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Customer Review

on March 19, 2014
David wohnt in einer amerikanischen Stadt, dessen Name "Ungenannt" bleiben soll (damit auch wirklich niemand auf die idiotische Idee kommt, aus Neugier hinzufahren). Hier geht er mit seinem Freund John seit geraumer Zeit übernatürlichen Phänomenen nach, die immer wieder das Örtchen – in ihren Augen der „Arsch der Hölle“ heimsuchen – jedoch von anderen Bewohnern nicht wahrgenommen werden (da diese keine mysteriöse Sojasoßen-Droge genommen haben...). Die beiden Spezialisten für höllische Heimsuchungen bekommen eines Tages echte Probleme als eine Welle von Zombie-Spinnen die Menschen in der Stadt besetzt, sie auf diese Weise zu Mordmaschinen macht und so die Apokalypse einläutet. Natürlich bleibt die Rettung der Welt dabei an John und David hängen...

Es beginnt eine infernalische Odyssee voller skurriler, splatterhafter, urkomischer und definitiv durchgeknallter Slapstickmomente, die an einen Drogenrausch à la „Leaving Las Vegas“ in Kombination mit „Zombieland“ erinnert. Die Mischung aus Gore/Gewaltätigkeit/Umgangssprache und Humor/Absurdität/Unwahrscheinlichkeit erinnert an Trash-Horror und B-Movies mit Kultpotential. Die fortschreitende Katastrophe wird dabei optisch durch Countdown-Zähler nach digitalem Vorbild über jedem Kapitel festgehalten. Auch geschwärzte Stellen und vermeintlich handschriftliche Randnotizen geben dem Buch einen besonderen Touch.

Die Geschichte entwickelt sich rasant zu einem Hurrikane aus Widerlichkeiten und Massenhysterie gigantischen Ausmaßes. Dabei bleibt der Autor nicht immer auf den Kern der Story fokussiert, sondern beschreibt stellenweise auch gern Nichtigkeiten detailliert, was die grundsätzlich reißerisch-spannungsgeladene Handlung zeitweise etwas ausbremst. Sieht man über diese Schönheitsfehler hinweg, ist „Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker“ die perfekte Lektüre für Zombie-Liebhaber und Fans schräger Geek-Kultur. Aber Vorsicht: Wer nicht gerne en détail über spritzende Innereien und verfaulende Leichen informiert werden möchte, der sollte lieber zur Jugendvariante der Zombiegeschichten von Kirsty McKay greifen. Trotz der Menge an Leichenteilen ist Wongs Endzeit-Szenario kein typischer Gore-Roman, da alle extremen Momente durch die (Haschisch-Dunst verschleierten) Augen der Anti-Helden geschildert werden, die meist ebenso entgeistert sind wie der Leser – und so in humorvoll-unrealistisches Licht gerückt werden.

Ein paar Kritikpunkte (die allerdings dem buchstäblichen Horror-Trip nichts anhaben können) gibt es aufgrund von Layout und Gestaltung: Die englische Vorlage trägt den Titel „This book is full of spiders – seriously, dude, don't touch it“, was ich persönlich besser finde als die etwas plumpe Übersetzung. Wie immer frage ich mich, ob man den Titel – wenn schon nicht getreu übersetzten – nicht wenigstens einfach in der Originalsprache lassen könnte. Das Cover hingegen wurde an das Original angelehnt, und macht durchaus was her. Layout und Design des Textes sind dem Bericht-Stil nachempfunden und könnten zur besseren Lesbarkeit größere Zeilenabstände und Absätze vertragen – aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Kurz: David Wongs Roman erweitert den Horizont und verursacht einige schlaflose Nächte – denn man kann dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen. Am Ende hält der Erzähler übrigens in ein paar Zeilen das Ziel des Romans fest: Die Leser sollten nach Beendigung das Buch zuschlagen und sich fragen: Was zur Hölle habe ich da eben gelesen? Mission erfüllt, Wong. Mission erfüllt.

Zum Autor: Hinter dem Pseudonym David Wong versteckt sich Jason Pargin, Chefredakteur der Website cracked.com, auf der Verschwörungstheorien, Nerdthemen und Lebensweisheiten auf satirische Weise präsentiert werden.
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