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Kundenrezension

43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So stark hätte ich es nicht erwartet!!!, 17. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hydra - By Within Temptation (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich bin ein großer Fan der harten Klänge. Egal ob Rock, Hard Rock oder Metal. Wenn die Musik ehrlich und handgemacht ist und eine E-Gitarre dazu tönt, reicht mir das schon um zumindest mal reinzuhören. Entweder es packt mich oder es packt mich nicht. Ob das jetzt kommerziell, mainstream, zu poppig, zu soft, zu melodisch, cheesy oder was auch immer ist, spielt bei mir keine Rolle. Wenns gefällt, gefällt es. Solche Begriffe gibt es in meiner Welt nicht, denn jede Band die eine CD herstellt und in irgendeiner Form verkaufen möchte, hat kommerzielle Absichten. Warum dieses kleine Vorwort? Ganz einfach, im Falle von Within Temptations neuer Scheibe "Hydra" werden die truen, stahlschmiedenden Vollblutmetaller, die niemals über den Tellerrand hinaus schauen möchten, ihre Probleme haben. Denn genau über besagten Genre-Tellerrand schauen Within Temptation auf ihrem neuen Album recht deutlich.

Mit "Let Us Burn" steigt das Album erstmal mit gewohnter und hochwertiger WT Kost ein. Wer den Vorgänger "The Unforgiving" kennt, kann sich in etwa auch die Richtung von diesem Song vorstellen. Er hätte auch ganz gut auf das letzte Album gepasst und erinnert an "A Shot In The Dark". Der Mid-Tempo Rocker hat einen einfachen und nachvollziehbaren aber ausgeklügelten Aufbau. Der Refrain beisst sich selbstverständlich sofort im Ohr fest. Ein super Opener der gleich mal einen Hit darstellt. Besser kann man ein Album kaum eröffnen. Geiler Einstieg der Bock auf mehr macht!

"Dangerous" geht in eine recht moderne Richtung. Als Gastsänger hat man sich Howard Jones (Ex-Killswitch Engage) an Bord geholt. Diese Entscheidung war ein Spitzenidee, die Stimme von Howard und Sharon harmonieren perfekt in diesem Song. Die Synthies erinnern sehr stark an tanzbare Musik wie House und Dance, der Song selbst aber ist rockig. Eine interessante Mischung und das Konzept geht definitiv auf. Ein Hit der sich sowas von in den Schädel brennt, dass man gar nicht anders kann als auf Repeat zu drücken.

Der nächste Song "And We Run" feat. Xzibit lässt erstmal auf ganz böses schließen. Es gibt so viele Beispiele wo sogenannte Crossover Geschichte komplett in die Hose gegangen sind. Genannt wurden ja schon z.b. Linkin Park feat. Jay-Z. Aber das was hier abgezogen wird ist qualitativ Meilenweit über dem, was man sonst so an Rock/Metal/Rap Kollaborationen hört. Der Refrain ist sehr bombastisch mit Streichern unterlegt. Auch hier kriegt man den Refrain einfach nicht aus dem Schädel und bleibt dem bisherigen Album-Motto "jeder Song ein Hit" treu. Die Rap-Einlage von Xzibit veredelt den ganzen Song und hebt ihn von einem gewöhnlich guten Song, zu einem außergewöhnlich frischen und unverbrauchten Hit an.

Jetzt aber muss doch mal ein Durchhänger bzw. durchschnittlicher Song kommen. NEIN! Auch Song Nummer 4 "Paradise (What About Us)" überzeugt auf ganzer Linie. Tarja Turunen gibt sich hier ebenfalls mit einem Gastbeitrag die Ehre. Sowohl Sharon als auch Tarja verzichten mittlerweile auf die ganz hohen Vocals, was ich als wesentlich angenehmer und ausdrucksstärker empfinde. Auch hier harmonieren beide Stimmen hervorragend. Der Song hätte von der Machart her auch auf eine Nightwish-Platte gepasst und das liegt nicht nur an Tarja. Auch hier hört man wieder ein Paradebeispiel für einen großartigen Refrain.

Nun wird mit "Edge Of The World" das Tempo etwas rausgenommen. Die Ballade wird im ersten drittel nur von ganz dezenten Keyboards und Sharons einzigartiger Stimme getragen. Gänsehautstimmung die sich besonders unter Kopfhörern zu entfalten weiß. "Edge Of The World" schaukelt sich dann zu einer Power-Ballade hoch. Auch die Platzierung der Ballade auf dem Album wurde mit Bedacht gewählt. Nach 4 Powersongs braucht es eine kleine Verschnaufpause in Form einer Ballade um den Albumfluss bzw. die Spannung aufrecht zu halten.

"Silver Moonlight" beginnt sehr ruhig mit Klavier, Streichern und Sharons einzigartiger Stimme. Man vermutet eine weitere Ballade, doch bevor man "Was? Jetzt noch eine Ballade?" sagen kann, kracht ein triolischer Up-Tempo Song aus den Boxen. Auch hier kann ich nur das wiederholen was ich schon bei den vorangegangenen Songs geschrieben hatte. Toller Song mit einfachen Songstrukturen aber dafür absolutem Hitpotential.

Auch der nachfolgende Song "Covered By Roses" stellt keine Ausnahme dar und ist nach dem ersten Durchlauf bereits im Ohr. Eröffnet von einem kurzem Gitarrenriff geht hier gleich die Post ab. Die Bridge nach dem zweiten Chorus leitet zu einem kurzen, Filmmusikartigen Interlude über, bevor alles kurz ausklingt und eine verfremdete Kinderstimme, von sanften Klaviertönen begleitet, spricht. Danach folgt ein kurzes aber sehr cooles Gitarrensolo welches den Song wieder zum Chorus führt. Tja, euch wird es nerven das wieder lesen zu müssen aber auch dieser Song ist ein absoluter Hit.

Egal welchen Song ich bisher von diesem Album gehört habe, müsste ich einen als Single auskoppeln, wüsste ich nicht welchen. Bei "Dog Days" weiß ich aber definitiv das ich diesen nicht nehmen würde. Für mich ist das der einzige, wirkliche Ausfall auf "Hydra". Hmm... vielleicht ist "Ausfall" auch einfach zu hart formuliert aber er erreicht auf keinen Fall die Top-Qualität der restlichen Songs. Er mag zwar sehr atmosphärisch sein und stellt, für sich allein genommen, nicht unbedingt einen grottigen Song dar, wirkt aber im Kontext zum sonst durch die Bank hochkarätigen Album sehr störend. Wie gesagt, für mich der Schwachpunkt des Albums.

"Tell Me Why" ist aber glücklicherweise wieder auf dem brillanten Niveau der vorigen Songs und "Hydra" geht im letzten Drittel nicht die Puste aus wie dem ebenfalls empfehlenswerten Vorgänger "The Unforgiving". Der Song hat eine nicht ganz so eingängige Struktur wie die restlichen Songs und braucht 2-3 Durchgänge mehr. Proggig wird es hier deswegen trotzdem nicht, auch weil der Refrain natürlich trotzdem sofort zum mitsingen einlädt. "Tell Me Why" vereint nochmal fast alle Elemente wofür WT im Jahr 2014 stehen und konzentriert sie in diesem Song.

Zum Schluss gibt es nochmal die poppige Ballade "The Whole World Is Watching". Dave Pirner gibt sich hier die Ehre am Gast-Mikro und auch sein Stimme harmoniert schön mit Sharon. Eine sehr melancholische und atmosphärische Ballade, die ebenfalls einen Ohrwurm par Excellence darstellt und das Album perfekt abschließt.

Ein großes Kompliment muss ich auch für die gelungene Aufmachung der Digi-Book Edition aussprechen. Das Booklet ist wohl das fetteste was ich jemals in einer CD-Packung gesehen habe. Darin sind viele Fotos und selbstverständlich die Songtexte enthalten. Die zweite CD bietet neben vier Coversongs von den "Q-Sessions" noch vier sogenannte Evolutiontracks ,die so ein bisschen die Entwicklung, von der Demo zum fertig produzierten Song ,aufzeigen. Ob man das braucht, muss jeder für sich entscheiden. Ich halte es für ein nettes Gimmick aber nichts Essentielles. Die Produktion der Scheibe ist, natürlich dem Songmaterial entsprechend, sehr modern ausgefallen.

Was bleibt abschließend zu sagen?
Jeder der Songs (Dog Days mal ausgenommen) hätte das Potential, trotz härterem E-Gitarreneinsatz als beim üblichen Radioprogramm, in den Charts ganz nach oben zu klettern. Ja ja, ich weiß, für absolute Die Hard Metalheads dürfte sich der letzte Satz wie ein Pistolenschuss ins Knie anfühlen aber es ist nunmal so. Das bedeutet natürlich nicht, dass man Within Temptation hier auf Plastik-Beat Einheitsbrei Müll ala Lady Gaga, Katy Perry, Rihanna, Gangnam Style und Co. herabsetzen kann. Die Kompositionen sind sicherlich auf Hit getrimmt, unterscheiden sich aber durch härteren E-Gitarreneinsatz, die hohe und handwerklich perfekt umgesetzte Qualität der Songs und Sharons perfekter Gesangsleistung, komplett von den anderen sogenannten "Hits". Die modernen Elemente bringen etwas frischen Wind in das teilweise angestaubte Metal-Genre. Within Temptation haben hier das Rad sicher nicht neu erfunden aber eine interessante Mischung aus modernen, traditionellen und über den Tellerrand hinaus schauenden Elementen gefunden. Ja sogar Metal-Tabubrüche wie in "And We Run" haben sie begangen. Aber gerade deswegen klingt das alles sehr frisch und unverbraucht. Diese Platte macht einfach Spaß. Punkt! Within Temptation scheren sich einen Dreck um irgendwelche Genre Begrenzungen und nutzen alle verfügbaren Stilmittel, die ihre Musik interessanter machen könnte, voll aus. Das ist mutig, das ist sympathisch und zugleich rebellisch, ja, genau das ist doch Metal! Das ist mehr Metal als manch andere traditionelle Metalband die einem immer wieder die gleiche, aufgewärmte Bohnensuppe aus dem Stahltopf präsentiert.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.02.2014 17:12:08 GMT+01:00
GothicReaper meint:
Gute Rezi, danke.
Ich sehe das ganz genauso (außer dass ich Dog Days LIEBE, und mir dafür Tell Me Why und the Whole World is watching gar nicht gefällt ^^): diese sognannten Die Hard Metaller schreien ja mittlerweile fast schon genauso panisch wenn jemand nicht "real gekeept" hat wie so manche HipHop-Randgruppen...

IMHO sind genre-übergreifende featurings (ja mir gefällt "Encore" und "Crucify me" von BMTH mit seinen Skrillex Einschlägen ist einer meiner absoluten Lieblingssongs) wichtig, da sie zeigen dass Musik eben doch mehr ist als dass was die Leute in ihrem Schubladendenken als political correct erachten.

Ich finde es gut *Jaaaawohl gut* dass Metal durch Bands wie Nightwish oder WT "Salonfähig" (von mir aus auch Mainstream) wird. Wäre es nicht schön wenn man einfach auch mal in den Club um die Ecke gehen könnte und da würde Musik kommen mit der man zumindest auch mal was anfangen kann? Wenn man das Radio anschaltet (haha, vielleicht würde ich DAS dann sogar tun) und anstatt schnulziger Popbaladen läuft Nightwish's The Islander?

Nur weil eine Band in der glücklichen Lage ist sich die Studiozeit nicht durch Arbeiten am Band finanzieren zu müssen heißt das doch noch lange nicht dass hier weniger Sorgfalt und Herzblut in die Musik gesteckt wird... Man *hört* es doch einfach wenn ein Album lieblos zusammen gezimmert wird...

Ich bin eigentlich nie WT "Fan" gewesen, fand einzelne Songs zwar okay, höre persönlich aber eher Richtung Tystnaden oder den Stil der letzten beiden Trail of Tears Albem (weniger Orchester, mehr Growls). Warum mich dieses Album jedoch zum kaufen animierte?

Weil es gefällt.

Manchmal kann es so einfach sein...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.02.2014 19:54:46 GMT+01:00
FlyingPumpkin meint:
Vielen Dank :) Ja, alles im Leben ist absolute Geschmackssache. Manchmal hat man aber den Eindruck das manche hardcore Metalheads sich schon einreden das sie das gar nicht gut finden dürfen, nur weil mal ein Rap-Part vorkommt. Das spricht ja komplett gegen den Kodex. Aber schön zu hören, dass es auch andere gibt ;)

Veröffentlicht am 19.02.2014 13:48:39 GMT+01:00
ELarsB meint:
Ihr beiden fasst das alles super zusammen, mir gefielen die 3 letzten Songs anfangs auch nicht so, aber nach 20maligem Hören der Platte liebe ich einfach JEDEN Song darauf, was mir bei kaum einer CD bisher untergekommen ist :)

Veröffentlicht am 03.06.2014 10:01:25 GMT+02:00
Sushi meint:
Ich bewundere Ihre Einstellung zur Musik. So sehe ich es nämlich auch :)
Wenn ich mir überlege was etliche "truen" Leute aus meine Freundeskreis verpassen,
dann kann ich darüber nur lachen.

Sehr gute Rezi. Vielen Dank
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