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Kundenrezension

am 20. März 2013
"Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind ..."

Seit sie denken kann ist Fina auf der Flucht. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie um die ganze Welt, um nicht in die Arme ihres gefährlichen Vaters zu fallen. Fina hasst das ewige Umziehen: Freundschaften bleiben oberflächlich, der Kontakt zu Gleichaltrigen verläuft sich schnell und ein echtes Gefühl von Heimat kommt sowieso nicht auf. Als Fina herausfindet, dass sie die ganze Zeit von ihrer Mutter hinters Licht geführt wurde, beschließt sie kurzerhand, ihrer betrügerischen Mutter zu entfliehen und zu ihren Großeltern nach Deutschland zu ziehen. Bei ihren Streifzügen durch die Wälder trifft sie Mora, einen äußerst seltsamen Jungen, der seit seiner Geburt im Wald zu leben scheint. Seine Sprache, seine Gestik und sein Verhalten lassen darauf schließen, dass er nicht den Hauch einer Ahnung hat, dass so etwas wie die Zivilisation überhaupt existiert. Und dann wäre da noch der "Herr" auf den sich Mora immer wieder bezieht und vor dem er unvorstellbare Angst zu haben scheint. Und auch Fina sollte sich vor ihm fürchten, denn ihr Leben in ständiger Flucht hatte seine Gründe...

Es gibt wirklich sehr viele Gründe, weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Der wohl entscheidendste war jedoch, dass das absolute Lieblingsmärchen meiner Kindheit "Rumpelstilzchen war". Schon mit fünf Jahren kannte ich es in- und auswenig und wollte es unbedingt jedem erzählen, der es hören wollte oder auch nicht. Märchenadaptionen, gerade wenn sie in die heutige Zeit versetzt und die zentralen Aspekte des Originaltextes in unser gegenwärtiges Leben abstrahiert werden, üben einen starken Reiz auf mich aus und somit landete "Der geheime Name" schon auf meinem Wunschzettel, lange bevor das Buch überhaupt in den Buchhandlungen erschienen ist.

Als ich den Roman dann endlich in meinen Händen hielt und aufschlug, um mal eben in die ersten paar Seiten "hineinzuschnuppern", rasten die ersten achtzig Seiten nur so an mir vorbei. Einen derartigen Sog hatte schon lange kein Buch mehr auf mich ausgeübt. Ich konnte mich kaum von den Worten der Autorin losreisen, so detailliert und wortgewandt beschreibt sie die wunderschönen Landschaften - sei es nun die Provence oder aber die verwunschenen Wälder der Lüneburger Heide. Ganz besonders faszinierend fand ich, dass man immer wieder Momentaufnahmen einzelner Details der Landschaft ganz genau vor Auge geführt bekam, da Fina leidenschaftlich gerne fotografiert. Ihre Motive sind nicht nur allesamt inhaltlich faszinierend und außergewöhnlich, sondern sprachlich so wunderbar umrissen und in Worte verpackt, dass man sich fühlte, als würde man durch ein Fotoalbum blättern.

Aber nicht nur einzelne Motive und Landschaften werden von Daniela Winterfeld wahnsinnig authentisch zu Papier gebracht. Auch Finas Emotionen, ihre Wünsche, Sehnsüchte und Ängste, werden so glaubhaft und nachvollziehbar geschildert, dass ich seit Langem mal wieder wirklich mit einer Protagonistin mitfühlen und sympathisieren konnte. Und das ist aus meinem Mund wohlgemerkt wirklich ein Kompliment, da ich gerade mit weiblichen Hauptfiguren oft so meine Schwierigkeiten habe. Aber Fina ist so echt und unverfälscht und hat dazu einen so unperfekten, aber wahnsinnig liebenswerten Charakter, dass ich sie sofort in mein Herz geschlossen habe.

Was die Geschichte aber so ganz besonders macht ist die Atmosphäre, die das Buch verströmt. Es ist wirklich unglaublich wie gut die Autorin die düstere und geheimnisvolle Stimmung des Moores eingefangen hat. Während des Lesens durchlebte ich ein wahres Wechselspiel aus Beklemmung und Faszination. Nie weiß man, was hinter der nächsten Eiche auf Fina warten wird. Gekonnt webt die Autorin einige Wendepunkte in die Geschichte ein und lässt die Spannungskurve, die direkt zu Beginn der Geschichte schon recht hoch ist, keinen Augenblick absinken.

Der Roman enthält einige wirklich düstere, beklemmende und angsteinflößende Passagen, die mich das eine oder andere Mal wirklich nervös und ängstlich werden ließen. Märchen an sich haben auf mich oftmals schon eine recht gruselige Wirkung, die Art und Weise wie die Autorin jedoch das Moor und das "rumpelstilzchen-ähnliche" Wesen schildert, jagte mir das eine oder andere Mal einen Schauer über den Rücken. Gerade das letzte Viertel des Romans hat es wirklich in sich!

Dennoch hielt "Der geheime Name" auch einige romantische und überraschend tiefgründige Passagen bereit, bei denen mir wirklich warm ums Herz wurde. Es ist wunderschön mitzuverfolgen, wie Fina Mora langsam an ihre Welt heranführt und ihm erklärt, dass der Wald nur ein Bruchteil dessen ist, was sich "Erde" nennt. Immer wieder hat es mich traurig gemacht, wie wenig Selbstwertgefühl Mora durch seinen "Herrn" vermittelt bekommen hat und wie klein und wertlos ihm sein Leben vorkommt. Doch genau dieser Aspekt seines Charakters macht ihn so authentisch und lässt die Szenen, in denen Mora die Fassade des ergebenen Dieners niederreist, so besonders und wunderschön werden.

Ganz besonders angenehm aufgefallen ist mir die Art und Weise, wie die Autorin all diese positiven Aspekte angeordnet und aneinandergereiht hat. Furchteinflößende und poetische Szenen, Beklemmung und Faszination, Liebe und Abscheu, Demut und Stolz, Spannung und Unterhaltung, Liebesgeschichte und echte Action - all diese Gegensetze halten sich konstant die Waage, sodass man weder des einen überdrüssig wird, noch Langeweile aufkommt.

Alles in Allem merkt man wohl recht deutlich, wie unglaublich gut mir "Der geheime Name" gefallen hat. Das Gesamtpaket stimmt einfach und die Autorin hat das Märchens "Rumpelstilzchen" nicht nur sehr gut in unserer heutigen Welt umgesetzt, sondern auch perfekt ergänzt und so erweitert, dass der Roman ein wahrer Lesegenuss für mich war.
Was bleibt zum Schluss noch zu sagen? Lest den Roman und überzeugt euch selbst!
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