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Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neues Genre erfunden: der Superheldenroman - statt für 10 jährige Jungs diesmal für die Frau ab 40, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman (Millennium, Band 2) (Taschenbuch)
1. Ich fand den ersten Band sehr gelungen (nicht mein bester Krimi, aber sehr solide und empfehlenswert). Die Verfilmung war eher noch besser.
2. Der zweite Band traf auf eine gewisse Erwartungshaltung, die leider nicht erfüllt wurde - die Begründung erfordert einige Spoiler: Wenn Sie lieber den Empfehlungen der Begeisterten folgen wollen, machen sie einfach hier Schluss, wenn Sie das Buch schon gelesen haben und sich mit der Meinung eines nicht-Begeisterten auseinandersetzen wollen, sind sie herzlich eingeladen weiterzulesen.

Was fand ich also vergleichsweise schwach:

Das Buch kommt unglaublich zäh in die Gänge - man hat den Rücktitel gelesen und fragt sich wann die dort erwähnte Handlung einsetzt oder ob die Seitenstory am Anfang (die ziemlich verlorengeht) das gewesen sein sollte (sollte sie nicht).
An seltsamen Eigenheiten, die im ersten Buch schon so angelegt waren, will ich nur 2 herausgreifen:
a) Sex hat für die Hauptpersonen die gleiche Bedeutung wie Kartenspielen: Wechselnde Mitspieler sind erlaubt/erwünscht, Emotionen sind möglich aber nicht notwendig und im Grund ist das Spiel nur Beiwerk und für die Handlung nicht wichtig.
b) Der Autor hat das Kartenwerk halb Schwedens im Kopf und demonstriert es uns anhand von Strassennamen, Bushaltestellen und Lageplänen, die zu 90 % überflüssig sind.

Was fand ich komplett unglaubwürdig und schlecht:

Der Autor killt seine Hauptperson (im übertragenen Sinne und tatsächlich (fast)):
In meiner Jugend hatte Old Shatterhand zwei supertolle Gewehre, konnte jede Anzahl Indianer besiegen, hatte einen unerschütterlichen Freund Winnetou und erlebte mit ihm die unglaublichsten Abenteuer. Später merkte ich dann, dass solche Helden etwas unglaubwürdig sind und dass sie auch bei den Schriftstellern etwas aus der Mode kamen.
Bis ich Winnetou 2 - äh den 2ten Band der Millenium Saga las.
Die gute Nachricht: Old Shatterhand ist zurück
Die merkwürdige Nachricht: Er heißt jetzt Lisbeth Salander und sein äh ihr Freund heißt Kalle Blomqvist.
Die schlechte Nachricht: Ich bin immer noch zu alt für solche Bücher.

Für alle die die Parallelen nicht sehen (wollen):

Der Autor macht aus einer sehr interessanten und eigenwilligen Figur des ersten Bandes eine komplett unglaubwürdige Superheldin (Supergirl und Batman in einer Person).
1. Es ist im 2ten Band völlig egal und unwichtig, dass Lisbeth Aspergerautistin ist. Machen sie die Probe: lesen sie das Buch und stellen sie sich vor, dass sie das nicht wissen/ahnen. Es ist zur Erklärung ihrer Handlungen nicht wichtig oder notwendig. Was im 1ten Band noch sehr mysteriös und auch notwendig zur Handlungsmotivation war, ist jetzt wirklich überflüssig. Lisbeth ist genauso gefühlsbetont und emotional gebunden/nicht gebunden wie normale Menschen. Im Gegenteil: die meisten Menschen wären froh, wenn sie so viele loyale und belastbare Freunde hätten wie Lisbeth (Michael, Roberto, Mimmi, Dragan und eigentlich auch Erika)
2. Lisbeth hat wie Old Shatterhand enorme geistige Fähigkeiten, die sie ihrer Umwelt überlegen machen: Fotografisches Gedächtnis, Mathematische Genialität, Beste Hackerin der Welt (Gut, Old Shatterhand war der beste Schütze, deswegen hatte er ja auch den Bärentöter und nicht wie Lisbeth den neuesten Apple Laptop.)
3. Lisbeth hat bessere Reflexe als ein Weltklasseboxer (der mit ihr Sparring machte) - Old Shatterhand wird von Winnetou auch zum besten Zweikämpfer ausgebildet - aber dass Lisbeth (die im ersten Band als ziemlich kraftlos mit dem Körper einer 15 - jährigen geschildert wird) im zweiten Band alleine zwei harte Raufbolde einer Hells Angels ähnlichen Gang zusammentritt und schlägt (sic!), da war ja mein Old Shatterhand ein Waisenknabe dagegen!
4. Lisbeth kann alles ab und sie überlebt auch Todes-ähnliche Situationen: Wie Old Shatterhand schwerste Verwundungen und als Kara ben Nemsi sogar die Pest überlebte ist bekannt. Das ist aber gar nichts gegen Lisbeth, die erst in die Hüfte, dann in die Schulter und dann noch in den Kopf geschossen wird. Danach wird sie mit diesen drei Verwundungen für tod gehalten und in eine vorbereitete Grube gelegt und zugeschaufelt - und dann wacht sie auf, hat in einer kleinen Luftblase genug Luft und einen Arm so frei, dass sie sich mit ihrem Zigaretten-etui eigenhändig mit dem unverletzten Arm aus der Grube gräbt. Das halten sie bitte nicht für unwahrscheinlich, denn das beste kommt noch: In dem Zustand schleicht sie sich durch den Wald zurück in eine Scheune - lauert dort ihrem Gegner auf, verletzt diesen mit zwei Axthieben und verscheucht den zweiten Gegner mit Pistolenschüssen.
5. Wie bei Karl May Romanen üblich gibt es auch hier in der Vergangenheit angelegte Verwandtschafts-Verwicklungen: es geht allerdings nicht um vertauschte/geklaute Babys. Lisbeth - so erfährt man als des Rätsels Lösung - fackelt im Alter von 13 ihren eigenen Vater ab, weil der die Mutter geschlagen hat. Er überlebt - scheint in der Familie zu liegen- nur um später dann seine Tochter lebendig zu begraben (s.o.) und die Axthiebe abzubekommen (die er auch überlebt). Er ist natürlich ein ehemaliger KGB-Spion, der sich zum Überlaufen ausgerechnet Schweden ausgesucht hat (USA hätte ja viel zu viel gezahlt und ein besseres Zeugenschutzprogramm gehabt - da kanns ja jeder). Das beste aber ist der Bruder äh Halbbruder von Lisbeth, der einen erblichen Defekt hat, der ihn keine Schmerzen erleben lässt. Dafür ist er stärker als 10 Männer und bringt immer alle mit bloßen Händen um. Old Shatterhand musste ja auch mit so manchem Riesenbaby kämpfen, aber der Typ ist wirklich gemein!

Abschließend: ich finde es ja toll, dass so viele Leser diese Romane so gut finden - aber warum habt ihr die Phase "Ich will eine ganz starke Held(in), die alles kann und alles überlebt und ganz hart im Nehmen und Austeilen ist" nicht mit zehn hinter euch gebracht?
Der Autor heißt Karl May und die Bücher sind rechtefrei und billiger.
Ernsthaft: meiner Meinung nach hätte den zweiten Band ohne den recht guten ersten kein Mensch ernst genommen. So gnadenlos supermäßige Superhelden findet man sonst nur in Comic Strips (obwohl: Batman hat eher weniger drauf als Lisbeth - vor allem vertragen die alle aus Gründen des Jugendschutzes nicht ein zehntel soviel Alkohol wie Lisbeth))

Und jetzt als Bonus die Idee für Bully Herbig: Der Schuh der Salander!
Das Team für die Hauptrollen ist aus dem Schuh des Manitou schon vorhanden.
Nichts für ungut: Wer das Buch gut findet darf es behalten.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.09.2012 17:37:41 GMT+02:00
Bloody Mary meint:
großartig! Sie sprechen mir aus der Seele!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2012 13:23:22 GMT+02:00
Baratarkil meint:
@Bloody Mary: Da wir beim zweiten und vielleicht auch bezüglich des ersten (recht gut) einer Meinung sind: Wie fanden sie den dritten -muss man sich den antun?

Veröffentlicht am 23.10.2012 16:04:59 GMT+02:00
Ein Kunde meint:
Hallo Baratarkil,

war etwas Stromern und stieß auf diese Ihre Rezension. Ich habe zwar alle drei Bände gelesen und alle auch "verschlungen", wie man so schön sagt, musste aber - im postiven Sinne - sehr lachen, als ich das las. Es stimmt! Sie haben mit jedem Satz Recht! Und wenn Sie es so sehen und Realistischeres erwarten, dann tun Sie sich den dritten Band auf keine Fall an!! Mir ging es so mit den Verfilmungen: Sie sind gelungen, ja, aber so, wie Salander da inszeniert wird, ist sie in meinen Augen nicht. Und ihr Autismus tritt vollkommen in den Hintergrund, das stimmt (im dritten Band - ist was her, daß ich das alles las - kommt er dann wieder etwas mehr zum Vorschein).

Was mich bei der Stange hielt seinerzeit, war Larssons offensichtliches Anliegen anhand dieser manchmal rüden Krimi/Thrillerhandlungen ernsthafte Probleme der skandinavischen Gesellschaft (Fraunehass/Rechtsradikalismus/Ausländerfeindlichkeit etc.) anzusprechen. Und mal ganz ehrlich - welche Thriller/Krimis sind denn schon realistisch? Am ehesten noch Sachen wie Joseph Wambaughs L.A-Polizeigeschichten ("Mord im Zwiebelfeld" etc)...

Grüße,
Gavin

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2012 23:37:24 GMT+02:00
Baratarkil meint:
Hallo Gavin,

es freut mich wenn Sie von Herzen lachen konnten - wenn wir anfangen die Dinge zu ernst zu nehmen machen wir was falsch. Und Karl May hat mich doch auch unterhalten - ist allerdings schon eine Weile her. Seine Themen waren ja auch ernst - Untergang der Indianerkultur - der kranke Mann am Bosporus (wie man die Türkei nannte). Jedoch waren aus heutiger Sicht seine Stilmittel auch fraglich und er halt selbst eine gehörige Portion Rassismus reingemixt.
Das frag ich mich eben bei Larsson auch: heiligt der Zweck die Mittel? Aufklärung über die Defizite der schwedischen Gesellschaft mit Holzhammer-action und einer Lara Croft für Apple Nerds?
Naja - wie gesagt nicht zu ernst nehmen - wahrscheinlich schau ich mir die Filme an.
Den ersten hab ich open air an einem verregneten kalten Sommerabend reingezogen - das muß mich irgendwie negativ gestimmt haben ;-))
Gruß
Baratarkil

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2012 09:11:19 GMT+02:00
Ein Kunde meint:
Hallo Baratarkil,

eine berechtigte Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Normalerweise würde ich sagen: Nein! Aber hier geht es um - zugegeben manchmal holprige - Unterhaltungsliteratur, die einen gewissen ernsthaften Anspruch formuliert (man siehe die Kapitelvorschriften, die Larsson nutzt). Das ist ja an und für sich nichts Schlimmes, um eine bestimmte Leserschicht auf gewissen Probleme aufmerksam zu machen, die diese möglicherweise nicht wahrnähme. Er macht dabei ja nichts Verwerfliches oder verfälscht oder verkauft subtextuell üble Botschaften. Eine andere Frage ist (vielleicht haben Sie dies ind er Presse verfolgt), ob er das alles selbst geschrieben hat oder nicht doch seine Freundin? Fast so spannend, die Frage, wie ein guter Krimi ;-)

Wenn die Filme, dann würde ich unbedingt die "Director´s Cut"-Versionen empfehlen, die den Büchern irgendwie doch näher kommen als die Kinoversionen.

Schönen Gruß,
Gavin
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