Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle JustinTimberlake BundesligaLive wint17

Kundenrezension

am 22. Oktober 2012
Seit ich "work hard, play hard" im Kino sah, warte ich darauf, ihn als DVD kaufen zu können, diesen Film müssen viele Menschen sehen. Er liefert die Antwort auf Phänomene unserer Zeit: Burnout, Vereinsamung, Unzufriedenheit, Sinnsuche, kurz - eine latent depressive Gesellschaft. Ästhetisch höchst anspruchsvoll zeigt der Film, wie weit die durch "Mega-Wachstumsmentalität" (Zitat Unilever-Chef) geprägte Konzern- und Beraterwelt inzwischen von universellen, menschlichen Werten wie Mitgefühl, Vertrauen, Verantwortung, Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Freundlichkeit, Gewaltlosigkeit und Respekt entfernt ist.

Bei den Vertretern der selbsterklärten Wirtschaftselite schwingt Stolz mit, wenn sie sich im Beratersprech-Stil ihrer Methoden rühmen, mit denen sie das Humankapital auf Effizienz trimmen. Da wird von "non-territorialem Arbeitsplatz" oder "Hotelling" geschwärmt, was nichts anderes als Vereinzelung am Arbeitsplatz und völlige Bindungslosigkeit bedeuten. Darüber soll die Auflösung der Trennung zwischen privatem und beruflichem Umfeld hinwegtäuschen und an "Coffee-Points" wird Zugehörigkeit suggeriert. Es wird gezeigt, wie Mitarbeitern unter dem Deckmäntelchen "Teambuilding" systematisch die Würde genommen wird: Outdoor-Versuchslabore, in denen jeder auch im nicht-beruflichem Kontext nach Stärken und Schwächen sortiert wird. Würdelos auch die High-Potential-Vorstellungsgespräche, die Menschen in einer opportunistischen Armseligkeit zeigen, dass es einen vor dem Bildschirm gruselt. Das alles ist an Zynik kaum zu überbieten, doch dann hat die für "Change" zuständige Dame der Deutschen Post (McKinsey geführt) ihren Auftritt: Allen Ernstes spricht sie in die Kamera, dass man die neue Unternehmenskultur "in der DNA eines jeden Mitarbeiters implementieren" wolle. Fassungslos fragt man sich, wer ihr wohl ins Gehirn gesch... hat.

Doch man kann dieser kalt durchgestylten Parallelwelt auch etwas Positives abringen: Die Accentures, McKinseys, Bergers und Co beraten Unilever, Post, Nestle, Siemens usw., dh. sie bleiben (noch) unter sich und pflegen eine Art selbst-referenzierendes System. Die Überbotschaft des Films: Wer sich so unverhohlen zynisch über Mitarbeiter äußert, es jedoch in der Werbung menscheln lässt, dass es kracht, der wird auch keinerlei Skrupel haben, schädliche Produkte zu entwickeln. Dank des narzisstischen Brandings und allgegenwärtigen Marketings kann man sein Kaufvermeidungsverhalten prima neu organisieren: So bleibt es uns zu entscheiden, ob wir z.B. Produkte und mit ihnen die Megawachstums-Zynik eines Tütensuppenkonzerns kaufen - oder es sein lassen!
33 Kommentare| 76 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.