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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 26. September 2016
Eigentlich wollte ich vermeiden, das Buch zu lesen. Ich finde den Silicon-Valley Tourismus ziemlich einfallslos und nahm an, es geht so in die Richtung. Ich wurde positiv überrascht und nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, buchte ich den Flug nach SFO. Warum sich nicht gleich vor Ort die Sache anschauen? Ich war zwar schon oft dort, aber dieses Jahr noch nicht ... also wie immer: Direktflug, Lieblingshotel, Auto und dieses mal mit dem Buch im Gepäck. Liest man nicht allzu langsam, schafft man das Buch schon auf dem Hinflug und ist gut vorbereitet auf das Silicon Valley.
Ich stimme dem Autor in der Begeisterung zu: Spaziert man die University Ave vom Starbucks über den El Camino bis Stanford spürt man irgendwie das flirren. Die Mischung aus Understatement, Kreativität, Genialität und Geschäftssinn ist wohl einmalig. Und das ist das gute an dem Buch - zumindest beim ersten Teil. Es wird sehr gut das Prinzip des SV beschrieben. Die Beispiele und Dialoge sind gut gewählt und zeigen wohl recht gut, was funktioniert und was nicht. Das ist richtig gut! Die Rolle von Stanford ist sehr interessant und da kann man wirklich viel lernen.
Warum dann nur 3 Punkte? Tja, der zweite Teil (ab S. 163) ist ziemlich schwach, insbesondere 2 Punkte:
1. Wenn im ersten Teil ziemlich sehr gut gezeigt wird, was gut funktioniert (mit dem Ziel, erfolgreiche, innovative, (jetzt kommts!) nachhaltige Firmen zu gründen), warum wird dann im zweiten Teil Google als eines der wohl erfolgreichsten Geburten des SV so kritisiert? Damit geht die Story verloren. Entweder man will innovativ sein oder nicht. Das ist wie mit der Schwangerschaft. Man hat das Gefühl, hier geht es um Springer-Google Animositäten (obwohl vorher zu recht von temporären Monopolen gesprochen wird - S.200). Das ist schade.
2. Der zweite Teil wirkt recht unreif und unüberlegt. Es wäre sicher gut gewesen, die Eindrücke erst noch einmal zu durchdenken und dann Implikationen und Erkenntnisse zu formulieren. Keese schwingt sich hier zur pauschalen Gesellschaftskritik auf: Politik, Bildung (MOOC ersetzen niemals Präsenzunterricht!) und Wissenschaft. Und zwischendrin sind oft so etwas wie Szenarien: Möbelkauf (S.182) und das Navi manipuliert den Autokauf, Milchproduktion in Abhängigkeit von der Milch im Kühlschrank (S. 238, absurd!), Kommunikation ("Stefan...", S.253) usw. Da werden weiterhin gewagte Hypothesen konstruiert: z.B. Schumpeters These (schöpferische Zerstörung) stimmt dann nicht mehr. R. Kurzweil wird auch noch irgendwie eingeflochten. Da muss man schon ziemlich tapfer sein beim lesen - zu pauschal, zu zusammenhanglos und wenig überzeugend.
So gut der erste Teil des Buches ist, im zweiten Teil hätte im mir mehr Tiefgang und Sorgfalt gewünscht.
Statt dieser allgemeinen Kritik und Wunschlisten, die rasch zu Worthülsen verkommen ("Gleichzeitig muss die Politik die Voraussetzungen für eine lebendige Gründer-Kultur schaffen." S.292 - Buzzword Gründer-Kultur), wären konkretere Hinweise für Unternehmen hilfreicher gewesen.
Das Buch möchte aufrütteln, und so kann man es dennoch jedem der sich für Veränderung und Innovationsimpulse interessiert und vom Silicon Valley lernen möchte, empfehlen: Buch lesen (ersten Teil), SV besuchen und auf dem Rückweg sehr genau überlegen, was man daraus lernen kann, was das für das Unternehmen bedeutet.
M.E. ist es auch nicht sinnvoll, nun das Silicon Valley II einfach zu kopieren und hier in Deutschland aufzubauen zu wollen. Besser wäre: Lernen und einen eigenen Weg gehen - das ist sinnvoller und innovativer.
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