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Kundenrezension

47 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein unvermeidlicher Fehlschlag, 21. August 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (DVD)
Ein Roman von 900 Seiten, voller subtile psychologischen Entwicklungen, Dutzende von Charactere, und ausführigen filosofischen Auseinandersetzungen, zusammenpressen in einem Film von nicht zweieinhalb Stunden? Es scheint im voraus klar dass sowas unmöglich ist, und dieser Versuch beweist es, leider. Ich glaube auch nicht, dieser Film wäre einem, der das Buch nicht gelesen hat, verständlich.
Dennoch hätte nicht soviel schief gehen müssen als hier der Fall ist. Im Roman ist Der Berghof anfangs ein verführerischer, bezaubernder Ort. Im Film aber gleicht das Sanatorium eher eine Irrenanstalt. Die kleine Marusja, so Mann, 'kichert' hinter ihr Taschentuch; im Film aber lacht sie andauernd wie eine Hysterikerin, was es nicht leicht verständlich macht warum der förmliche Joachim sich in ihr verlieben würde. Es ist nur ein Beispiel vom Schmieretheater das der ganze Film überherrscht: viel zu laut, viel zu agitiert, und manchmal unglaublich amateuristisch. Selbst Rod Steiger, der beabsigte Publikumsmagnet, weiss aus Peeperkorn nicht mehr zo machen als ein verrückter alter Mann der andauernd schreit, so dass es etwas lächerlich wirkt wenn Hans Castorp sich zu ihm setzt und ihm sagt, wie sehr er ihn bewundert. Peeperkorn hat drei Kapitel im Buch, ist aber im Film verhältnismassig viel länger anwesend, Zeit in Anspruch nehmend die man besser für andere Szenen benutzt hätte (zum Beispiel, die beklemmende Seance in Krokowski's Büro, die im Film fehlt). Castorps Beziehung zu Clavdia Chauchat ist gleichfalls ausvergrössert um die Anforderungen einer Hollywood Lovestory gerecht zu werden, und verliert jede Subtilität. Clavdia erscheint hier nicht wie eine mysteriöse Präsenz, doch eher wie eine zügellose Kurtisane. Joachim, dagegen, wird im Film fast vergessen, und obwohl sein Tot eins der rührendste Stellen des Buches darstellt, stirbt er hier fast beiläufig. Alexander Radszun scheint mir auch nicht die richtige Wahl um Castorps Vetter dar zu stellen; dieser Jaochim ist zu alt, zu deprimiert, und keineswegs der schöner Mann den im Buch beschrieben wird.
Castorp selbts is aber der grösste Fehlschlag im Rollbesetzung. Eichhorn gibt uns kein einziger Anhaltspunkt um mit ihm zu sympathisieren; dieser Castorp schnauzt jeder an und ist unglaublich arrogant. Glaubwürdig als Mensch ist er allenfalls nicht, und es ist manchmal fast peinlich, Eichhorns Spiel an zu sehen.
Naphta und Settembrini, zum Schluss, geraten kaum überm Nivo des karikaturalen hinaus, und die Prinzipien über die sie sich streiten bleiben nur Nebensache, so dass das endliche Duell ein völliger Nonsequitur ist.
Die Verfilmung wirkt im ganzen auch zu eng: die Natur und die Ewigkeit sind Zentralthemen der Roman, dennoch sieht man im Film kaum die Bergen, und hat man es nicht verstanden den Zeitverlauf auf einigerlei weise spürbar zu machen (man benutzt dazu die schwache Lösung einer Erzählerstimme).
Gibt es da gar nichts gutes, denn? Doch. Die Ausstattung ist richtig gut gelungen, das heisst, alles sieht fasst genau so aus wie ich's mir beim lesen vorgestellt hatte. Und Hans Christian Blech ist vorzügluch in seiner Rolle als Hofrat Behrens. Ein unbeabsigter vorteil dieses Films ist aber, das er im ganzen so schlecht ist, das er weder die Erinnering am Buch noch das Vergnügen am (wieder) lesen verderben wird.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.08.2012 15:19:28 GMT+02:00
Ich kann mich dieser Rezension voll und ganz anschließen! Vielleicht kein unvermeidlicher Fehlschlag; aber in der Figureninterpretation komplett gescheitert!

Veröffentlicht am 22.04.2015 23:33:09 GMT+02:00
Wer so schlecht Deutsch schreibt, sollte gerade für Thomas Mann keine Lanze brechen:

"...warum der förmliche Joachim sich in ihr verlieben würde."
"...vom Schmieretheater das der ganze Film überherrscht:"
"...der beabsigte Publikumsmagnet..."
"...und hat man es nicht verstanden den Zeitverlauf auf einigerlei weise spürbar zu machen..."
"...geraten kaum überm Nivo des karikaturalen hinaus..."

Diese Rezension richtet sich selbst!
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Ort: Nijmegen, The Netherlands

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