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Kundenrezension

am 20. Januar 2012
Ich wollte diesen Roman unbedingt lesen, schon alleine, weil es so wenige wirklich schöne über Afrika gibt.
Die Story ist auch wirklich absolut gelungen. Patricia Mennen hat großartig recherchiert und erzählt eine lebendige Geschichte, die das alte Berlin und die Weiten das heutigen Namibia vor dem inneren Auge aufsteigen lässt. Die Handlung ist abwechslungsreich und bietet einem neben guter Unterhaltung so einiges Wissenswerte, und ich habe es nicht bereut, mir den zweiten Band bereits gekauft zu haben, bevor ich diesen hier gelesen hatte.

Doch man hätte vieles besser machen können.
Es ist zum Beispiel - das kann man erwähnen, ohne zu viel von der Story zu verraten - nicht annähernd glaubwürdig, dass die Hauptperson mit ihrer todkranken Mutter freiwillig in bitterster Armut lebt, nur aus Protest dagegen, dass ihr Großvater einige für damalige Zeiten völlig gängige Ansichten vertritt. Das wirkt schon arg konstruiert und hätte allenfalls gut in unsere heutige Zeit gepasst. Die Akteure in Mennens Roman denken, sprechen und handeln eindeutig zu modern, als dass sich das mit einem historischen Hintergrund vertragen könnte. Das macht leider das authentische Feeling ein wenig zunichte, das sie mit der Darstellung der zwischenmenschlichen Zustände in den Berliner Slums so solide aufgebaut hatte.

Die Charaktere, nun ja. Jella, der wenig originelle rotlockige irische Wirbelwind mit den grünen Katzenaugen, kommt alles in allem arrogant und anmaßend herüber (ohne dass ich damit ihre fortschrittliche Geisteshaltung meine!) und wurde mir nur durch die Fehler, die sie macht, menschlich genug, um mich ein wenig mit ihr identifizieren zu können. Nakeshi, das Buschmädchen, klug und hübsch wie eine Gazelle, ist das farbige Äquivalent zu ihr, hat aber leider deutlich weniger Szenen.
Die beiden sind dann lange Seiten über auch die einzigen, die man näher kennen lernt, während andere Personen als grobe Skizzen vorbeiziehen und in optische Klischeeregister eingeordnet werden. Pauschale Verallgemeinerungen und manchmal recht abfällige Wertungen empfand ich als so störend wie eine Mücke im Ohr.
Der Mann in Jellas Leben betritt erst später die Bildfläche, was den Roman für meinen Geschmack ein wenig zu frauenlastig macht.

Den größten Dämpfer hat mir jedoch Mennens Art zu schreiben verpasst. Stilistische Klopper wie aus einem misslungenen Schulaufsatz jagen sich gegenseitig, und ich frage mich wirklich, warum ihre Lektoren das nicht bemerkt haben. Solche gravierenden Mängel dürften es niemals in die Endfassung und den Druck schaffen. Mal ist die Handlung dann sprunghaft, mal langwierig und wird nur mühsam rund. Es sind die typischen Fehler eines bemühten, etwas aufgeregten Erstlings, die man dem Werk so deutlich anmerkt. Mit zunehmender Seitenzahl wird es jedoch etwas besser, so, als würde sich Mennen allmählich einarbeiten.

Auch Jella verliert nach etwa der Hälfte des Romans ihren Snobismus, was sie schließlich doch noch sympathisch macht, auch wenn sie sich manchmal auf eine Weise verhält, die einem vernuftsbegabten Menschen unverständlich bleibt. Der Druck, noch ein paar Spannungs- und Romantikelemente einbringen zu müssen, dürfte dann wohl leider dafür gesorgt haben, dass die Handlung zum Höhepunkt hin (nun, für mich war es keiner) schundig-abenteuerlich und kitschig wird. Das Ende ist sehr vorhersehbar, was schade ist, da die Charaktere sich gerade so gut entwickelt hatten, vor allem Fritz, über den man eigentlich viel zu wenig erfährt. So bleibt schließlich ein fader Nachgeschmack zurück, und man hofft, dass die Fortsetzung ein paar Lücken schließt.

Insgesamt gibt es daher zwei Punkte Abzug, obwohl das Buch sich durchaus gut lesen lässt, wenn man stellenweise beide Augen zudrückt. Wie gesagt, die vielversprechende (und dies zum Teil auch haltende) Idee, die Begeisterung an der Sache, eine kleine Prise zaghaft neckischer Humor und das reichliche Hintergrundwissen reißen den Roman wieder heraus.
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4,3 von 5 Sternen
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