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Kundenrezension

am 27. Juli 2000
Michel Houllebecq: Ausweitung der Kampfzone. rororo-taschenbuch1999
"Der Roman der 90er und heute schon ein Klassiker." - steht am Buchrücken. Das klingt sehr vielversprechend und der Inhalt des Buches hält, was dieser Satz verspricht. Die Hauptperson des in der Ich-Form geschriebenen Romans, ein gut verdienender Informatiker, der schon seit zwei Jahren, seitdem er sich von seiner Freundin getrennt hat, ohne sexuelle Beziehung lebt und darunter leidet, und sein Kollege Tisserand, der aufgrund seiner Hässlichkeit, wie sie im Roman beschrieben ist, noch nie zu einer sexuellen Beziehung gefunden hat. Die beiden ziehen berufsbedingt durch ein winterliches Frankreich, gehen in Diskotheken, versuchen ihr "Glück in der Liebe" und finden es nicht. Die Sexualität ist das einzige, was die Menschen noch zusammenhält, die sexuelle Gier, die Menschen zu Wölfen macht. Es ist wie in der Wirtschaft, es gibt die erfolgreichen, die gut aussehen und dann auch Erfolg haben und die, die dabei auf der Strecke bleiben, weil sie nicht der gefragte Typ sind. "Die Sexualität ist ein System sozialer Hierarchie" steht da einmal geschrieben. Das ist eigentlich sehr erschütternd, und man wäre fast versucht zu sagen, der Autor will uns da vom Ende der Liebe erzählen. Dass es nach sexueller Befreiung und Gleichberechtigung immer noch Verlierer gibt, und zwar auf einem Gebiet, wo die Niederlage für alle am schmerzvollsten ist, ist eine bittere Erkenntnis. Auf was soll man dabei noch hoffen? Die Hauptfigur fällt schließlich in eine tiefe Depression: "Ich bin mitten im Abgrund, ich spüre meine Haut wie eine Grenze, die Außenwelt ist das, was mich zermalmt.", heißt es da etwa am Ende. Bei Wittgenstein hieß es etwa noch: "Die Sprache ist die Grenze meiner Welt. Selbst an einer Hauterkrankung leidend, weiß ich aber, was damit gemeint ist, und so hat mich das Buch auch sehr tief berührt. Dass Frauen schlecht wegkommen - Psychologiestudentinnen sind alles Schlampen, heißt es etwa einmal -, und dass auch die Psychoanalyse nicht viel wert ist, sind doch alle Frauen, die sich ihr einmal unterzogen haben, gefühllose lieblose Egomaninnen, schwächt für mich allerdings die Grundaussagen des Buches ein wenig, zu sehr riecht mir das nach Machogehabe. Haben es Frauen, die nicht dem Model-Ideal unserer Hochglanzillustrierten gleichen, hier nicht noch viel schwerer, müsste man hier fragen. Es ist schon ein ziemlich hartes Buch, eine gnadenlose Abrechnung mit dem Lifestyle unserer Zeit, fünfundfünfzig Jahre nach Henry Millers "Sexus" etwa, diesem Hohelied auf die Schönheit der Sexualität. Helmut Schiestl, Innsbruck
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