlreichen Bücher, in denen er einem großen Publikum die Geheimnisse des Gehirns erklärt. Seine eigene Biographie führt den Autor wohl auch dazu, die Grenzen wissenschaftlicher Erörterungen zu überschreiten und bei konkreten Fragen seine Wertevorstellungen einzubringen. Daher erstaunt es auch nicht, dass in diesem Buch oft von der Liebe die Rede ist. Das erhöht allerdings die Gefahr von inhaltlichen Widersprüchen, die sich nicht immer auf einfache Weise auflösen lassen.

Gerald Hüther macht gleich in der Einleitung klar, dass es nicht genügt, Männer in ihre Einzelteile zu zerlegen, chemische Zusammensetzungen aufzuzeigen und Baupläne zu entschlüsseln. Lebendiges funktioniert anders als Maschinen. Hüther will also vor allem auf den wunderbaren Prozess der Selbstkonstruktion eines Mannes eingehen, was er mit der Parabel vom Elefanten unterstreicht.

Der Auftakt ist wenig ermunternd, zitiert Hüther doch gleich den Sozialpsychologen R.F. Baumeister mit den Worten: "Was Männer für eine Kultur nützlich macht, ist ihre Entbehrlichkeit." So schlimm ist es natürlich nicht. Aber an ironische Untertöne muss sich der Leser gewöhnen, wenn er an der Lektüre weiterhin Spaß haben will.

In Teil I nimmt Gerald Hüther die Natur des Mannes unter die Lupe. Und die ist vielfältiger und oft anders, als wir gemeinhin denken. Männer sind vielleicht Pantoffelhelden, aber keine Pantoffeltierchen. Und dennoch sind Hüthers Ausflüge ins Tierreich ebenso interessant wie erhellend. Zumal er seine Exkurse in einer Art Logbuch in wenigen Sätzen zusammenfasst. Diese Einträge gehören zu den Highlights dieses Buches und erleichtern die Orientierung wesentlich. Wenn uns Hüther sagt, dass es gar nicht so leicht ist, ein erfolgreiches Männchen zu sein, ahnen wir bereits, dass bisherige Verhaltensmuster langsam ausgedient haben, obschon der Eintrag "Sogar Sex funktioniert ganz gut ohne Männer2 kaum von allen Lesern geteilt wird. Um keine Schockwirkungen zu hinterlassen, schreibt der Autor wenig später, dass Männer erfunden werden müssten, wenn es keine gäbe, um danach die Frage zu klären, was denn bei Männern anders ist. Um Hüthers Antworten zu verstehen, muss sich der Leser für Nachhilfeunterricht in Genetik bereit erklären. Doch der ist oft so amüsant, dass man gerne daran teilnimmt. Ebenfalls im ersten Teil wird den Ursachen nachgegangen, weshalb Männer so sind, wie sind. Nebst dem Testosteron als Hauptschuldigem sieht Hüther die geringere Stabilität der männlichen Grundausstattung und die daraus folgende Suche nach Halt als wesentliche Gründe.

Wer diesen Halt auf welche Weise geben soll, ist für Hüther ziemlich klar. Es sind die Eltern oder die wichtigsten Bezugspersonen in der frühen Kindheit. Nur ist das nicht ganz so einfach, wie es klingt. Denn diese Personen haben ja auch persönliche und kulturelle Biographien, die sich in den neuronalen Netzwerken festgekrallt haben. Und weil dies dem Autor ebenfalls klar ist, mag er seine Lösung des Problems kaum auszusprechen. Sie lautet: "Die Jungs müssten jemanden finden, am besten eine Mutter oder einen Vater, der sie vorbehaltlos annimmt. Idealerweise beide, und zwar so, wie sie sind. Ohne Absicht, irgendetwas aus ihnen machen zu wollen. Ohne geheime Wünsche, was aus ihren werden soll. Ohne die Erwartung, etwas von ihnen zu bekommen, ohne das Gefühl, sie zu brauchen, ohne Vorurteile, ohne Zweck." Und mit dieser Lösung verlässt Gerald Hüther den wissenschaftlichen Rahmen und begibt sich auf eine andere Bühne. Doch so schön das dort aufgeführte Stück von der Liebe auch klingt, so wenig lässt es sich mit den Gegebenheiten unserer neuronalen Grundausstattung verbinden. Ohne Vorurteile kann unser Datenverarbeitungssystem im Gehirn gar nicht auskommen.

Im zweiten Teil, "Der Prozess der Mannwerdung", wird vieles vom bisher Vorgetragenen nochmals aufgenommen und zwölf Stationen im Leben eines Mannes zugeordnet. Diese Form einer Zusammenfassung mögen viele Leser begrüßen, weil sie auch ihre eigenen Lebensgeschichten darin finden können. Und dem Autor bietet sich so nochmals die Gelegenheit, seine persönlichen Denkmodelle und Wertesystem mit biologischen Fakten zu verbinden.

Mein Fazit: Ein unterhaltsam und locker geschriebenes Buch über die biologische Grundausstattung des Mannes und welche Auswirkungen diese hat. Der Leser darf die ironischen Zwischentöne allerdings nicht überbewerten, wenn er die Lust an der Lektüre nicht verlieren will. Und er darf auch nicht erwarten, dass jede Aussage über die Liebe wissenschaftlich abgesichert ist.
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Fuchs Werner Dr
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