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Kundenrezension

am 26. Januar 2001
Mein Endruck von Tad Williams' Osten-Ard-Zyklus will sich nicht vollständig in die Reihen der mehrheitlich doch über alle Maßen positiven Rezensionen gesellen, nicht, weil mir die Geschichten um Seoman Schneelocke nicht gefallen hätten (davon kann wirklich keine Rede sein), sondern weil trotz aller Pluspunkte der eine oder andere Fehlgriff von Williams nicht ungenannt bleiben sollte.
Williams macht bisweilen den Fehler, den an und für sich sehr greifbaren und realistischen Charakteren einen Hauch allzu „tatsächlicher Realität" verleihen zu wollen - so möchte ich in meinem Leben nie wieder die Wörter „Mondkalb" und „Küchenjunge" hören, die ständige Bezugnahme auf die Schwächen des Helden macht ihn zwar menschlicher, ist jedoch in ihrer Übertreibung (das gilt selbstverständlich nur für einige Passagen) beinahe schon lächerlich und an die Satire grenzend (was nun ja wirklich nicht bezweckt war - eine unfreiwillige Komik also, die den Leser stellenweise auch zur Weißglut treiben kann). Simon stolpert zaudernd, flennend, blutend und stets am Ende seiner Kräfte von einer Misere in die nächste - wenn man, wie ich, alle Bände in Folge und innerhalb von nur 12 Tagen liest, stößt dieser Umstand etwas bitter auf... Gegenüber dem Charakter Maegwin entwickelte ich sogar beinahe Aggressionen - unglaubwürdiger und fadenscheiniger konnte Williams diese Figur wohl kaum gestalten, wieder beging er den Fehler, den richtigen und realistischen Ansatz in ein Extremum zu treiben, das den Leser irgendwann den Kopf schütteln und laut aufstöhnen lässt. Kurz: manchmal verkommt das Buch zu einer Seifenoper.
Den Vergleich mit Tolkien und dem Herrn der Ringe (das Silmarillion ist ohnehin ein anderes Genre) kann Osten-Ard meines Erachtens nicht bestehen - die Qualität der Sprache (ich spreche von der Übersetzung ins Deutsche HdR: Margaret Carroux / Osten-Ard: V.C. Harksen) ist bei Tolkien eine vollkommen andere - anspruchsvoller, in einer gewissen Hinsicht weltfremder, klarer. Tolkiens Priorität war nicht wie bei Williams die Unterhaltung, zumindest nicht in erster Linie: wo Josua ein sorgengeplagter Querulant war (ich übertreibe etwas), war Aragorn beinahe ein Übermensch, Frodo und Simon, Maegwin/Miriamel und Eolair/Simon, Isegrimnur und Gimli, immer dasselbe Schema... ich will die Bücher von Osten-Ard nicht als Strandlektüre abtun - das sind sie zweifelsohne nicht! Aber die Bezeichnung „Literatur" gebührt dem HdR zweifelsohne in einem höheren Maße.
Und schließlich das „große Finale" - „der Engelsturm": ohne zuviel zu verraten und anderen den Spaß zu vergällen, möchte ich dennoch anmerken, dass zumindest mir die „Effekthascherei" der letzten hundert Seiten zu übertrieben war. Auch konnte ich mich die Auflösung der Geschichte nicht so recht überzeugen - alles war etwas zu konstruiert, was allerdings bei der Fülle an Charakteren und Verhältnissen, politischen sowie persönlichen, auch nicht weiters verwunderlich ist... Dennoch sind alle vier Bücher gleichermaßen zu empfehlen, die Schwachstellen werden durch die Stärken der Reihe mehr als ausgeglichen und letztlich stellt man die Bücher mit einem guten Gefühl zurück ins Regal - und das ist die Hauptsache. Wer also epische Fantasy zu schätzen weiß, gegen die eine oder andere Länge nichts einzuwenden hat, bzw. die nötige Konsequenz aufbringt, das Buch wegen der jeweiligen Passage ad acta zu legen und letztlich, wer die nötige Zeit aufzubringen in der Lage ist - dem kann ich die Osten-Ard-Saga nur wärmstens empfehlen.
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