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Kundenrezension

am 30. Mai 2013
Portnoys Beschwerden von Philip Roth

Ein eigentlich schrecklicher Roman. Der Ich-Erzähler "kotzt", um es wie Portnoy vulgär auszudrücken, sein Leben dem bekannten, auch real existierenden Psychiater Dr. Spielvogel auf den Schreibtisch. Er verschmutzt sinnbildlich zusätzlich den Teppichboden, die Couch und den Anzug des Psychiaters. Es ist ein einziges Herausschleudern von Beschwerden, ein ständiges Hinterfragen, ein Jammern und Lamentieren. Eigentlich unerträglich das ganze Gehabe des Protagonisten. Der Psychiater (der sich in seinem echten Leben genau mit diesen Themen befasst hat) sagt kein einziges Wort.

Unerträglich erscheinen auch die sich immer wiederholenden Beschreibungen der exzessiven Masturbationen. Später kommen die ebenfalls schwer zu ertragenen Beschreibungen der sexuellen Praktiken hinzu. Dieser Mensch ist auf seine Sexualität reduziert. Somit ist er ein perfektes Produkt der Evolution, ausgerichtet allein auf die Streuung seiner Gene und damit Erhaltung seiner Art, sonst nichts. Und er ist natürlich ein Kind seiner Zeit, der 60iger Jahre.

Er kommt aus einem besorgten und behüteten Elternhaus. Vom Vater übermäßig verehrt und geliebt. Der Sohn soll, wie üblich, das erreichen, was der Vater als Versicherungsvertreter nicht erreichen konnte. Dabei sieht er wohl, wie der Vater sich quälen muss, um den geschundenen Unterprivilegierten aus den sogenannten schlechten Wohngegenden ausgerechnet Lebensversicherungen zu verkaufen. Und das nicht ohne Erfolg. Er schämt sich für seinen Vater, weil dieser so ungebildet sei. Er selbst fühlt sich hoch gebildet und spricht dauernd von seinem hohen IQ. Allerdings ist von dieser vermeintlichen Hochbegabung wenig zu spüren.

Die Mutter überbesorgt, sie liebt ihren Sohn über alle Maßen. Er ist überbeschützt und fühlt sich gefesselt und eingeengt. Freud und Ödipus sind nahe.

Das Judentum mit all seinen Ritualen und in seinen Augen unsinnigen Regeln hasst er offenbar über alles. Er scheint es zu verabscheuen. Religion ist seiner Auffassung nach Unterdrückung. Glaube sei Illusion.

Doch so einfach ist es nicht mit diesem Roman, der bei seinem Erscheinen 1969 Empörung auslöste. Es gibt hoch interessante Passagen, die dem Leser den Atem stocken lassen.

Zentraler Punkt ist immer wieder die Sucht der amerikanischen Juden zu leiden, wie er es ausdrückt. Alle Last und Schuld der Welt nehmen sie auf ihre Schultern. Dazu verfolgt und gequält auf der ganzen Erde. Er will diese Last nicht mehr tragen.

An anderer Stelle sagt er, warum sollte er sich von einem Mädchen einfangen lassen, nur um ihre bürgerliche Existenz zu sichern und es damit zufriedenzustellen. Die Frauen jagen einen Mann, um ihn als Ehemann an sich zu binden, um damit das bürgerliche Überleben mit Haushalt und Kindern zu sichern, wie es eben üblich ist. Er könne sich nicht vorstellen, ein Leben lang nur eine Frau zu begehren, wenn doch nach einigen Jahren eigentlich alles vorbei sei. Daher werde er sich nicht binden und niemandem etwas versprechen.
Irgendwann merkt er jedoch, dass dieses ständige Jagen nach neuen Abenteuern sinnlos und leer ist. Plötzlich träumt er von jener Idylle mit Frau und Kindern, die er groß werden sieht und die er prägen könnte, denen er Vater sein möchte. Dazu ein Haus mit Garten, Freunde und die üblichen Sonntagsvergnügen des amerikanischen Sommers mit viel Sport und Spiel. Oder ist diese Idylle eine Illusion hinter der Leid, Trennung, verlassene Kinder, brutale Scheidungskriege vor bekanntermaßen rigiden New Yorker Gerichten warten?

Ein ungewöhnlich geschriebener Aufschrei eines Zweifelnden.Dem Leser wird es nicht leicht gemacht in diesen hastigen, anklagenden, überheblichen, verzweifelten, zeitweise unglaublich erhellenden, einfach hingeworfenen Ausbrüchen.
Weltliteratur. Absolut lesenswert!
Gelesen wurde die Orginalversion auf Kindle.Sehr empfehlenswert.
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