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Kundenrezension

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein gewöhnlicher Kriminalroman, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Fakire (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Antonin Varennes Roman "Fakire", der in Frankreich schon im Jahre 2009 erschien und nun seinen Weg in die deutsche Übersetzung gefunden hat, könnte Freunden der straight story line eine enttäuschende Leseerfahrung bieten, denn ein gewöhnlicher Kriminalroman nach dem Muster "Verbrechen und Aufklärung" ist er keineswegs, auch wenn er dem Genre des Krimis wohl am nächsten kommen dürfte. Wer aber hofft, daß am Ende die bösen Buben bestraft werden und die Helden als Sieger aus der Geschichte hervorgehen oder daß sich auch nur alle Fragen, die den polizeilichen Ermittler Guérin umtreiben, aufklären, der sollte dieses Buch gar nicht erst in die Hand nehmen. Denn schlechte Kritiken, die auf einem Mißverständnis hinsichtlich der Erwartungen des Lesers beruhen, hat Varennes Roman ganz sicher nicht verdient.

Varenne verknüpft hier zwei Handlungsfäden - einmal die Geschichte des hochintelligenten Ermittlers Guérin, der bei seinen Vorgesetzten aufgrund unbequemer Fragen, die er gestellt hat, als Nestbeschmutzer gilt und nun - mit seinem scheinbar schwachsinnigen Assistenten Lambert - in die Selbstmordabteilung der Pariser Sûreté verbannt wurde. Dort glaubt er, ein bislang unbeachtetes Verbindungsglied zwischen verschiedenen Fällen scheinbar willkürlich begangenen Selbstmordes gefunden zu haben, bis er schließlich wieder in den alten Fall um seinen Kollegen Kowalski stolpert, mit dem seine Verfemung bei der Behörde begonnen hat. Der andere Handlungsstrang konzentriert sich auf den amerikanischen Psychologen John Nichols, dessen Freund Alan, ein drogenabhängiger Fakir, sich auf offener Bühne das Leben nahm. Quälten ihn die Schuldgefühle seiner Vergangenheit - immerhin hatte er im Auftrag der amerikanischen Regierung im Golfkrieg gefoltert -, oder ist er gar Opfer eines perfiden Mordes durch ehemalige Mitwisser oder einen von ihm erpreßten Unbekannten geworden?

Im Laufe des Romans versucht Varenne, diese beiden Handlungsstränge miteinander zu verflechten, doch der geneigte Leser handwerklich sauberer Krimikost wird zu dem Schluß kommen, daß ihm dies nicht wirklich gelungen ist, denn zwischen den beiden Rätseln gibt es nicht wirklich logische Zusammenhänge, und wären sie auch noch so weit hergeholt.

Nach diesem Caveat kann ich aber sagen, warum mir der Roman gefallen hat. Zum einen ist Varenne, anders als viele zeitgenössische Autoren von Krimis oder - ganz besonders - historischen Romanen, in der Lage, interessant zu schreiben. So läßt er bewußt Leerstellen, die der Leser zu füllen hat, wo andere Autoren, denen das Denken anscheinend selbst ein wenig beschwerlich ist, ihrem Publikum diese Mühe zu ersparen versuchen. Mit minimalistischen Pinselstrichen gelingen ihm plastische Momentaufnahmen, die seine Leser wirklich zu fesseln vermögen - wie etwa in der Beschreibung der letzten Reise einer Nebenfigur des Buches, für die Varenne eigens einen Perspektivwechsel vornimmt. Wenn auch der Klappentext mit dem reißerischen Versprechen "Jeder Satz ist ein Faustschlag, jedes Wort ein Schnitt mit dem Skalpell" ziemlich übertreibt, so versteht es der Verfasser doch, ungewöhnliche Metaphern zu finden und damit an seinen Lesern zu rütteln, wobei er mitunter allerdings - deshalb ein Stern Abzug - auch ein wenig ins gezwungen Originelle und Manierierte abgleitet.

Daß der Leser, zum anderen, am Ende um eine Auflösung im klassischen Sinne und ein "Alles wird gut" gebracht wird, ist bei Varennes Schreibweise und den dunklen Verstrickungen, in die er die Bewohner seiner Welt der Hoffnungslosigkeit - nur draußen auf dem Lande scheint die Welt noch in Ordnung zu sein - verwickelt, nur konsequent und verleiht dem Verfasser und seinem Roman Glaubwürdigkeit. Unerfüllten Freundschaften, unangepaßten Idealisten, zaghaften Vorstadtkarrieren und federlosen Papageien ist eben selten ein Happy End vergönnt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.09.2011, 21:34:09 GMT+2
Garnet meint:
Lieber Tristram,

dieses Buch habe ich ziemlich lange vor mir hergeschoben, aber u. a. auch aufgrund deiner - wie ich finde, sehr treffenden - Rezension habe ich mich nun doch dazu entschieden, es zu lesen. Und nicht bereut.

Vor allem die von dir angedeutete "letzte Reise" (und wie sie endet) hat mir schwer zu schaffen gemacht, das habe ich ähnlich empfunden.

LG, Anne
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