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Kundenrezension

2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Gebet mir Materie, ich will eine Welt daraus bauen" (Immanuel Kant)., 5. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels: Oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt (Taschenbuch)
Der voranstehenden Rezension ist darin zuzustimmen, dass Kant hier einen tiefen Einblick in seine Weltanschauung gibt. Welche ist das? Es ist der dogmatische Materialismus, dem fast alle "aufgeklärten" Geister des 18. Jahrhunderts huldigten. Der Materie allein spricht Kant hier ("Vorrede")alle Fähigkeiten zu, die zur Erschaffung "des ganzen Weltgebäudes" (so der Untertitel) erforderlich sind. Rund fünfzig jahre vor Laplace unternimmt es der junge Kant zu zeigen, dass die Verfassung und der Ursprung der Welt einzig aus materialistisch-mechanischen Grundsätzen darzustellen sei, ohne "cette hypothèse là", wie Laplace zu Napoleon sagen wird, d.h. ohne die "Hypothese Gott" zu benötigen. Kant behauptet im Untertitel, er unternehme dies "nach Newtonischen Grundsätzen". Aber die Wahrheit ist, dass er Newtons Kosmologie souverän ignoriert, in der der Wille und der "Arm" Gottes unverzichtbar ist zur Erklärung z.B. der tangentialen Impulse, die die Himmelskörper irgendwann einmal erfahren haben müssen. Kant versteht nicht, dass ohne diese Impulse, also allein aus der Gravitationskraft, die geschlossenen Bahnen der Planeten um die Sonne niemals erklärt werden können. Ist also Kant ein Materialist? Er selbst, obwohl er stolz die Übereinstimmung seines Weltsystems mit antiken materialistischen Vorbildern hervorhebt, weist das zurück: Gott versetzt er als den Schöpfer an den Anfang der materiellen Welt, die freilich seither sich "von selbst" (wie man heute sagt) nach den angeblich der Materie immanenten Naturgesetzen entwickelt haben soll. Jedoch ist das eben die Position der "Deisten" des 18. Jahrhunderts (so richtig auch der Kommentator Jürgen Hamel, S. 157), die dahinter ihren eigentlichen Atheismus verbargen - nämlich die Überzeugung von der realen Abwesenheit Gottes aus seiner Schöpfung gestern, heute und morgen. Konsequent wird Kant damit zum "Kirchenvater" des modernen wissenschaftlichen Atheismus, der sich allenthalben auf ihn beruft (vgl. etwa Paolo Flores d'Arcais in Joseph Ratzinger/Flores d'Arcais, Gibt es Gott? Berlin 2006, S. 75; 101). Dass der Philosoph Kant diese Rolle gegen Newton gewinnt, auf den er sich gleichwohl beruft, womit er die wahre "theistische" Botschaft Newtons wirksam verdunkelte, ist die eigentlich heute wichtige Botschaft dieses Textes und der Skandal. Denn was lehrte Newton, rund vierzig Jahre vor Kant, und sozusagen "gegen" diesen? "Dass die Existenz des höchsten Gottes eine unausweichliche Tatsache ist, ist allgemein anerkannt, und mit der gleichen Unausweichlichkeit ist er immer und überall" (Isaac Newton, Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie, Hamburg 1988 S. 228).
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2013, 20:56:08 GMT+1
MaKo77 meint:
Im Lichte neuerer astronomischer Erkenntnisse erscheint mir Ihre Position reichlich obsolet zu sein. Wollen Sie Anfang des 21. Jh. wirklich ernsthaft die Theismus-/Deismus-/Atheismus-Debatte wieder aufwärmen? Die Gas- und Staubwolken, aus der Sterne entstehen, besitzen aufgrund zufälliger Bewegungen immer eine gewisse Eigenrotation; bei der gravitativen Zusammenballung der Wolke erhält man so wegen der Drehimpulserhaltung den benötigten Drehimpuls der protostellaren Scheibe, außerdem überträgt der Stern über sein Magnetfeld Drehimpuls auf die Scheibe und damit die Planeten - alles ganz ohne "cette hypothèse là". Debatte zu Ende.
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